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Formel 1, Sotschi: Albon fehlt sogar im letzten Drittel Power

Dr. Helmut Marko attestiert Alexander Albon immer wieder eine beeindruckende Pace im letzten Renndrittel. Doch in Sotschi blieb sie aus.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Im Red-Bull-Lager wiederholt sich Geschichte: Vor zwei Wochen erlebte Pierre Gasly nach seinem Monza-Sieg in Mugello ein ernüchterndes Wochenende mit einem frühen Aus in Kurve zwei. Beim Russland GP traf es Alexander Albon, der beim letzten Rennen erstmals auf das Podest gefahren war. In Sotschi lief er als Zehnter ins Ziel ein und entging einer Überrundung durch Rennsieger Valtteri Bottas nur um wenige Sekunden, während sein Teamkollege Max Verstappen Zweiter wurde.

"Alex reagiert sensibel auf die Charakteristik des Autos", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach dem Rennen. "Er kämpft besonders auf Strecken mit kurzen Kurven und heftigen Bremszonen. Das sind die Dinge, auf wir schauen müssen." Die Eigenschaften der Strecke von Mugello sind das Gegenteil von jenen in Sotschi: In Italien gibt es viele schnelle Kurven, die kein hartes Bremsen erforderten. Das kam Albon offenbar entgegen.

In Sotschi handelte sich der Thailänder schon in der Qualifikation eine beachtliche Hypothek ein. Er beendete das Zeittraining auf Platz zehn und hatte 1,2 Sekunden Rückstand auf Verstappen, der als Zweiter sogar das Mercedes-Duo an der Spitze sprengte. Nach einem Getriebewechsel an Albons RB16 ging er lediglich vom 15. Platz ins Rennen. Am Sonntag verlor er im Getümmel der ersten Kurven zwei Positionen und war damit Vorletzter. Da daraufhin das Safety Car ausrückte, nutzte das Team die Gelegenheit für einen frühen Reifenwechsel. Die Boxencrew fertigte das Auto in sagenhaften 1,89 Sekunden ab.

"Mit den harten Reifen hing ich hinten fest", erklärte Albon die Situation. Ich konnte nicht überholen. Auf den Mediums war es besser. Aber es war kein gutes Rennen." Trotz des vermeintlichen Aufschwungs hatte er später im Duell gegen Gasly das Nachsehen - obwohl er den Alpha-Tauri-Fahrer zwischenzeitlich überholen konnte. Auch gegen Lando Norris, der in der Schlussphase auf sehr alten harten Reifen fuhr, konnte er sich auf der Strecke nur durchsetzen, weil der Brite einen Fehler gemacht hatte. Damit konnte er nicht einmal in der Rennphase seine Stärke im letzten Renndrittel ausspielen, die ihm Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko regelmäßig attestiert und damit signalisiert, mit Albons Entwicklung zufrieden zu sein.

Platz zehn trotz Zeitstrafe

Horner zieht ein ähnliches Fazit wie Albon selbst: "In der zweiten Rennhälfte hat er sich gut erholt. Es ist schade, dass er nach dem Podium vor zwei Wochen nun eines der schwersten Wochenenden des Jahres hatte", fasste der Red-Bull-Teamchef zusammen.

Abgerundet wurde das Wochenende schließlich mit einer fünf-Sekunden-Zeitstrafe. Diese erhielt Albon, weil er in Kurve zwei in die Auslaufzone geraten war und sich beim Zurückfahren auf die Strecke nicht an die Anweisungen des Renndirektors gehalten hatte. Eine Auswirkung auf das Rennergebnis hatte sie allerdings nicht, weil die dahinter platzierten Fahrer bereits überrundet waren.


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