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Formel 1

Formel 1, Chaos trübt Russell-Freude nicht: Spielt keine Rolle

George Russell feierte im Spa-Chaos mit P2 sein erstes Formel-1-Podium. Dass er dafür kaum fuhr, ist ihm egal. Podium ist Podium. Gutes Qualifying belohnt.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - George Russell hat es geschafft. Der Williams-Pilot durfte in Spa zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere vom Podium jubeln, holte hinter Max Verstappen und vor Lewis Hamilton den zweiten Platz. Nur: Offiziell wurde in einem verregneten Chaos-GP über drei Stunden gewartet, nur eine Runde hinter dem Safety Car gefahren, und es gibt nur halbe Punkte.

"Natürlich ist das nicht die Art, wie ich mein erstes Podium holen wollte. Es ist ein bisschen ein seltsames Gefühl, es so zu schaffen", gesteht Russell. Am Ende des Tages ist ein Podium für ihn aber ein Podium: "Wir wurden für unseren fantastischen Job von gestern belohnt." Dass das Rennen praktisch nicht gefahren wurde, trübt zumindest die Freude nicht.

Russell von Spa-Chaos unbeeindruckt

"Für uns - wir stehen auf diesem Podium, da spielt es nicht wirklich eine Rolle, wie wir das geschafft haben", hält Russell nach dem Rennen fest. "Auf diesem Podium zu stehen ist ein gigantisches Ergebnis für uns. Wenn man daran denkt, dass wir drei Jahre in Serie auf dem letzten Platz der Hersteller-WM landeten. Und dann dieses Wochenende. Wir qualifizieren uns für die erste Reihe und stehen auf dem Podium."

George Russell fuhr die eine gewertete Spa-Runde auf dem zweiten Platz - reicht für ein Podium - Foto: LAT Images

Russells herausragende Samstags-Performance, die ihn überhaupt erst in diese Position brachte, kann man ihm schließlich nur schwer absprechen. Im Regen holte er sich den zweiten Platz, wurde nur von Max Verstappen geschlagen: "Wir werden nicht oft für großartige Qualifyings belohnt, aber heute war das absolut der Fall."

Samstags-Spezialist Russell beeindruckte in seiner Karriere schon oft im Qualifying, nur um dann im Rennen wieder zurückzufallen. Dass er den zweiten Platz in einem echten Rennen hätte halten können, war mehr als unrealistisch, das wussten auch er und das Team. Aber das Ergebnis zählt, der P2 ist jetzt in der Wertung.

Nur mit den Fans fühlt Russell: "Es ist so schade für alle zuhause und für die ganzen Fans hier. Aber sogar für mich auf Platz zwei hinter Max, sobald es über 200 km/h ging, konnte ich nichts sehen. Ich hätte auch meine Augen schließen können."

Russell: Williams verdient dieses Ergebnis

Für Williams ist es das erste Podium seit 2017. "Mein ganzes Team verdient es, da gab es so viel harte Arbeit über die letzten paar Jahre und nie wirklich was zum Herzeigen", zollt Russell Tribut. "Aber wir haben es gestern perfekt erwischt, und jetzt sind wir hier, und stehen auf dem Podium."

Williams verhilft das in der Konstrukteurs-WM nun zu ganzen 20 Punkten. Die Lücke zu den Verfolgern von Haas und Alfa Romeo wächst immer weiter. "Ich glaube, die Punkte von Ungarn hätten wohl schon für P8 in der WM gereicht, aber das nimmt jetzt noch mehr Druck weg", schätzt Russell. "Dass du rausgehst und alles riskierst und ein paar extreme Dinge probierst, um zu schauen, ob du mehr lernen kannst. Weil es gibt keinen Grund, warum wir nicht mehr Punkte holen können."


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