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Formel 1

Hamilton hat keine Angst vor Russell: Habe nichts zu beweisen

George Russell könnte 2022 in der Formel 1 das Mercedes-Cockpit von Bottas erben. Lewis Hamilton macht sich keine Sorgen und sieht in Russell keine Gefahr.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Die Zukunft von Valtteri Bottas und George Russell gehört auf dem Fahrermarkt in dieser Saison bisher zu den größten Fragezeichen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte jüngst zudem, dass er bereits eine Entscheidung getroffen hat, wer 2022 neben Lewis Hamilton beim amtierenden Weltmeisterteam fahren wird.

Die Zeichen der Zeit deuten vermehrt darauf hin, dass es der talentierte Mercedes-Junior Russell sein wird, der das begehrte Cockpit erhält. Ein Szenario, das Lewis Hamilton, der keinen Hehl daraus macht, dass er gerne mit Bottas zusammenarbeitet, offenbar kalt lässt. Der Brite glaubt nicht, dass die teaminterne Harmonie durch einen möglichen Russell-Aufstieg zerstört werden könnte.

Hamilton fürchtet möglichen Russell-Aufstieg nicht

Lewis Hamilton hatte in seiner Formel-1-Laufbahn bereits einige Teamkollegen. Nicht immer war das teaminterne Kräfteverhältnis so deutlich wie gegen Valtteri Bottas, der bei Mercedes in der Vergangenheit meist nur die zweite Geige spielte. 2022 könnte es der Brite mit einem neuen Kaliber zu tun bekommen: George Russell.

Hamilton ist sich um die Stärken des Mercedes-Juniors bewusst. "George ist ein unglaublich talentierter Fahrer. Das einzige Highlight vom letzten Wochenende war seine Qualifying-Runde", spricht Hamilton den zweiten Startplatz von Russell beim Belgien GP an. Der junge Brite konnte dabei auch seinen älteren Landsmann Hamilton hinter sich lassen.

Eines von vielen Ausrufezeichen, die auch Hamiltons WM-Rivale Max Verstappen zur Annahme brachten, dass Russell dem siebenmaligen Weltmeister 2022 das Leben sehr schwer machen könnte. Hamilton selbst sieht es entspannt: "Es ist nicht so, dass ich etwas beweisen muss. Ich bin gegen unglaubliche Teamkollegen gefahren. Im Rookie-Jahr mit Fernando. Ich habe nichts zu bewiesen, wenn sich herausstellt, dass ich einen neuen Teamkollegen haben werden."

"Ich bin in einer anderen Situation meines Lebens und ich finde es aufregend, wenn Youngster ihren Weg bestreiten", fährt Hamilton fort. "Ich will natürlich nicht gegen sie verlieren, aber ich finde es aufregend zu sehen, wie sich der Sport entwickelt, weil ich ein Fan von diesem Sport bin."

Schließlich könnte ein junger Teamkollege auch seine Vorteile haben: "Es ist ermutigend sie zu sehen. Ich erkenne mich da immer selbst in der jüngeren Generation. Der Sport entwickelt sich. Wir lernen voneinander und der Respekt ist immer vorhanden."

Lewis Hamilton: Russell kennt das Umfeld gut

Mit Valtteri Bottas war Mercedes in der Vergangenheit dennoch auf der sicheren Seite. Der Finne ist dafür bekannt, ein Teamplayer zu sein. Mit Russell würde ein neuer Pilot zum Team stoßen, der seinen Speed schon einige Male unter Beweis gestellt hat und mit entsprechenden Ambitionen zum Rennstall kommen würde.

"Wir sind als Team in einer besseren Position", sieht Hamilton keine Gefahr darin, dass Russell die teaminterne Harmonie bei Mercedes auf den Kopf stellen könnte. "Wir haben auf unserer Reise viel dabei gelernt, wie wir Dinge angehen. Wir haben auf dem Weg gemeinsam viele Fehler gemacht. In dieser Hinsicht gibt es also keine Zweifel."

Beim Belgien GP standen Hamilton und Russell zum ersten Mal gemeinsam auf dem Podium - Foto: LAT Images

Hinzu komme, dass Russell vor seiner Zeit als F1-Stammpilot häufig mit Mercedes an der Strecke war. "Es gibt immer eine Unbekannte, wenn du neu mit jemandem startest. Es braucht Zeit. Auch ein neuer Ingenieur und ein neuer Mechaniker brauchen Zeit. George war mit uns aber schon an der Strecke und hatte mit dem Team schon ein Rennen. Er hat schon mit Valtteri und mit mir gearbeitet. Er kennt das Umfeld gut."

Dadurch könnte Aufstieg Russells sowohl dem 23-Jährigen als auch dem Team vergleichsweise leicht fallen, glaubt Hamilton: "Brite zu sein hilft natürlich bei der Kommunikation. Wir haben im Team eine unglaubliche Moral, wie wir mit beiden Fahrern umgehen. Wir sind so viel besser vorbereitet als in vergangenen Jahren. Ich mache mir also keine Sorgen."

Bottas der Schlüssel bei Weltmeisterschaften

Hamilton macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass er Bottas in der Mercedes-Box gerne neben sich hat. Mit Russell möchte er sich noch nicht zu sehr auseinandersetzen: "Mein Fokus liegt jetzt darauf, dass Valtteri und ich einen Job zu erledigen haben. Ich bin stolz darauf, mit ihm zu arbeiten. Valtteri ist ein netter Kerl, deshalb ist der Respekt zwischen uns vorhanden. Er gibt niemals auf und pusht immer weiter."

Nach Ansicht des Briten habe Bottas in den vergangenen Jahren eine Schlüsselrolle gespielt: "Er hat mir dabei geholfen, mit dem Team diese Weltmeisterschaften zu holen. Das hätte ich ohne ihn nicht machen können. Wir haben ein Team, dass dich sehr unterstützt, auch Valtteri. Niemand von uns kann die Konstrukteurs-Meisterschaft alleine gewinnen."


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