Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Sainz plant Alonso-Ansatz: So wird McLaren Dritter

In der Formel 1 tobt ein enger Kampf um P3 der Konstrukteure. Jetzt mischt auch Ferrari mit. Carlos Sainz sieht McLaren im Nachteil. Worauf er setzt.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Racing Point vs. McLaren vs. Renault. In der Formel-1-Saison 2020 tobte stets ein enger Dreikampf um Platz drei der Konstrukteure. Seit dem Großen Preis der Türkei kämpft plötzlich auch die zu Saisonbeginn tief gefallene Scuderia Ferrari wieder mit. Mit 130 Punkten trennen die Roten, aktuell Sechster, 24 Zähler von der aktuellen Nummer eins im Mittelfeld - Racing Point (154). McLaren (149) befindet sich auf direkter Tuchfühlung, Renault fiel durch ein bitteres Rennen in Istanbul jüngst leicht ab (136).

Vor allem die sukzessive wieder in Fahrt kommende Scuderia treibt Teilen der Konkurrenz nun Sorgenfalten in die Stirn. Gelingt doch noch das rote Wunder? Die rote Trendwende? Schafft es Ferrari zumindest auf dem Papier wieder unter die Top-3 und beendet alle Hoffnungen McLarens, Renaults und Racing Points die ewige Vorherrschaft der großen Drei an der Spitze zumindest einmal aufzubrechen?

Carlos Sainz sind die Gegner egal

Carlos Sainz interessiert das alles nicht. Ferrari, Renault oder Racing Point? Egal. „Wir müssen Dritter werden, das ist alles, was ich weiß“, sagt der Spanier am Donnerstag vor dem Bahrain Grand Prix, dem Auftakt-Rennen zum alles entscheidenden Tripleheader. „Dafür müssen wir alles geben.“

Racing Point sei nur wenige Punkte vorne. „So vier oder fünf - und das ist bei drei noch ausstehenden Rennen nichts“, sagt Sainz. „Ich weiß gar nicht, wie weit wir vor Renault und Ferrari sind, aber das ist sowieso alles zu eng, um da ein Team [als größten Widersacher] herauszugreifen. Wir kämpfen gegen alle und müssen hart fahren, um uns in diesem Kampf zu halten.“

McLaren hat nicht das beste Paket

Das habe McLaren schon zuletzt getan - tun müssen. „Denn wir hatten zuletzt nicht das stärkste Paket im Mittelfeld“, gesteht Sainz den eigenen Nachteil offen ein. Das hatte zuvor schon Teamchef Andreas Seidl klar analysiert. Warum McLaren sich dennoch im Spiel gehalten hat? Weil Woking vielleicht nicht mehr auf die Dienste Fernando Alonsos vertraut, eine essenzielle Eigenschaft des zweifachen Weltmeisters jedoch offenbar geblieben ist - immer das Maximum mitnehmen, auch mit vielleicht schlechterem Material abliefern.

„Wir haben uns im Kampf gehalten, uns aus allem Ärger herausgehalten und uns in fast allen Rennen in den Punkten gehalten“, schildert Sainz. „Wenn es eine Sache gibt, die uns im Kampf hält, ist es, dass wir die anderen Fehler machen lassen und dann die Brocken aufsammeln!“

Sainz baut auf Stärke im Rennen

Entscheidend sei es dabei außerdem sich von jüngst schwächeren Qualifyings nicht verunsichern zu lassen. „Dafür gibt es keine einfache Lösung. Du kannst nicht eben das Auto upgraden und sofort zwei Zehntel schneller sein. Wir dürfen uns nicht herunterziehen lassen, wenn es samstags nicht so läuft“, sagt Sainz. Denn - Achtung, Phrasenschwein - Punkte würden eben erst am Sonntag vergeben. Und das sei ein Tag, auf den McLaren sich weiter verlassen könne.

Sainz: „Unsere Hauptstärke ist das Rennen geblieben - und da holst du sowieso die Punkte. Diese Stärke müssen wir behalten, denn da entscheidest du die WM für dich.“ Teamkollege Lando Norris schätzt die Lage marginal anders ein. „Es gab ein paar Wochenenden, an denen wir da nicht die Pace hatten, Imola etwa“, bestätigt der Brite die Diagnose Qualifying-Problem.

Lando Norris: Im Qualifying geht schon noch was

Anders als Sainz spricht Norris jedoch auch davon, den Samstag durchaus noch verbessern zu können. „Wenn wir einen guten Job machen und alles herausholen, können wir auch ein besseres Qualifying haben“, sagt der Youngster. „Aber diese Autos sind derart komplex, sobald nur ein paar Kurven oder der Asphalt mehr zum Charakter eines Autos passen, kann das große Auswirkungen auf die Performance nehmen.“

Bahrain könne McLaren dabei in die Karten spielen, hofft Norris. „Es war eine unserer besseren Strecken letztes Jahr, das gibt ein bisschen Selbstvertrauen“, sagt der Brite. „Aber jedes Mal, wenn du das sagst, wird es schlecht, es ist immer das Gegenteil! Also sage ich lieber, dass es ein schlechtes Wochenende wird“ scherzt Norris.


Weitere Inhalte: