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Formel 1

Mick Schumacher: Befreiungsschlag nach Debakel-Wochenende

Mazepin überholt, Pace gesteigert. Mick Schumacher hält sich im Monaco-Rennen schadlos. Motorprobleme bremsen aber den Haas-Piloten und kosten ihm P17.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Mick Schumacher musste bei seinem ersten Formel-1-Wochenende in Monaco kräftig Lehrgeld zahlen. Der Haas-Fahrer verunfallte zweimal: Bereits am Donnerstag erwischte ihn auf dem anspruchsvollen Kurs von Monte Carlo. Am Samstag folgte dann der folgenschwerere Einschlag, als er seinen Haas VF-21 in der Casino-Kurve in der Bande versenkte und deshalb das Qualifying auslassen musste.

Runde 1: Schumacher überholt Mazepin

Doch ausgerechnet im Rennen konnte Schumacher den Spieß umdrehen und lieferte eine anständige Leistung ab. Mehr als das sogar: In Runde 1 setzte er in der Haarnadel alles auf eine Karte und manövrierte sich innen an Nikita Mazepin vorbei. "Es war etwas enger als geplant, da sich Nikita im letzten Moment noch bewegt hat", beschrieb der Deutsche die Aktion. Es sollte das einzige echte Überholmanöver des Rennens bleiben.

Von da an bestätigte der Formel-2-Champion, warum er in den ersten vier Saisonrennen dem Russen immer klar in Schach halten konnte. Denn Schumacher setze sich zunehmend von Mazepin ab. Abgesehen von den beiden Teamkollegen gab es allerdings keinen Fahrer, der sich auch nur annähernd in Reichweite des Haas-Duos befand, das abgeschlagen auf den letzten beiden Positionen unterwegs war.

Schumacher sauft Motor ab

Doch die Pechsträhne des Mick Schumacher setzte sich fort. Circa zur Hälfte des Rennens vermeldete Haas einen Leistungsverlust am Wagen mit der Nummer 47. "Irgendwas mit den blauen Flaggen hat dem Benzin oder der Benzinpumpe nicht gutgetan und es hat ein paar Runden gedauert bis wir das herausgefunden haben und es beheben konnten", erklärte Schumacher gegenüber Motorsport-Magazin.com kurz seine Probleme.

Die längere Version, die Schumacher mitteilte, lautete folgendermaßen: Bei langsamer Fahrt wurde mehr Benzin in den Tank eingeführt, als dieser verbrennen konte. Dadurch funktionierte der Motor nicht mehr ordnungsgemäß. Das war zumindest der erste Erklärungsansatz. Der Haas-Pilot verwies aber darauf, dass man das Problem noch genauer untersuchen müsse.

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Haas-Teamorder zugunsten von Mazepin

Bis Haas das Problem durch veränderte Lenkrad-Einstellungen in den Griff bekam, hatte der Sohn von Michael Schumacher bereits viel Zeit verloren und musste nach einer dahingehenden Teamanweisung Nikita Mazepin vorbeiziehen lassen.

Auf den folgenden Runden war die Pace aber wieder da. "Wir waren sogar schneller als vorher", freute sich Schumacher. Mazepin konnte diese Pace abermals nicht mitgehen, doch Mick Schumacher fand keinen Weg mehr vorbei. Ein zweiter Positionstausch, den er am Funk beantragte, wurde vom Team abgelehnt. "Im Endeffekt macht die Endplatzierung auch keinen großen Unterschied. Iich glaube, dass unsere Zeiten und Performance für uns alleine sprechen können", sagte Schumacher mit Blick auf Mazepin.

Im Ziel trennten Schumacher nur 1,5 Sekunden von seinem Stallrivalen, der damit diesen einsamen Kampf um P17 für sich entschied. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Formel-2-Aufsteiger auf dem 3,337-Kiolometer langen Kurs bereits dreimal überrundet worden. Zum Vergleich: Tsunoda auf P16 fehlte nur eine Runde auf Sieger Max Verstappen.

Hoffnung für Baku

Die Endbilanz des Formel-1-Wochenendes im Fürstentum an der Cote d'Azur fällt für Mick Schumacher ernüchternd aus: Zwei Unfälle, zudem wurde er erstmals in dieser Saison im Teamduell besiegt - sowohl im Qualifying als auch im Rennen. "Es war mein schwierigstes Formel-1-Wochenende" stimmte der Haas-Pilot zu.

Doch er will auch positives aus Monaco mitnehmen. "Es ist eines der Wochenenden, die am meisten Spaß gemacht haben. Es ist sehr intensiv auf diesem hohen Level konstant zu fahren und keinen Fehler zu machen". Mit Verweis auf Platz 14 in FP3 meinte Schumacher: "Wir waren von den Zeiten gut dabei und ich glaube dass wir natürlich alles positive nach Baku mitnehmen können, wo wir hoffentlich ein bisschen näher am Mittelfeld dran sind."


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