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Formel 1

Formel 1 Belgien: Qualifying-Crash ein Grund für GP-Farce

Formel-1-Renndirektor Michael Masi übt nach dem Belgien-GP Selbstkritik. Die Q3-Session bei der Lando Norris crashte hätte nicht gestartet werden dürfen.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Das Wetter machte das Formel-1-Wochenende in Belgien zu einer Farce. Doch nicht nur das Rennen in Spa-Francorchamps sorgte für scharfe Kritik. Bereits im Qualifying hatte eine Entscheidung der Stewards harte Konsequenzen und führte zu einem Highspeed-Unfall von Lando Norris. Rennleiter Michael Masi erklärt: Unter anderem deshalb war man beim Grand Prix am Sonntag vorsichtiger und gab das Rennen nicht frei.

Masi entschuldigt sich: Zurückblickend die falsche Entscheidung

Lando Norris war in Q3 bei plötzlich aufkommenden starken Regenfällen als erster auf die Strecke gegangen und verlor sein Heck in Eau Rouge. Das führte zu einem harten Einschlag in den Reifenstapel hinter der berüchtigten Highspeed-Kurve, die an diesem Wochenende bereits vorher für einen schweren Unfall im Rahmenprogramm gesorgt hatte.

"Der Blick zurück ist eine großartige Sache. Nachdem, was mir die Fahrer letzte Nacht über die Bedingungen gesagt haben, hätten wir wohl nicht gestartet", gab Masi gegenüber Motorsport-Magazin.com zu. Vor der Session hätte ihm allerdings noch das richtige Feedback gefehlt, um zu dieser Entscheidung zu gelangen.

Rote Flagge in Spa: Erst nach dem Qualifying-Unfall von Lando Norris kam es zu einem Abbruch. - Foto: LAT Images

"Jede Strecke reagiert anders auf Wasser und die Reifen reagieren auch anders. Wir müssen das alles nach unserem Ermessen einschätzen", verteidigte sich der Rennleiter. "Man lernt von allem und man lernt jeden Tag. Die Fahrer haben mir gestern eine gute Referenz gegeben dazu, was machbar ist und was nicht.

Keine Startfreigabe wegen Fahrer-Feedback

Die Auswirkungen dieser Informationen zeigten sich dann am Sonntag. Entsprechend dem Feedback vieler Fahrer wurde das Rennen nicht wie geplant nach zwei Einführungsrunden aufgenommen sondern nach hinten verschoben und auch nach dem offiziellen Rennstart hinter dem Safety Car um 18.17 Uhr kam es zu keiner Freigabe.

Masi sagte: "Aus diesem Grund fördern wir auch - wie schon in der Vergangenheit - zusätzliche Formationsrunden, damit die Fahrer uns mehr Feedback geben können. So haben wir das schon in Hockenheim 2019 und letztes Jahr in der Türkei gehandhabt. Nur so können wir zu diesem Zeitpunkt das richtige Feedback erhalten, was wir machen und nicht machen können."

Vettel vor Norris-Unfall: Zu viel Wasser auf der Strecke

Bereits vor dem Unfall von Norris ließen einige Fahrer am Boxenfunk ihrer Kritik freien Lauf. Sebastian Vettel etwa hatte seinem Team mitgeteilt: "Rote Flagge! Es steht zu viel Wasser auf der Strecke." Erst nach dem Crash des McLaren-Pilot kam es zum Abbruch der Session. "Was zur Hölle habe ich gesagt? Das war unnötig", fühlte sich Vettel anschließend bestätigt. Bereits am Samstag berichtete der vierfache Weltmeister von einem Gespräch mit Michael Masi zu diesem Thema.


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