Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Zoff zwischen Schumacher und Mazepin: Vettel-Runde ruiniert

Nikita Mazepin fühlt sich im Formel-1-Qualifying des Niederlande-GP von Mick Schumacher Unfair behandelt. Schumacher kommt daraufhin Vettel in die Quere.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Nikita Mazepin und Mick Schumacher pflegen als Teamkollegen nicht das beste Verhältnis zueinander. Dies sollte auch im Qualifying des Niederlande GP in Zandvoort zum Ausdruck kommen. Im Q1 fühlte sich Nikita Mazepin ungerecht behandelt, nachdem dieser von Mick Schumacher in der Outlap überholt wurde. Mick Schumacher sieht die Schuld nicht bei sich. Das Durcheinander mündete darin, dass Sebastian Vettel auf seine schnellen Runde blockiert wurde und bereits im Q1 ausschied.

Formel 1-Zoff bei Haas: Mazepin attackiert Schumacher!: (09:34 Min.)

Schumacher entgeht nach diesem Vorfall einer Strafe. Das Q1 beendete er auf Position 19 und war damit auch schneller als Teamkollege Nikita Mazepin, der das Qualifying auf dem letzten Platz beendete.

Schumacher verteidigt sich: Weiß nicht, was er rumerzählt

Die Situation spielte sich am Ende der ersten Qualifyingsession ab: Mick Schumacher fuhr direkt hinter Nikita Mazepin auf die Strecke. Kurz nach der Boxenausfahrt überholte der Deutsche allerdings seinen Teamkollege in Kurve drei. Mazepin fühlte sich ungerecht behandelt und brachte das auch im Boxenfunk zum Ausdruck. "Das ist nicht in Ordnung. Ihr habt gesagt, dass es ihm nicht erlaubt ist, mich zu überholen."

Auch nach dem Qualifying zeigt sich Mazepin verärget über das Vorgehen seines Teamkollegen. "Es war nicht vorgesehen, dass er mich überholt, weil ich der erste war. Das ist nach Österreich das zweite Mal, dass das passiert. Das ist eine clevere Art, mich zu übergehen. Entweder man hält sich daran oder nicht", so der Russe gegenüber 'Sky Sport F1'.

Mick Schumacher dagegen möchte von den Vorwürfen seines Teamkollege nichts wissen und verteidigt sich. Er habe beim Team nachgefragt und nichts auf eigene Faust gemacht: "Ich weiß nicht, was der Nikita da rumerzählt. Ich habe das Team gefragt, ob ich ihn überholen kann, weil meine Reifen kalt waren und er seine Outlap immer langsamer fährt als ich." Tatsächlich stand Schumacher vor dem Manöver im Austasch mit seinem Ingenieur. Dieser meinte, wenn er vorbeigehen wolle, dann so früh wie möglich.

"Ich habe dann das Okay bekommen und bin vorbeigefahren. Wir hatten dann auch noch Lando zwischen uns. Ich sehe nicht, warum man daraus ein Drama machen sollte", führt Schumacher sichtlich genervt fort. Die Onboard-Aufnahmen der beiden Piloten zeigen, dass Schumacher auch an Lando Norris vorbeiging, nachdem er seinen Teamkollegen überholt hatte. Der Deutsche lag währenddessen bereits weit vor Mazepin, der erst kurz vor Ende des Qualifying erneut versuchte, sich die Position von seinem Teamkollegen zurückzuholen - ohne Erfolg.

Mick Schumacher war im Qualifying des Niederlande GP schneller als Teamkollege Mazepin - Foto: LAT Images

Schumacher steht Vettel im Weg: Runde zerstört, keine Strafe

Letztlich sollte dieses Hin und Her aber vor allem einen Fahrer schaden: Sebastian Vettel. Schumacher ordnete sich nach dem Überholversuch seines Teamkollegen doch noch vor diesen ein, kam damit aber etwas zu spät und stand in der vorletzten Kurve Vettel im Weg, der sich auf einer schnellen Runde befand.

"Ich habe nur die ganzen Autos in der Schlange gesehen und auch meinen Platz eingenommen. Ich habe aber zu spät gesehen, dass da ein fliegendes Auto von hinten kommt, weil ich mich vorne darauf konzentriert habe, eine Lücke zu bekommen", schildert der Haas-Pilot gegenüber Motorsport-Magazin.com den Vorfall und ärgert sich darüber, dass es ausgerechnet Vettel getroffen hat. "Das ist sehr Schade. Leider war es der Seb."

Sowohl Mick Schumacher, Nikita Mazepin als auch Sebastian fanden sich um 16:45 bei den Stewards ein. Eine Strafe blieb jedoch aus. Auch teamintern könnte die Situation laut Schumacher noch zum Thema werden: "Ich habe nicht ganz verstanden, warum der Nikita am Ende noch den Norris überholt hat. Ich glaube, dass wir mit dem Team nochmal darüber sprechen werden, um zu verstehen, was passiert ist."


Weitere Inhalte: