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Formel 1 Silverstone: Steiner wettert gegen Racing-Point-Strafe

Die Wogen in der Formel 1 gehen hoch: Günther Steiner kritisiert die Racing-Point-Strafe als inkonstant und weist alle Vergleiche mit Haas vom Tisch.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Seit der Stewards-Entscheidung, die am Rande des Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1, gegen Racing Point gefällt wurde, gehen die Wogen hoch. Fünf Teams – inklusive Racing Point – haben angekündigt, die Strafe anzufechten. Haas zählt nicht dazu, doch das heißt nicht, dass Teamchef Günther Steiner mit der Bestrafung einverstanden ist. Dass Haas nicht auch gegen die Strafe Protest eingelegt hat, liege vielmehr an pragmatischen Überlegungen: "Wenn drei Teams Protest einlegen, die viel mehr Ressourcen haben, dann stärkt es den Fall nicht, wenn wir als kleines Team da auch noch mitziehen", erklärt Steiner.

Racing Point musste für den Einsatz der vom letztjährigen Mercedes abgekupferten Bremsbelüftungen beim Großen Preis der Steiermark eine Geldstrafe von 400.000 Euro zahlen und wurde mit einem Abzug von 15 Punkten in der Konstrukteurs-WM belegt. Dafür wurde das Team in Ungarn und Großbritannien nur mit einer Verwarnung sanktioniert und darf weiterhin mit denselben Bremsbelüftungen an der restlichen Formel-1-Saison teilnehmen.

Genau an diesem Umgang stößt sich Steiner und unterstützt den Protest von Renault, McLaren, Ferrari und Williams. "Dass es die Strafe nur für ein Rennen gibt und Racing Point dann die gesamte Saison mit illegalen Bremsen an den Start gehen kann, passt nicht zusammen", sagt der Haas-Teamchef.

Mit der Argumentation, dass die Ingenieure eines Teams ihre gewonnenen Erkenntnisse nicht mehr verlernen können, kann Steiner nicht viel anfangen: "Solange ein Team mit illegalen Teilen unterwegs ist, sollten sie jede Woche eine Strafe bekommen, bis sie es schaffen eine alternative Lösung zu entwickeln, die dann legal ist. Sonst kann man jedes Jahr ein Auto kopieren, erhält dann bei einem Rennen eine Strafe und nachher darf man es für die restliche Saison nutzen."

Steiner: Jetzt werfen sie mit Steinen nach uns

Dabei ging das Modell von Kundenteams, die neben dem Motor auch zahlreiche Teile einkaufen auf den Rennstall von Haas und deren Einstieg in die Formel 1 zurück. Toto Wolff meinte in einem Interview bei Sky UK: "Haas hat 2016 eine Regellücke ausgenutzt und hat nicht nur einzelne Teile übernommen, sondern das gesamte Auto von Ferrari! Nur weil sie 2015 noch nicht eingeschrieben waren und Ferrari damit kein Competitor war." Und auch Racing-Point Teamchef Otmar Szafnauer spielte den schwarzen Peter zurück zu anderen Kundenteams: "Wo sind denn Haas und Toro Rosso mit den Bremsbelüftungen gestartet? Du kannst Dinge nicht einfach unlearnen."

Angesprochen auf diese Aussagen reagierte Steiner brüskiert: "Wir haben nie einen Ferrari gekauft. Wir haben uns einfach darüber informiert, was legal war und wenn wir das nicht wussten, haben wir bei der FIA nachgefragt. Ich verstehe nicht, wieso sie das nicht auch getan haben. Stattdessen werfen sie jetzt mit Steinen nach uns."

Für Steiner steht allerdings bei der derzeitigen Affäre rund um die Bremsbelüftungen nicht nur Racing Point in der Verantwortung: "Falls Mercedes Racing Point mit Daten versorgt hat, dann sollten auch sie Probleme bekommen", so Steiner.


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