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Formel 1

Formel 1 Portugal, Verstappen verflucht Startphase: Desaster!

Max Verstappen holte beim Formel-1-Debüt in Portimao einen weiteren dritten Platz. Chancenlos gegen Mercedes nach Desaster und Crash am Start.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen hat den Großen Preis von Portugal auf der Position beendet, auf der er auch ins Rennen gegangen ist: Platz drei. Wieder einmal musste sich der Red-Bull-Pilot von beiden Mercedes-Wagenlenkern geschlagen geben. Diesmal allerdings deutlicher als zuletzt: Auf Sieger Lewis Hamilton fehlte ihm mehr als eine halbe Minute.

Nach den ersten Runden hätte der Niederländer Platz drei aber wohl noch liebend gerne genommen: Nach einem starken Start fuhr Verstappen zunächst auf Platz zwei, doch dann begannen die Probleme bei ihm: "In Kurve eins war wenig Grip, ich bin weit rausgekommen und hatte dann in Kurve drei erneut Probleme."

Wie gewonnen, so zerronnen: Bottas holte sich P2 von Verstappen gleich wieder zurück, drückte den Niederländer dabei leicht neben die Strecke, so dass er sich gleich noch gegen Sergio Perez erwehren musste - was in einer Kollision endete.

"Sergio war neben mir, hat außen aber nicht genügend Platz gelassen", schimpft Verstappen. "Dadurch hat er sich selbst rausgenommen, ich bin ganz normal auf meiner Linie gefahren." Während sich der Racing-Point-Pilot von der Strecke kreiselte, konnte Verstappen ohne größere Probleme weitermachen.

Verstappen: Nach Crash lieber vorsichtig

"Ich wusste aber nicht, ob etwas dabei kaputt ging, deshalb bin ich die Runde vorsichtig gefahren", erklärt der 23-Jährige. Die vorsichtige Runde im Startgetümmel kostete ihn aber weitere Positionen: Beide McLaren-Piloten gingen spielerisch vorbei.

"Die McLaren sind geflogen zu Rennbeginn, sie sind absolut geflogen. Ich hatte überhaupt keinen Grip und es war ein absolutes Desaster", so Verstappen. "Ich wollte kein Risiko eingehen, weil wir normalerweise nicht gegen sie kämpfen, aber ihre Pace war unglaublich. Und dann kam auch noch Kimi hinter mir, ich war wirklich beunruhigt."

Dann beruhigte sich das Rennen etwas, Verstappen fand wieder Vertrauen in seinen Red Bull und hatte die Reifen auf Betriebstemperatur. Sonderbar: Im Gegensatz zu den Mercedes-Piloten war der Niederländer auf den Soft-Reifen ins Rennen gegangen. Bei kühlen Temperaturen und leichtem Nieselregen machte sich der Vorteil der weicheren Reifen zunächst deutlich bemerkbar - nur Verstappen konnte kein Kapital daraus schlagen.

Nach und nach beruhigte sich das Rennen aber, Verstappen wurde wieder deutlich schneller und ging relativ problemlos an Lando Norris und Carlos Sainz vorbei. Weil auch Lewis Hamilton und Valtteri Bottas erst an den McLaren vorbei mussten, hatte Verstappen noch nicht einmal besonders viel Rückstand auf die Spitze.

Das sollte sich aber schnell ändern. Zwar konnte der Red-Bull-Pilot zu Rennbeginn nicht vom Extra-Grip der Soft-Reifen profitieren, dafür aber schlug sich der Nachteil der weichen Reifen schnell nieder. "Als ich Dritter war, ist mein linker Vorderreifen eingegangen", erklärt Verstappen.

Red Bull verzockt sich beim Soft-Reifen

Runde für Runde verlor er so auf die Mercedes-Piloten deutlich, schließlich musste er auch erheblich früher zum Stopp kommen. "Als ich dann auf den Medium-Reifen war, hat es ein bisschen gedauert, bis die Temperaturen gepasst haben, aber dann war alles gut", berichtet Verstappen. Da war sein Rennen aber längst gelaufen und vor allem einsam: Nach vorne konnte er nichts mehr ausrichten, von hinten konnte die Konkurrenz auch keinen Druck mehr machen.

War Verstappens Bolide vielleicht vom Zusammenstoß mit Sergio Perez beschädigt? Erklärt das den großen Rückstand auf Mercedes? "Auf den Daten konnten wir nichts sehen", meint Teamchef Christian Horner. "Ich habe mir das Auto im Parc ferme angeschaut, aber ich konnte keine Beschädigung erkennen", bestätigt Verstappen.

Das Todesurteil für Verstappens Rennen war schon im Q2 gefällt, als die Startreifen bestimmt wurden. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir auf Soft so viel Probleme haben würden", gesteht der WM-Dritte. Horner stimmt zu: "Im Nachhinein hätten wir das vermutlich anders gemacht."


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