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Formel 1 - Wolff schlägt Alarm: Größte Mercedes-Krise seit 2012

In der Formel-1-Saison 2013 übernahm Toto Wolff den Teamchef-Posten von Mercedes. Er sagt: Die letzten beiden Rennen waren die härtesten seiner Laufbahn.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Statistik von Mercedes in der Hybrid-Ära der Königsklasse sucht in der Historie des Sports ihresgleichen. Sieben Mal in Serie sammelten die Silberpfeile den Fahrer- sowie den Konstrukteurs-Titel. Somit hat das Team insgesamt 14 Weltmeisterschaften in Serie gesammelt.

Mercedes: Pleiten, Pech und Pannen in Monaco und Baku

Doch in den letzten beiden Wochen reihte sich bei Lewis Hamilton und Valtteri Bottas eine Panne an die andere: Im Fürstentum ging der Boxenstopp des Finnen komplett daneben, während Hamilton das ganze Wochenende nicht in den gewohnten Sphären unterwegs war. In Baku war es dann andersherum: Bottas fand keine Pace, während Hamilton im Kampf um den Sieg beim letzten Restart ein Missgeschick unterlief.

Toto Wolff schreckt in seiner Analyse nach den ersten beiden Stadtkurs-Rennen der Saison nicht vor negativen Superlativen zurück. "Das waren die schwersten Wochen, die ich als Teamchef erlebt habe", behauptete der Österreicher.

Mercedes: Seit 2012 nicht mehr so schlecht

Die Statistik gibt ihm recht. Seit 2013 kam es bei Mercedes nicht mehr vor, dass das Team an zwei aufeinanderfolgenden Rennwochenenden kein Podium geholt hatte. Eine so geringe Punkteausbeute von lediglich sieben Zählern innerhalb von zwei Rennen gab es seitdem Wolff im Januar 2013 sein Amt übernahm, überhaupt noch nie.

Ein einzelner Grund, warum Mercedes nicht so viele Punkte wie üblich sammelt, ist nicht auszumachen. Vielmehr stört Wolff die Breite an Fehlern, die das Team in den letzten Wochen eingestreut hat. "Wir hatten in Monaco nicht die Performance und dann bei Valtteri einen Boxenstopp zu machen, der 36 Stunden dauert, entspricht nicht unseren Standards", so Wolff.

Verstappen-Ausfall: Mercedes-Glück im Titelkampf

Ein weiteres Novum in der Dominanz-Ära von Mercedes ist, dass der Rennstall aus Brackley einen Nuller geschrieben hat, obwohl beide Fahrer die Ziellinie überquerten. Nach Spanien 2016 und Österreich 2018 ist es erst das dritte Mal überhaupt in Wolffs Amtszeit, dass Mercedes leer ausgeht.

Immerhin: Mercedes ließ die Punkte auf zwei Strecken liegen, an denen sich das Team keine großen Chancen gegen Red Bull ausrechnete und im Falle von Baku hielt sich der Schaden in der Fahrer-WM aufgrund des Reifenplatzers von Max Verstappen in Grenzen. Doch eine Ausrede für die Mercedes-Misere der letzten beiden Rennen soll das nicht sein. "Wir dürfen uns nicht weiter solche Wochenenden leisten, wie in Monaco", hatte Wolff bereits am Samstag vor dem Grand Prix die Marschroute ausgegeben. Eine Ansage, deren Umsetzung gehörig schiefging.

Wolff: Reifentemperatur das Problem

Um im Titelkampf zu bestehen, fordert Wolff von seiner Mannschaft auch Lösungen zu den bestehenden Problemen am Mercedes W12. In erster Linie hatte das Team zuletzt mit der Reifentemperatur Probleme. Im Vergleich zur Konkurrenz dauert es beim Mercedes deutlich länger, bis die Pneus in das richtige Temperaturfenster kommen.

"Es ist nicht akzeptabel, dass wir das Auto nach dem Start oder nach einem Boxenstopp nicht in eine Position bekommen, in der es performen kann. Wir verlieren Sekunde um Sekunde bis das Auto im Fenster ist."

Ob sich für dieses Problem schnell eine Lösung finden lässt, wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls ist mit einer Fortsetzung der Schwächephase des Weltmeister-Teams nicht zu rechnen. Beim Großen Preis von Frankreich am nächsten Wochenende kehrt die Königsklasse wieder auf einen klassischen Rundkurs zurück. Auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet gingen Lewis Hamilton und Mercedes in beiden Rennen seit der Rückkehr der Königsklasse nach Frankreich als Sieger hervor.


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