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Formel 1

Formel 1, Albon verpasst Chance: Endstation Ersatzbank?

Alexander Albon nutzte das Chaos in Bahrain nicht für das dringend nötige Ausrufezeichen. Der Thailänder hadert. Red-Bull-Teamchef droht mit Ersatzbank.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Alexander Albon verpasste beim Sakhir GP eine Großchance, sich für einen neuen Vertrag bei Red Bull in der Formel-1-Saison 2021 zu empfehlen. Nach einem schwachen Qualifying wurde der Thailänder nur Sechster, obwohl das Mercedes-Duo und Teamkollege Max Verstappen durch Unfälle und Fehler hinter ihm landeten. Der Wackelkandidat im Hause Red Bull ist ratlos. Teamchef Christian Horner hatte am Wochenende bereits schlechte Nachrichten für ihn gehabt.

"Ich glaube nicht, dass er in Franz' [Tost] Plänen für nächstes Jahr einen Platz hat", sagte der Brite mit Blick auf eine mögliche Rückkehr Albons zu AlphaTauri. 2019 hatte Red Bull den in einer ähnlichen Situation gewesenen Pierre Gasly zurück in das Schwesterteam gesteckt. Der Franzose nutzte die zweite Chance und hauchte seiner F1-Karriere unter anderem mit seinem Sieg in Monza dieses Jahr neues Leben ein.

Für Albon wird es diese Möglichkeit nächstes Jahr aber scheinbar nicht geben, sollte Red Bull sich dazu entscheiden, Sergio Perez in das zweite Cockpit neben Max Verstappen zu setzen. "Für ihn heißt es Red-Bull-Cockpit oder Ersatzbank", stellte Horner klar. Das Management der Österreicher übt sich wie immer in Zurückhaltung und eine Entscheidung wird ohnehin erst nach dem Finale getroffen.

Albon hat in Abu Dhabi also noch eine Möglichkeit, Werbung für sich zu machen. "Der Focus liegt darauf, ihm eine Chance zu geben", so Horner. "Um zu demonstrieren, dass er für das nächste Jahr der richtige Mann im Auto neben Max ist. Und wir geben ihm alle in unserer Macht stehende Unterstützung, um dieses Ziel zu erreichen." Seine Performance im Sakhir GP dürfte ihn dem Ziel kaum näher gebracht haben.

Albon gibt Setup die Schuld für schwache Performance

Während Verstappen um eine halbe Zehntelsekunde an der Pole Position vorbeischrammte, war für Albon als Zwölfter im Q2 Schluss. Das Rennen war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Nach 87 Runden überquerte er die Ziellinie als Sechster und lag dabei 14 Sekunden hinter Sieger Sergio Perez. Der war nach einer Kollision in der Startphase vom letzten Platz gekommen und hatte Albon erst eingeholt, dann überholt und schlussendlich abgehangen.

"Ich war die meiste Zeit des Rennens hinter Sergio und dann hat er am Ende gewonnen und wir sind Sechster geworden. Ich verstehe nicht, wie das so kommen konnte", war er nach dem Sonntag ratlos. Während der Mexikaner reihenweise Konkurrenten überholte, steckte Albon das gesamte Rennen über im Verkehr fest. Er sieht den Grund für seine Chancenlosigkeit im Setup seines RB16.

"Es war knifflig, denn mit der Downforce-Konfiguration die wir hatten, war es schwer zu kämpfen", erklärte er. "In den Kurven in Sektor zwei waren wir gut, aber da kannst du nichts ausrichten. Für die Sektoren eins und drei war es dann schwer. Ich habe mein Auto in Kurve eins reingeschmissen, um Autos zu überholen."

An einem Tag, an dem Mercedes sich selbst demontiert und der Teamkollege K.o. geht, hätte für ihn die große Stunde schlagen können - wäre er nach dem Qualifying dort gewesen, wo das Team ihn sehen möchte. Doch Albon glaubt nicht, dass er eine Chance auf den Sieg gehabt hätte: "Ich denke nicht, dass wir noch viel, viel besser hätten abschneiden können."


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