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Formel 1, Räikkönen: Alfa-Krise auch wegen Ferrari-Motor

Alfa Romeo fährt zu Beginn der Formel-1-Saison 2020 dem eigenen Anspruch hinterher. Kimi Räikkönen wird deutlich: Dürfen jetzt zumindest nichts liegenlassen
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Mitten in der Krise steckt Alfa Romeo Racing nach den ersten drei Rennen der Formel-1-Saison 2020. Nur zwei Punkte erzielte das Team durch Antonio Giovinazzis neunten Platz bei der Ausfallorgie im ersten Rennen in Österreich. Das bedeutet WM-Rang acht, nur vor Haas (1 Punkt) und Williams (0 Punkte).

Vor allem zeigt sich das Ausmaß der Probleme in Hinwil mit Blick auf die Samstage. In sämtlichen bisherigen Qualifyings schieden Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi bereits im ersten Abschnitt aus. Zuletzt in Ungarn übernahm das Alfa-Duo sogar geschlossen die letzte Startreihe. Im Rennen gelang es, die rote Laterne zumindest an Williams weiterzugeben. Mehr war allerdings nicht drin.

Räikkönen: Auch Alfa leidet unter Ferrari-Motor

„Wir waren im Rennen etwas stärker, aber wenn wir ganz hinten starten, wird es nie leicht“, sagt Räikkönen nun in Silverstone. „Wir müssen uns im Qualifying verbessern, da haben wir zu große Probleme“, fordert deshalb Giovinazzi. „Im Rennen sind wir im Mittelfeld dabei, mit den AlphaTauri und Haas. Die sind nur etwas stärker, aber wir sind nah beisammen. Wenn du da hinten startest, wird es dann eben echt schwer, das wiedergutzumachen. Hier haben wir aber ein paar Ideen, mit denen es hoffentlich besser funktioniert.“

Für Räikkönen können diese Ideen im Grunde nur eines bedeuten: Der C39 braucht mehr Abtrieb. Es gebe kein spezifisches Problem, etwa in gewissen Kurventypen. „Wir müssen das Paket insgesamt verbessern“, sagt Räikkönen. Hinzu kommt das Thema Ferrari-Motor. „Auf Ferrari-Seite beklagen sich alle“, so Räikkönen. „Es ist sehr klar, dass die nicht da sind, wo sie von Motoren-Seite sein wollten. Und das betrifft uns - und alle, die Ferrari-Motoren haben - dann auch.“

C39-Baustelle größer als Motor-Baustelle

Die größere Baustelle sei jedoch die eigene. „Wenn wir das beste Auto hätten, sollten wir selbst mit dem, was wir von Motoren-Seite haben, sehr viel weiter vorne sein“, sagt Räikkönen. „Es ist gerade nicht die leichteste Phase, aber wir müssen jetzt einfach weiterarbeiten, um das Auto schneller zu machen. Positives gab es ja schon auch an den Wochenenden“, ergänzt der Finne. „Wir müssen die Dinge aber auch besser zusammenbringen.“

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Damit knüpft Räikkönen an eine Bemerkung nach dem Qualifying in Ungarn an. Da hatte Räikkönen gesagt, das Team tue sich in gewissen Situationen auch selbst keinen Gefallen. Heißt konkret? „Auch wir Fahrer können einen besseren Job machen und die Dinge sauberer erledigen“, sagt Räikkönen in Silverstone zu Motorsport-Magazin.com. Das sei jedoch auch nur einer von vielen Aspekten. Dem Finnen geht es ganz einfach darum, dass Team und Fahrer in der gegenwärtig schwierigen Lage zumindest alles möglichst optimal hinbekommen müssen.

Kimi: Dürfen in dieser Lage einfach nichts liegenlassen

Räikkönen: „Wenn wir alles so gut hinbekommen wie möglich, können wir auch das Bestmögliche herausholen. Da geht es dann eben auch darum, wie ich fahre und um alles, was wir in der Rennwoche machen. Da gibt es Dinge, die wir auf jeden Fall verbessern können, um zumindest unser Maximum herauszuholen. Was auch immer das Maximum dann ist. Besonders in unserer Position können wir nicht akzeptieren, dass wir etwas liegenlassen, egal wo.“


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