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Formel 1, Red Bull fordert Mercedes heraus: Können noch mehr

Max Verstappen traut der Bahrain-Bestzeit nicht. Red Bull im Qualifying auf Level? Helmut Marko rechnet noch mit Mercedes - und verspricht mehr Honda-Power.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen eröffnete die Formel-1-Saison 2021 am Freitag in Bahrain mit zwei Bestzeiten. Red Bull wird die Favoritenrolle für das erste Rennen damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Qualifying zuteil. Der Herausforderer von Weltmeister Mercedes ist optimistisch und hat sogar noch mehr Performance in der Hinterhand. Gleichzeitig wird vom Titelverteidiger einmal mehr ein Bluff erwartet.

"Wir werden sehen, wie weit sie aufdrehen können", so Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Lewis Hamilton beendete das repräsentative 2. Freie Training unter Flutlicht als Dritter mit zweieinhalb Zehntelsekunden Rückstand auf Verstappen. Der Niederländer markierte auf den Performance-Runs mit dem Soft-Reifen in 1:30.847 die Bestzeit.

Der 23-Jährige setzte bereits bei den Wintertestfahrten mit der absoluten Bestzeit ein Ausrufezeichen. Seitdem wird ihm die Favoritenrolle von der Konkurrenz regelrecht aufgezwungen. Doch auch nach diesem erfolgreichen Freitag will er davon nichts wissen: "Ich bin ziemlich glücklich mit dem Start ins Wochenende, aber morgen ist ein neuer Tag und wir müssen sehen, ob wir es auch im Qualifying bringen, wenn es zählt."

Red Bull selbstsicher: Im Qualifying geht noch mehr

Wenn es zählt rechnet Marko zwar auch mit Mercedes, doch auch sein Team hat am Freitag noch nicht alles gezeigt. "Wir können auch noch ein bisschen", sagt der Österreicher mit Blick auf den Qualifying-Modus von Hondas Power Unit. Die Japaner haben ihre ursprünglich für 2022 geplante Entwicklungsstufe extra für die Offensive gegen Mercedes ein ganzes Jahr vorgezogen. "Wir hoffen schon, dass wir auf einem ähnlichen Niveau sind."

Zwischen Verstappen und Hamilton drängelte sich ein an der Spitze des Feldes seltener Gast. Lando Norris verlor im McLaren-Mercedes nur eine Zehntelsekunde auf Verstappen, nachdem er schon im FP1 mit Platz drei für Aufsehen gesorgt hatte. "Ich glaube nicht, dass alle mit gleich viel Sprit gefahren sind", streicht Marko den Briten kurzerhand wieder von der Rechnung.

Marko hat nur Hamilton auf der Rechnung

Er erwartet einzig vom Titelverteidiger ernstzunehmende Konkurrenz: "Es wird mit Mercedes, oder mit Hamilton, sehr eng." Der siebenmalige Weltmeister gab mit starken Longrun-Zeichen trotz der vielzitierten Mercedes-Krise ein Lebenszeichen von sich. Doch auch hier will Red Bull noch Luft nach oben haben.

"Der Verstappen hing hinter dem Ricciardo fest. Wir sind auf dem Longrun optimistisch", so Marko. Darüber hinaus ist er sich im Kampf gegen Mercedes, anders als in der Vergangenheit, auch der Unterstützung seines zweiten Fahrers sicher. Sergio Perez erfüllte die Erwartungen.

Zwar lag Perez auf dem Zeitenmonitor im zweiten Training über sechs Zehntelsekunden hinter Verstappen und wurde nur auf Position zehn geführt, doch der am Sonntag traditionell starke Mexikaner unterstrich einmal mehr seine Qualitäten. "Auf dem Longrun war er mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau wie Verstappen", lobt Marko den Neuzguang.


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