Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Große Ziele bei Vettel-Team: Aston Martin will Formel-1-Titel

Innerhalb von fünf Jahren will Aston Martin nach der Weltmeisterschaft greifen. Warum das Team von Sebastian Vettel und Lance Stroll an den F1-Titel glaubt.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Zielsetzungen der Formel-1-Teams bei den Fahrzeug-Vorstellungen vor der Saison 2021 ähneln sich immer wieder. Diese Saison will man ohne Leistungseinbußen mitnehmen, dafür will man im 2022 unter den neuen Regeln voll angreifen.

Bereits Alpine unterstrich gestern seine WM-Ambitionen für die neue Regel-Generation. Heute zog Aston Martin nach. Beim Team von Lawrence Stroll gab es eine ähnliche Ansage: In spätestens fünf Jahren will das ehemalige Racing-Point-Team um die Formel-1-Meisterschaft kämpfen.

Investitionen in die Zukunft: WM-Angriff schon 2024?

2018 hatte das vorher notorisch unterfinanzierte Force-India-Team mit Lawrence Stroll einen Finanzier gefunden, der den Rennstall näher an die Spitze der Formel-1-Welt führen sollte. Mit dem als "pinken Mercedes" berühmt gewordenen Vorjahresboliden gelang ein großer Schritt in diese Richtung – wenn auch mit zweifelhaften Kopier-Methoden. Das Ende der Fahnenstange soll die vergangene Saison aber noch lange nicht gewesen sein.

Mit einem neuen Namen und zusätzlichen Finanzmitteln, soll der Aufstieg des neu getauften Teams noch weiter gehen. Aston Martin will nach der Regel-Revolution ab der Formel-1-Saison 2022 voll an der Spitze angreifen. Die Weltmeisterschaft ist das große Ziel.

Teamchef Otmar Szafnauer sagte dazu: "Wir bauen uns derzeit alle unter einem Dach die Infrastruktur auf, um uns die idealen Voraussetzungen für eine Zukunft zu schaffen, in der wir um die Weltmeisterschaft mitkämpfen können." Szafnauer spricht damit eine der Errungenschaften an, welche die neue Ära der britischen Luxusmarke einläuten soll: Die neue Fabrik in Silverstone. Derzeit befindet sich das Werk noch im Bau, 2022 soll es dann bezogen werden.

Entwürfe für die neue Fabrik von Aston Martin: Hier soll der WM-Angriff geplant werden. - Foto: Racing Point F1

Auch für den Titelangriff wurde bereits ein Fahrplan ausgegeben. Szafnauer sprach von einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren, in dem es mit dem Titelangriff funktionieren soll. Spätestens 2026 plant Aston Martin also ein titelfähiges Fahrzeug zu präsentieren.

Effizienz als Mittel zum Erfolg

Aufgrund des neu geschaffenen Budget Caps ist eine effiziente Ressourcennutzung von besonderer Wichtigkeit, um diesen Anspruch in die Tat umzusetzen. Das erkennt man auch bei Aston Martin an. "Wir werden uns damit beschäftigen, das Team in Zukunft so effizient wie möglich aufzustellen", kündigte der Technische Direktor Andrew Green an. Er dämpfte allerdings die kurzfristigen Erwartungen an den Rennstall: "Es wird nicht über Nacht passieren, aber mit den Regeländerungen und der Kostendeckelung werden wir herausfinden, wo wir im Vergleich zu den Top-Teams stehen."

In der Vergangenheit eilte Force India immer der Ruf voraus, aus den geringen finanziellen Möglichkeiten das meiste herauszuholen. Die kommenden Formel-1-Jahre werden zeigen, ob sich diese Eigenschaft des Teams auch als Aston Martin weiter fortsetzt und den Rennstall noch weiter nach vorne bringen kann.

Aston Martin: Formel-1-Diamant oder Rohrbruch?

Trotz der anstehenden Finanzreglementierung der Königsklasse, wächst der britische Rennstall zunehmend. Seit der Übernahme des Teams durch Lawrence Stroll wurde bei Aston Martin bereits fleißig investiert. Und das soll es noch nicht gewesen sein. Otmar Szafnauer schätze: "Wir planen noch weiter zu wachsen, nämlich um etwa 20 bis 25 Prozent."

Mit den zunehmenden Ressourcen im Team von Sebastian Vettel und Lance Stroll steigt auch der Druck, dementsprechend zu liefern. "Wir setzen uns immer selbst unter Druck, mit unseren Ressourcen auf dem höchsten Level unterwegs zu sein.", gestand Szafnauer. "Druck kann Diamanten formen, aber auch Leitungsrohre platzen lassen. Wir müssen sicherstellen, dass der Druck den Diamanten kreiert, nach dem wir suchen", meinte der Teamchef weiter.

Vorsichtige Ziele für Formel-1-Saison 2021

Die Erwartungen für den vierfachen Formel-1-Champion Sebastian Vettel und seinem Teamkollegen Lance Stroll ruhen auf der Zeit nach dem großen Regelumbruch der nächsten Saison. Für diese Saison hofft man zumindest auf eine Wiederholung der letztjährigen Resultate. Vier Podien standen am Ende des Jahres 2020 zu Buche, darunter ein Rennsieg. Platz 3 in der Meisterschaft wurde nur mit viel Pech und aufgrund einer Punktestrafe verpasst.

Die Teamführung bei Aston Martin mahnt zur Vorsicht. McLaren, Ferrari als auch Renault werden als gefährliche Gegner im Mittelfeld wahrgenommen. "Das Mittelfeld rückt zunehmend enger zusammen. Wir glauben nicht, dass Ferrari auf P6 bleiben wird. Auch McLaren und Renault mit Fernando Alonso werden nicht einfach zu besiegen sein. Es wird schwierig, an die Spitze des Mittelfelds zu kommen", machte Szafnauer auf die harte Konkurrenz aufmerksam.