Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1: Mischt sich jetzt Nikita Mazepins reicher Vater ein?

Nikita Mazepin fährt in der Formel-1-Saison 2021 klar hinterher. Ralf Schumacher hatte mehr erwartet und glaubt, dass nun Vater Dmitry bei Haas eingreift.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Nikita Mazepin gilt nach nur vier Rennwochenenden in der Formel 1 längst als angezählt. Kritik oder Beschwerden von anderen Teams und Fahrerkollegen reißen genauso wenig ab wie aus den Sozialen Medien. Dort steht der Russe seit seiner Grapsch-Affäre im vergangenen Jahr ohnehin am Pranger.

So viele Fahrfehler und Dreher wie noch an den ersten beiden Rennwochenenden leistet sich Mazepin inzwischen zwar nicht mehr, selbst in Monaco blieb der 22-Jährige am Trainingsfreitag unauffällig. Doch die Pace Mazepins lässt zu wünschen übrig. Genauso seine Übersicht. Noch immer steht er anderen Fahrern im Weg, zuletzt Lando Norris in Barcelona. Einzig im Training in Monte Carlo zeigte der Haas-Pilot nun zumindest ein wenig auf, blieb nicht nur sauber, sondern fuhr immerhin auch neun Tausendstel schneller als Mick Schumacher.

Ralf Schumacher: Mazepin ein super Racer - eigentlich

Zuvor sah das allerdings ganz anders aus. Weniger Fehler schien sich Mazepin mit schlechterer Pace zu erkaufen. In Spanien fehlten dem Russen im Rennen rund 50 Sekunden auf Schumacher, in Portugal war es sogar mehr als eine Minute. „Er war stets bemüht“, witzelt da Ralf Schumacher bei Sky Sport F1.

Eigentlich hatte der Bruder von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher mehr erwartet. „Den Speed hat er. Er ist ein super Racer, das hat er in der Formel 2 auch bewiesen“, erinnert Schumacher. „Aber irgendwie - und das meine ich jetzt gar nicht böse - ist da von Anfang an eine Sicherung durchgebrannt, weil er ja mehr neben als auf der Strecke war.“

Schumacher: Haas muss Mazepin mental abfangen

Die öffentliche Kritik auf Social Media habe da sicher nicht geholfen. „Da hat man mit ihm ja alles mögliche im Netz angefangen. Jetzt auch wieder“, sagt Schumacher. So gingen vor dem Monaco-GP etwa diverse Clips umher, die einen über Monaco hinwegfliegenden Mazepin zeigten - nach einem Fehler in der Hafenschikane. Lange zuvor waren bereits Counter für seine Dreher programmiert worden, die man zuletzt aus Zeiten Pastor Maldonados kannte.

Das alles werde Mazepin nicht gerecht, findet Schumacher. Eigentlich habe der Russe mehr drauf. Für Schumacher versteckt ein mentales Problem das wahre Leistungsvermögen des Russen. „Ich glaube, dass man da jetzt im Hintergrund versucht, ihn mental abzufangen“, sagt Schumacher.

Schumacher: Vater Mazepin ‚sehr auffällig’ unterwegs

Dennoch müsse man nun die Leistung selbst bewerten. „Klar ist er in Barcelona angekommen, aber er ist über 40 Sekunden hinter Mick angekommen. Bei aller Liebe, das ist schon eine Welt. Da haben die ja fast schon im Fahrerlager zusammengepackt und dann kam er erst! Das ist natürlich schon viel. Das muss man so sagen. Das wird schon an ihm nagen, denn so viel langsamer ist er nicht“, sagt Schumacher.

Das würde auch seinem Vater nicht gefallen. Dmitry Mazepin, ein russischer Milliardär, fungiert 2021 mit seinem Unternehmen Uralkali als Hauptsponsor bei Haas F1. Diese Millionen hielten Haas mitunter in der Formel 1 und beförderten Mazepin Junior in das zweite Cockpit neben Schumacher. Eine gewisse Einflussnahme auf das Team ist daher mindestens vorstellbar. Zuletzt tauchte Vater Mazepin in Barcelona persönlich im Fahrerlager auf. „Und ich finde das erste Mal sehr auffällig“, sagt Schumacher

„Da wird bald was passieren“

„Der findet sich natürlich überhaupt nicht mit der Situation ab und hat sich das ganz anders vorgestellt“, ergänzt der ehemalige F1-Pilot. „Ich glaube auch fast, dass da im Team bald mal was passieren wird, weil da der Vater sich da ein bisschen was anderes für seinen Sohn vorstellt.“

Was genau er damit meint, lässt Schumacher offen. Passiert ist in Monaco nun zumindest eine neue Philosophie bei Haas. Zum Trainingsauftakt ließ man Mazepin gleich einmal auf den weichen Reifen fahren. Die sparen sich die Teams wegen des geringen Verschleißes gerade in Monte Carlo eigentlich gerne für Qualifying und Rennen auf. Für Mazepin sei allerdings ein anderer Ansatz wertvoller, so Günther Steiner. „Wir haben aus Barcelona gelernt. Da hat Nikita auf den harten Reifen zu Beginn so viel Vertrauen in sein Auto verloren. Danach hat es ziemlich lange gedauert, bis es wieder da war“, erklärt der Teamchef.

Mazepin: Kritik auf Instagram bekomme ich nicht mit

Die öffentliche Kritik müsse Mazepin ausblenden. „Es gibt immer mehr Nein-Sager als Ja-Sager. Es geht nicht darum, wie du fällst, es geht darum, wie du wieder aufstehst“, sagt Steiner. Mazepin selbst gibt an, das alles ohnehin kaum mitzubekommen. „Dafür müsstest du die Sozialen Medien aktiv nutzen - und das tue ich selten“, sagt der 22-Jährige. Die Kritik laufe also ohnehin ins Leere.

„Ich schaue mir nur ein paar Sachen über Sport an oder den Account der Formel 1. Aber ich sehe nicht wirklich, was die Leute schreiben. Das bekomme ich am Rennwochenende überhaupt nicht mit, denn da nutze ich mein Telefon nur, um mit dem Team zu kommunizieren.“


Weitere Inhalte: