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Formel 1

Formel 1, Hamiltons Comeback in Gefahr? Corona-Hürden im Weg

Lewis Hamiltons Start in Abu Dhabi ist weiter unklar. Selbst bei einem negativen Corona-Test wird es für den Mercedes-Fahrer eng. Gesetzeslage kostet Zeit.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Abwesenheit von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton aufgrund eines positiven Corona-Test sorgte beim Sakhir GP für jede Menge Gesprächsstoff. Mercedes-Junior George Russell zog mit seiner Performance alle Augen auf sich. Unklar ist, ob der Youngster beim Finale in Abu Dhabi eine zweite Chance bekommt, sich im besten Auto der F1 zu beweisen. Ein Comeback von Hamilton hat für Mercedes Priorität. Doch selbst wenn er negativ auf das Virus getestet werden sollte, muss er für die Rückkehr ins Cockpit einige Hürden überwinden.

"Der entscheidende Punkt in all dem war immer schon, dass die Gesetze und Regeln der entsprechenden Regierungen eingehalten werden müssen", so FIA-Rennleiter Michael Masi. Hamilton befindet sich zur Zeit in Bahrain in Quarantäne. "Es obliegt also der Entscheidung der Gesundheitsorgane von Bahrain, festzustellen, ob Lewis fit ist und ihre Gesetzeslage erfüllt. Danach müssen die Institutionen in Abu Dhabi entscheiden, ob er auch ihre Kriterien erfüllt", erklärt Masi weiter.

Sollten Hamilton die Ausreise aus Bahrain sowie die Einreise nach Abu Dhabi gestattet werden, muss er sich nach der Ankunft einer 24-stündigen Isolation unterziehen, bevor ihm Zugang zum Fahrerlager gewährt wird. "Wenn die Kriterien der beiden Regierungen erfüllt sind und er darüber hinaus mit dem Testprotokoll der FIA übereinstimmt, also vor dem Eintritt ins Paddock negativ getestet wird, gibt es von unserer Seite kein Problem", so Masi.

Normalerweise erwartet Einreisende eine Quarantäne über 14 Tage, doch für die Formel 1 gibt es eine Ausnahme. Da sich der gesamte Tross in einer geschlossenen Biosphäre rund um den Yas Marina Circuit und die umliegenden Hotels aufhält, ist er von der Regelung ausgenommen. Sämtliches Personal muss jedoch am Montag im für die F1 definierten Areal aufkreuzen, welches danach wieder bis zum Ende der Test am Dienstag nach dem GP abgeriegelt wird. In dieser Zeit ist ausschließlich Personen und Fahrzeugen mit Sondergenehmigungen der Zutritt gestattet.

Hamilton könnte Kaltstart wie Hülkenberg wagen

Die Komplexität der Abläufe könnte Hamilton zum Problem werden, denn bis zum 1. Freien Training in Abu Dhabi sind es nur noch vier Tage. Um am Grand Prix teilnehmen zu können, muss er gemäß Reglement zumindest eine der vier vor dem Rennen stattfindenden Sessions bestreiten. Auf dem Nürburgring sprang Nico Hülkenberg im Qualifying ins kalte Wasser, um den Corona-positiven Lance Stroll bei Racing Point zu ersetzen.

"So lange ein Fahrer an einem der Trainings oder dem Qualifying teilnimmt, sind sie für das Rennen zugelassen. Aber er kann nicht einfach aufkreuzen und nur das Rennen fahren", stellt Masi noch einmal klar, dass ein absoluter Last-Minute-Einsatz unter keinen Umständen zustande kommen kann.

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff hofft auf Hamiltons Genesung

Bei Mercedes möchte man den Teamleader im Falle eines negativen Tests wieder zurück im Auto sehen. "Wenn Lewis sich erholt, und im Moment geht es ihm mit jedem Tag besser, und er COVID-frei, also negativ ist, wird er im Auto sitzen", so Teamchef Toto Wolff. Der Österreicher hatte bereits vor dem Sakhir GP die Hoffnung geäußert, seinen Star-Piloten beim Finale wieder im Einsatz zu sehen.

"Wir haben schon Tests gesehen, die innerhalb von zehn Tagen negativ ausgefallen sind. Ich denke, das ist absolut möglich", so der Österreicher. Doch in manchen Fällen sind die Testergebnisse noch lange nach den Symptomen positiv. Etwas, das Hamilton trotz voranschreitender Genesung zum Verhängnis werden könnte.

"Es gab auch schon viele Sportler, die lange nach den Symptomen positiv getestet wurden und nicht mehr ansteckend waren. Das ist etwas, dass sich die FIA anschauen muss", meint Wolff. Sollte Hamilton die Corona-Hürden nicht überwinden, wird George Russell erneut in seinem Mercedes Platz nehmen und Jack Aitken den Wiliams des Mercedes-Juniors pilotieren.


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