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Formel 1

Haas-Teamchef Steiner: Mazepin-Durchbruch etwas überraschend

Nikita Mazepin konnte Mick Schumacher am Donnerstag im Formel-1-Training zum Monaco GP hinter sich lassen. Woher kommt sein plötzlicher Aufschwung?
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Nach vielen schwierigen Rennwochenenden gelang Nikita Mazepin am Donnerstag des Großen Preises von Monaco der erste kleine Durchbruch. Der unter viel Kritik stehende Russe konnte seinen Teamkollegen Mick Schumacher in der Zeitentabelle des ersten und zweiten Freien Trainings hinter sich halten und blieb am Donnerstag auf den engen Straßen Monacos fehlerfrei.

Auch für Haas-Teamchef Günther Steiner ist dieser plötzliche Aufschwung seines Schützlings eine kleine Überraschung. Mazepin selbst zeigt sich erleichtert und führt seine Leistungssteigerung darauf zurück, am Donnerstag mehr Vertrauen in seinen Boliden gehabt zu haben. Um das zu ermöglichen, hat Haas aus den Fehlern des vergangenen Grands Prix in Barcelona gelernt.

Nikita Mazepin fühlt sich in Monaco wohl

Nach den ersten beiden Freien Trainings wirkte Nikita Mazepin so, als wäre ihm eine Last von den Schultern gefallen. "Angesichts des bisherigen Saisonverlaufs mag es vielleicht etwas überraschend sein, das zu sagen, aber ich hatte so viel Spaß im Auto. Es hat sich sogar wie ein freier Tag angefühlt - es war einfach cool zu fahren", gewährt der Russe einen kleinen Einblick in seine Gefühlswelt. "Das Team hat einen fantastischen Job gemacht, nach einem schwierigen Wochenende in Barcelona so hier her zu kommen."

Auch Günther Steiner zeigt sich glücklich über die Leistung seines Piloten. Für ihn sei die Verbesserung ebenfalls etwas unerwartet gekommen: "Vielleicht ist das Ergebnis ein bisschen überraschend, aber schließlich lernt auch er mit der Zeit dazu. Es ist jetzt sein fünftes Rennwochenende und er fängt an, sich mehr und mehr an das Ganze zu gewöhnen."

Bei diesem Prozess habe sich laut Steiner aber auch bezahlt gemacht, beide Fahrer am Donnerstag zu Beginn mit der weichsten Reifenmischung auf die Strecke zu schicken. "Wir haben aus Barcelona gelernt. Da hat Nikita auf den harten Reifen zu Beginn so viel Vertrauen in sein Auto verloren. Danach hat es ziemlich lange gedauert, bis es wieder da war", lässt Steiner durchblicken. Die richtige Entscheidung, wie sich in den ersten Trainingssessions offenbarte, zumal Mazepin in der bisherigen Saison vor allem mit dem unruhigen Heck des VF-21 zu kämpfen hatte.

Günther Steiner: Mazepin verbessert sich 'Runde für Runde'

Günther Steiner ist aber generell zufrieden mit der Arbeit des Rookies: "Am Anfang der Saison hat er auch einen guten Job gemacht und nichts getan, was er nicht tun sollte. Er hat sich Runde für Runde verbessert. Er hat natürlich noch etwas Arbeit vor sich, er ist im Moment aber auf dem richtigen Weg", hält Steiner fest.

Mazepin hatte am Donnerstag mehr Vertrauen in seinen Haas-Boliden - Foto: LAT Images

Der gelungene Auftakt des Monaco GPs sei zudem der daraus resultierende erste kleine Höhepunkt in einer schwierigen Saison: "Ich weiß zwar noch nicht genau, woher die Verbesserung im Detail kommt. Er ist jetzt aber am glücklichsten seit seinem Eintritt in die Formel 1."

Für das restliche Wochenende wird aber nicht nur das gewonnene Vertrauen eine entscheidende Rolle spielen. Auch das restliche Team muss einen guten Job machen, damit sowohl Mazepin als auch Schumacher ihr Bestmögliches auf den Straßenschluchten Monacos geben können. "Wir müssen ihnen eine saubere Runde ohne Verkehr geben, denn sobald du von anderen Fahrern aufgehalten wirst, ist die Runde zerstört", so Steiner.


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