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Formel 1

Mick Schumacher vor Formel-1-Debüt: Keine Dummheiten, aber...

Beim Bahrain GP 2021 fährt Mick Schumacher seinen ersten Formel 1 Grand Prix. Der F2-Champion über Nervosität, Qualifying-Schwäche und Crash-Risiko.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Am Wochenende ist es so weit: Mick Schumacher wird zum ersten Mal bei einem Grand Prix in der Startaufstellung stehen. Fast 30 Jahre nach dem Formel-1-Debüt von Vater Michael wird Mick Schumacher beim Bahrain GP 2021 für Haas starten.

Wunder sind dabei nicht zu erwarten: Realistisch betrachtet geht es für Haas lediglich darum, die Rote Laterne nicht von Williams zu übernehmen. Der US-amerikanische Rennstall hat für die Fahrzeugentwicklung kaum Geld ausgegeben und wird abgesehen von kleineren Teilen in Imola die ganze Saison über keinerlei Updates bringen.

Auch die Vorbereitung von Mick Schumacher lief nicht ganz rund: Den ersten von lediglich drei Testtagen verbrachte er mit technischen Problemen überwiegend in der Garage. Trotz der kleineren Probleme zu Beginn und der kürzesten Saisonvorbereitung der Formel-1-Geschichte strotzt der 22-Jährige nur so von Zuversicht.

Schumacher: Vollkommen bereit für Formel-1-Debüt

"Ich fühle mich vollkommen bereit", so Schumacher. "Die Vorfreude überschattet alles, was an Nervosität da sein könnte." Auch für die komplexen Prozedere in der Formel 1 wie Boxenstopps, Start und Co. fühlt er sich ausreichend vorbereitet. Nur einen Wunsch hat der amtierende Formel-2-Champion: "Mehr fahren! Aber leider geht das nicht, es ist dasselbe für alle anderen."

Druck macht sich der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher für das Debüt nicht: "Ich muss nicht alles jetzt sofort lernen. Ich muss schauen, was am wichtigsten ist. Das ändert sich von Session zu Session."

Debüts hatte Schumacher nun schon einige in der Formel 1: Die erste Ausfahrt in einem historischen Fahrzeug, die erste Teilnahme an einem offiziellen Test, die erste Teilnahme an einer Trainingssitzung.

In Bahrain aber wird er erstmals an einem kompletten Rennwochenende teilnehmen. "Ich muss verstehen, wie so ein Wochenende funktioniert, wenn es mehr Sessions gibt, die sich zu einem Event aufbauen", erklärt Schumacher.

Nicht nur in der Formel 1 ist das Neuland für den Rookie, generell im Motorsport sind drei Trainingssessions vor dem Qualifying eine Seltenheit. In der Formel 2 gab es nur eine Trainingssitzung vor dem Qualifying.

No risk, no fun: Schumacher hält sich nicht zurück

Etwas Optimierungsbedarf gibt es für Schumacher noch im Qualifying, wo er in der Formel 2 nicht restlos überzeugen konnte. Dort allerdings war die Startposition nicht so entscheidend. "Die Punkte gibt es im Rennen", betonte Schumacher stets. Das gilt auch in der Formel 1, aber das Qualifying ist deutlich wichtiger.

Hier sieht Schumacher durchaus auch noch Potential: "Der Unterschied von den C3- auf die C4-Reifen ist kleiner als ich das von der Formel 2 gewöhnt bin. Ich muss das Limit darauf noch lernen, damit ich dann 100 Prozent aus diesen Reifen heraushole."

Im Rennen geht es dann für den Rookie hauptsächlich darum, ins Ziel zu kommen und viele Runden abzuspulen, um möglichst viel zu lernen. Geht Schumacher deshalb jedem Risiko aus dem Weg? "Letztes Jahr in der Formel 2 lag ich auf Titelkurs, da bin ich es anders angegangen. Es ist wichtig, das Rennen zu Ende zu fahren. Ich werde keine Dummheiten machen, aber wenn es passiert, passiert es. Ich werde aber nicht super aggressiv sein."


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