Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1 Zandvoort: Michael Masi erklärt Boxengassen-Stau

Warum mutierte beim Formel-1-Qualifying in Zandvoort die Boxengasse zu einem Parkplatz? FIA-Rennleiter Michael Masi klärt auf: Es war seine Anweisung.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Beim Formel-1-Qualifying in Zandvoort kam es zu einigen kuriosen Situationen: Zahlreiche Fahrer parkten vor dem Boxenausgang ihre Autos, bevor sie auf die Strecke fuhren. Das führte regelmäßig zu Staus. Von der Rennleitung wurde das nicht geahndet. Ganz im Gegenteil. FIA-Renndirektor Michael Masi erklärt: Dieses Prozedere wurde von ihm so angeordnet.

Masi: Abstände in der Boxengasse reguliert

Dabei hat der Boxengassen-Stau einen ziemlich simplen Hintergrund. Denn aufgrund der äußerst kurzen und engen Strecke in den Niederlanden (4,32 Kilometer) fällt es den Fahrern häufig schwer, vor einer schnellen Runde für genügend Platz vor einem zu sorgen, sodass man von der verwirbelten Luft des Vordermannes beeinträchtigt wird. Das anschließende Verlangsamen auf der Strecke führt normalerweise zu einem Akkordeon-Effekt und kann brenzlige Situationen verursachen.

Masi beschrieb die Entscheidungsfindung folgendermaßen: "Einige der Teams sprachen mich darauf an. Aufgrund der Art des Kurses teilte ich ihnen mit, dass ich es bevorzugen würde, wenn sie auf dieser Strecke an der Boxenausfahrt für die Abstände sorgen".

"Das wurde auch von allen so akzeptiert, es wurde von allen so gehandhabt", teilte Masi weiter mit. Unter anderem aus diesem Grund wurde auch die Session nach dem Abflug von Nicholas Latifi auch nicht neu gestartet, obwohl noch 1:38 Minuten auf der Uhr waren. Bei einer Rundendauer von circa 1:10 Minuten hätten zwar einzelne Piloten die Möglichkeit gehabt ihre Runden zu beenden, jedoch unmöglich das gesamte verbleibende Feld. "Wir starten niemals eine Session neu, wenn nicht jeder anschließend noch die zeitliche Möglichkeit hat, eine Runde zu fahren", so Masi.

Vettel wird dennoch blockiert

Ganz beseitigen konnte man das Platzproblem in Zandvoort dennoch nicht. Sebastian Vettel wurde auf seiner schnellen Runde von den beiden Haas blockiert, die sich über die Track Position nicht einig waren. Dadurch schied der Aston-Martin-Pilot bereits im ersten Qualifying-Segment aus, wovon er sich das gesamte Wochenende nicht erholen konnte und auch den GP nur auf P13 beendete.

Beim Großen Preis von Österreich war Vettel bereits der Leittragende einer Situation auf der Out-Lap. Jedoch befand er sich damals in der umgekehrten Position. Während Alonso mit hoher Geschwindigkeit von hinten aufholte, war Vettel am Ende einer Schlange von langsamen Fahrzeugen positioniert. Alonso musste vom Gas, die Stewards belegten Vettel daraufhin aufgrund von Blockieren mit einer 3-Positionen-Startplatzstrafe.