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Formel 1, Vettel-Trümmerteil kostet Bottas Imola-Sieg

Sebastian Vettels Trümmerteil kostete Valtteri Bottas 50 Punkte Abtrieb, eine Sekunde pro Runde und jegliche Chance auf den Imola-Sieg. Ärger beim Finnen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas kann einem fast leidtun: Der Mercedes-Pilot startete beim Formel-1-Comeback in Imola von der Pole Position und münzte Startplatz eins in die Führung um. Gut für ihn: Max Verstappen ging am Start auch noch an Teamkollege Lewis Hamilton vorbei und fungierte als Puffer.

Doch schon in Runde zwei nahm das Unheil für Bottas seinen Lauf. Am Ausgang von Kurve sieben, Tosa, lag ein Trümmerteil. Offenbar hatte Sebastian Vettel beim Kontakt mit Kevin Magnussen ein relativ großes Karbonteil verloren. "Ich konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren", ärgert sich Bottas.

Vettel kollidierte in Runde eins mit Magnussen, Bottas kam als Führender als erster wieder an der Stelle vorbei. "Ich konnte dann nur noch entscheiden, wie ich das Teil treffe", so Bottas. "Ich bin mittig darübergefahren, weil ich Angst vor einem Reifenschaden hatte."

"Ich hatte eine Warnung von meinem Ingenieur erhalten, dass in Kurve sieben Kies liegt. Dann lag da dieses Karbonteil. Wir müssen verstehen, wie da so ein großes Karbonteil liegen konnte, das könnte gefährlich sein", ärgerte sich Bottas.

Verstappen-Puffer hilft Bottas nicht

Einen Reifenschaden konnte er verhindern, allerdings verfing sich Vettels Leitblech im Unterboden. "In schnellen Kurven bin ich gerutscht, beim Bremsen war das Auto sehr instabil", klagte Bottas. 50 Punkte Abtrieb fehlten dem Silberpfeil mit der Startnummer 77, etwa eine Sekunde in Rundenzeit.

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Bottas konnte somit Verstappen als Puffer nicht wirklich nutzen, weil er sich nicht vom Red Bull absetzen konnte. Stattdessen geriet er unter Druck, als Verstappen zum Stopp kam. Mercedes musste reagieren und Bottas zum Reifenwechsel holen, um den Undercut zu verhindern.

Hamilton hingegen konnte draußen bleiben, weil es für ihn nichts zu verlieren gab. Ohne Verkehr schüttelte der Brite eine schnellste Runde nach der anderen aus dem Ärmel. Bottas konnte mit dem eingeklemmten Trümmerteil auch mit frischen Reifen nicht schneller fahren.

Hamilton-Hammertime und VSC kosten Bottas Imola-Sieg

Runde für Runde knabberte Hamilton am Vorsprung, schließlich half ihm eine kurze VSC-Phase dabei, den Overcut auszuführen und auch nach dem Stopp vor Bottas zu bleiben. Mit frischen Reifen und der deutlich besseren Pace zog der sechsfache Formel-1-Weltmeister dem WM-Zweiten deutlich davon.

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Doch damit noch nicht genug für Bottas: Verstappen klebte nach wir vor in seinem Heck, während er weiterhin sichtlich mit seinem Auto zu kämpfen hatte. "Der Abtrieb war nicht konstant und es war sehr knifflig. Ich hatte nicht mehr Pace und Max hat Druck gemacht. Ich musste über mein Limit gehen, um die Position zu halten", schildert Bottas.

Nach mehreren Verbremsern ging es dann in Rivazza irgendwann nicht mehr gut: Bottas kam etwas ins Kiesbett und erlaubte Verstappen so, schon zu Beginn der langen Start- und Zielgeraden im Getriebe zu hängen. Der Niederländer ließ sich nicht zweimal bitten und ging vorbei.

Des einen Pech, des anderen Glück: Weil Verstappen später ausschied, erbte Bottas Platz zwei wieder. Trotzdem, nach Pole Position und starkem Start war Platz zwei in Imola eine Enttäuschung. "Es war nicht mein Tag, ich hatte keine Chance, um den Sieg zu kämpfen. Aber zumindest konnten wir den siebten Konstrukteurstitel in Folge mit einem Doppelsieg klarmachen."


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