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Formel 1

Formel 1, Sorge bei Red Bull: Verstappen nicht wettbewerbsfähig

Max Verstappen und Red Bull blieben in den Türkei-Trainings hinter den Erwartungen. Zu viel Grip und Balance-Mysterium. Setup-Nachtschicht zur Rettung.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Red Bull erlebte zum Auftakt bei der Formel 1 in der Türkei einen sehr blassen Freitag. In beiden Trainings kamen Sergio Perez und Max Verstappen nicht mit Pacesetter Lewis Hamilton mit. Perez beendete den Tag in FP2 mit 0,569 Sekunden Rückstand, Verstappen fehlten sogar 0,635 Sekunden.

Dass Hamilton morgen mit einer Power-Unit-Strafe um zehn Plätze zurückmuss, kann Verstappen nicht aufheitern: "Wir müssen uns auf uns selbst fokussieren und heute war nicht gut." Vom ersten Training weg kämpfte er mit der Balance, mit Untersteuern beim Einlenkpunkt und Übersteuern in der Kurve. Erst ging das Team davon aus, das Grip-Niveau der Strecke unterschätzt zu haben. Doch auch nach Änderungen in der Mittagspause wurde es nicht besser.

Red Bull sorgt sich um Verstappen: Irgendwas stimmt nicht

"Sicher ist das ein Grund, das Griplevel unterschätzt zu haben", meint Red Bulls Motorsport-Chef Dr. Helmut Marko zu Motorsport-Magazin.com. Die im Vorjahr noch sehr rutschige Strecke gehört nach einer Nachbehandlung nun plötzlich zu den Griffigsten. Aber nach zwei Stunden Trainings-Zeit ist das Fazit von Marko ernüchternd: "Dieses komische Verhalten war nur im Max-Auto."

"Perez war auch nicht optimal, aber bei weitem nicht so krass", so Marko, der vom wohl schlechtesten Freitag der Saison spricht. Die Balance war weder im Qualifying-Trimm noch im Longrun gut, das Rutschen fraß die Reifen auf. "Irgendwas passt da nicht zusammen. Die Grundtendenz haben wir leider nicht ändern können."

"Wir suchen noch, was zu machen ist", gibt Verstappen selbst zu. "Hoffentlich werden wir es verbessern, ansonsten sieht es nicht gut aus. Mal schauen, was wir über Nacht machen können."

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Red Bull vor Setup-Nachtschicht für Türkei-Wende

Zwar fuhren Verstappen und Perez mit unterschiedlichen Setups, aber der Unterschied soll nicht so groß sein, als dass er Verstappens Probleme erklären könnte. Perez selbst klingt immerhin zufriedener: "Es war ein positiver Tag, hoffentlich können wir noch ein paar Zehntel finden, dann sollten wir dran sein."

Für die Simulator-Crew in der Basis bedeutet das eine Nachtschicht. Markos Schluss-Fazit ist dennoch ein positives: "Ich bin schon der Meinung, dass wir das aussortieren werden." Das müssen sie auch - sonst sieht es schlecht aus: "Wir haben den Motor nicht aufgedreht, aber trotzdem - wir sind nicht wettbewerbsfähig."


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