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Formel 1, Trotz Honda-Aus: AlphaTauri lässt F2-Japaner ran

Red-Bull-Junior Yuki Tsunoda erhält bei AlphaTauri seinen ersten Formel-1-Test. Stammcockpit für 2021? Honda-Aus soll keine Rolle spielen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Yuki Tsunoda fährt im November zum ersten Mal Formel 1. Bei einem Test in Imola, kurz nach dem Großen Preis der Emilia Romagna, lässt AlphaTauri den japanischen Red-Bull-Junior aus der Formel 2 im November ans Steuer eines älteren Modells der Scuderia Toro Rosso. So ist ein längerer Einsatz möglich als bei sogenannten Filmtagen. Bei derartigen Events zur Aufnahme von Werbematerial ist die Laufleistung auf 100 Kilometer beschränkt.

Nachdem Motorsport-Magazin.com schon zuvor von AlphaTauris Teamchef Franz Tost von diesem geplanten Test erfahren hatte, terminierte das Team diesen am Mittwoch konkret auf den 4. November und zeigte gleichzeitig Bilder der Sitzanpassung des 20-Jährigen in Faenza.

Tsunoda 2021 in der Formel 1?

Der in Sachen Kilometern unbeschränkte Test des aktuell Gesamtdritten der Formel 2 in einem älteren Modell hat seine Gründe: 300 Kilometer in einem modernen Formel-1-Boliden müssen Fahrer vorweisen, um sich für Einsätze in offiziellen Trainingseinheiten der Königsklasse zu qualifizieren.

Eine Ausfahrt Tsunodas im Training könnte nötig werden, sollte der Japaner in der Gesamtwertung der F2 zurückfallen und somit nicht mehr auf die nötigen 40 Punkte für eine Superlizenz kommen. Inzwischen sind zumindest letzte fehlende Zähler für die Superlizenz durch Freitagseinsätze möglich. Der logische Schluss: Red Bull sieht in seinem Junioren schon 2021 das Potenzial für ein Stammcockpit bei AlphaTauri in der Formel 1.

Franz Tost: Honda-Aus spielt keine Rolle

Der kürzlich verkündete Ausstieg des Motorenpartners Honda nach 2021 soll bei den Aussichten des Japaners keine Rolle spielen. „Nein, weil die Philosophie von Red Bull nicht ist, irgendeinen Fahrer aus politischen Gründen in ein Auto zu setzen, sondern, weil man einfach davon überzeugt ist, dass er sportliche Leistungen bringt“, sagte AlphaTauri-Teamchef Tost erst vor dem Eifel GP im Interview mit Motorsport-Magazin.com.

An diesen bestehe kein Zweifel, lobt Tost. „Yuki Tsunoda ist letztes Jahr zum ersten Mal nach Europa gekommen. Als amtierender japanischer Formel-4-Meister, er hat dort - wenn ich mich richtig erinnere - sieben Rennen gewonnen und wirklich eine ganz tolle Saison hingelegt“, schwärmte Tost.

AlphaTauri: Nächster Tsunoda-Test schon fixiert

„Auch letztes Jahr, in seinem ersten Jahr in Europa hat er eine ganz starke Leistung gezeigt, weil man darf nicht vergessen, von Japan nach Europa, das ist schon ein riesiger kultureller Unterschied, und er hat das sofort und bravourös bestanden und dieses Jahr hat er in der Formel 2 auch einige sensationelle Rennen geliefert. Der Junge hat es vom her Speed drauf.“

Honda-Schock! Steigt auch Red Bull aus der Formel 1 aus?: (16:16 Min.)

Nach seinem längeren Test in Imola wird Tsunoda - je nach Ausgang der letzten beiden Events der Formel 2 in Bahrain - im Freitagstraining zum Abu Dhabi GP im aktuellen AlphaTauri platznehmen. Sollte dies nicht erforderlich sein, kommt der Japaner spätestens beim auf das Saisonfinale der Formel 1 folgenden Young Driver Test in Yas Marina zum Einsatz im AT-01. Dieser sei bereits fixiert, so Tost.

Daniil Kvyat vor Formel-1-Aus?

Erst danach würde entschieden, ob der Japaner reif für ein Stammcockpit in der Formel 1 sei. „Das muss man noch abwarten“, sagte Tost. „Das ist eine Entscheidung, die von Red Bull ausgeht.“ Platzieren die Bullen ihren Junioren im Schwesterteam AlphaTauri, müsste dort wohl Daniil Kvyat seinen Hut nehmen.

Ebenfalls noch offen ist, für welches Red-Bull-Team 2021 Pierre Gasly und Alexander Albon starten werden. Ein Rücktausch ist angesichts der Formkurven des Franzosen und des Thai-Briten nicht auszuschließen. Mit Blick auf Red Bull brachten die Teamoberen zuletzt erstmals selbst externe Namen wie Sergio Perez und Nico Hülkenberg ins Spiel.


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