Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Red Bull RB16B: Mercedes-Herausforderer zeigt neues F1-Auto

Red Bull stellt als erstes Top-Team das neue Formel-1-Auto für 2021 vor. Mercedes-Challenger von Max Verstappen & Sergio Perez vor Shakedown in Silverstone.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Red Bull wagte sich am Dienstag mit dem RB16B als erstes Top-Team mit seinem neuen Formel-1-Auto für 2021 aus der Deckung. Der Herausforderer von Mercedes präsentierte erste Studiofotos des Boliden von Max Verstappen und seinem neuen Teamkollegen Sergio Perez. Am morgigen Mittwoch soll ein Shakedown auf der Rennstrecke in Silverstone abgehalten werden. Dort wird zusätzlich Ersatzfahrer Alexander Albon einen RB15 pilotieren.

Der neueste Wurf von Designer-Legende Adrian Newey und seinen Ingenieuren wurde bereits im vergangenen Dezember als Weiterentwicklung des RB16 angekündigt. Die fortlaufende Typenbezeichnung RB17 wird 2021 aus diesem Grund übersprungen. Nach dem positiven Trend im Vorjahr soll die B-Version des letztjährigen Autos an Max Verstappens Sieg beim Finale in Abu Dhabi anknüpfen.

Während Rivale Mercedes 2020 das letzte Update des F1 W11 beim Belgien GP brachte, entwickelte Red Bull den RB16 bis zum Finale weiter. Das Team erhofft sich, bei der Evolution des Fahrzeugs von diesem Ansatz zu profitieren und so den Rückstand auf die seit sieben Jahren dominanten Weltmeister wettzumachen.

Gemäß dieser Marschroute in der Entwicklung wird der RB16B Red Bulls Launch-Slogan 'gleich aber anders' in allen Belangen gerecht. Das Design ist bis auf einen durch Perez an Bord gekommenen Sponsor identisch mit dem des Vorgängers. Die Konstruktion unterscheidet sich ebenso wenig von der des RB16. Einzig die aus Änderungen im Technischen Reglement resultierende Aerodynamik des Unterbodens kann auf den ersten Blick als Unterschied ausgemacht werden. Red Bull verweist für einem Großteil der Neuerungen unter das Karbonkleid.

Red Bull RB16B das letzte Aufgebot mit Honda

Der RB16B ist die letzte Offensive des Teams in der Partnerschaft mit Motorenlieferant Honda. Der japanische Automobilkonzern steigt zum Ende der Saison aus der Formel 1 aus. Red Bull wird die Technologie übernehmen und die Power Unit ab 2022 in Eigenregie einsetzen.

Für die Großoffensive 2021 haben die Japaner im Motorenwerk von Sakura eine neue Power Unit entwickelt, die ursprünglich erst 2022 kommen sollte. Im Zuge der Rücktrittsverkündigung wurden die zuvor verabschiedeten Zeitpläne über den Haufen geworfen und die für kommendes Jahr geplante Entwicklungsstufe vorgezogen. Red Bull spricht von einem 'maßgeblich überholten Biest', das Verstappen und Perez am Mittwoch erstmals entfesseln würden.

"Es war ein sehr enger Zeitplan, um diese Änderung umzusetzen, aber wir haben es geschafft, die Entwicklung und Vorbereitung vorzuziehen. Wir bei Honda dachten, dass wir unbedingt unser ganzes Know-How nutzen wollten, bevor wir den Sport verlassen", erklärte Hondas Technischer Direktor Toyoharu Tanabe.

Verstappen wurde 2020 mehrfach am Start von Zuverlässigkeitsproblemen heimgesucht, welche zum Verlust von Motorleistung führten. Der Niederländer machte seinem Unmut darüber vor allem in Mugello lautstark Luft, nachdem ihn die Probleme in eine Startkollision hineingezogen hatten.

Um sowohl das Leistungsdefizit gegenüber Mercedes als auch die Zuverlässigkeitsprobleme auszuräumen, hat Honda für 2021 den Verbrennungsmotor, den Turbolader und das ERS weitreichend überarbeitet. "Auf dem Dyno entsprachen die Zahlen unseren Erwartungen", so Tanabe hoffnungsvoll.

Red Bull bricht mit der Tradition: Perez statt Junior

Neben dem Vertrauen in die Weiterentwicklung von Chassis und Motor setzt Red Bull 2021 auf eine Fahrerpaarung, die es in dieser Form seit über einer Dekade nicht gab. Perez ist die erste externe Verpflichtung des Teams seit Mark Webber in der Saison 2007. Nach zwei gescheiterten Anläufen mit den Red-Bull-Junioren Pierre Gasly und Alexander Albon entschied sich die Teamführung, im Kampf gegen Mercedes der Routine eine Chance zu geben.

Teamleader Verstappen freut sich auf die Verstärkung im Team. "Checo ist ein guter Typ, ein guter Starter und ein guter Racer. Er ist intelligent. Ich denke, das ist es, was den Unterschied machen wird," so der Niederländer, der sich in den vergangenen Jahren häufig als Einzelkämpfer gegen das Mercedes-Duo sah: "Es geht mehr darum, ein zweites Auto dort vorne zu haben, welches das gesamte Rennen über ein bisschen Druck machen kann."

Perez blickt seiner Chance im Top-Team mit viel Elan entgegen. "Das ist eine neue Herausforderung, eine neue Möglichkeit, mir selbst zu beweisen, dass ich den nächsten Schritt machen kann", sagt der 30-Jährige, der vergangenen Dezember beim Sakhir GP seinen ersten F1-Sieg feierte. Mit Red Bull will er weitere Triumphe folgen lassen: "Sie haben die Infrastruktur, die Entwicklungsmöglichkeiten und sehr fähige Leute. Das ist sehr unterschiedlich zu den Teams, mit denen ich bislang gearbeitet habe."

Formel-1-Präsentationen 2021: Alle Termine & News

Nach dem kurzentschlossenen Launch von Red Bull folgt diesen Freitag bereits die nächste Präsentation. Ferrari hält am 26. Februar den ersten Teil seines aus zwei Parts bestehenden Events ab, welches am 10. März sein Finale erlebt. In der kommenden Woche enthüllen mit Mercedes, Alpine, Aston Martin und Williams gleich vier weitere Teams ihre Autos für 2021.


Weitere Inhalte: