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Formel 1

Formel 1 2020 in Portugal: Alles zum alten GP auf neuer Strecke

2020 fährt die Formel 1 erstmals in Portimao. Doch der Portugal-GP hat eine lange Geschichte. Das Wichtigste zum Comeback hier im Überblick.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - 2020 wird die Formel 1 nach 24 Jahren Abwesenheit erstmals wieder in Portugal gastieren. Die Strecke ist neu, der Algarve International Circuit in Portimao wird zum ersten Mal einen F1-GP austragen. Doch der Renn-Name ist bekannt: 16 mal fuhr die Formel 1 zwischen 1958 und 1996 einen WM-Lauf.

Motorsport-Magazin.com gibt einen kurzen Abriss der Portugal-Geschichte, mit illustren Debüt-Siegern wie Ayrton Senna, spektakulären Unfällen, und der knappsten WM-Entscheidung aller Zeiten - und wirft dann einen kurzen Blick in die Zukunft, auf die neue Strecke von Portimao.

80er-Klassiker Portugal: Senna-Debüt, Lauda-Abschied

Die Portugal-Geschichte begann mit einem kleinen WM-Intermezzo auf zwei Straßenkursen. Das Debüt auf dem Circuito da Boavista 1958 ist hauptsächlich für die brutale Natur der Strecke bekannt, denn der Straßenkurs in Porto führte teils über Pflastersteine und Straßenbahnschienen. 1959 fuhr die Formel 1 dann ein Rennen im Monsanto Park von Lissabon, 1960 ein zweites Mal in Boavista.

Doch erst mit dem ersten Rennen in Estoril 1984 etablierte sich die Strecke, und sorgte gleich einmal für die knappste WM-Entscheidung aller Zeiten. Alain Prost, der in der WM dicht hinter seinem McLaren-Teamkollegen Niki Lauda lag, startete aus der ersten Startreihe. Lauda, der bei einem Prost-Sieg Zweiter werden musste, startete nur von Platz elf.

Prost setzte sich beim Start in Führung, und kontrollierte das Rennen. Doch der erfahrene Lauda hatte die ganze Saison von seiner stärkeren Rennpace gelebt, und genau dieser machte er sich auch in Estoril wieder zu Nutze. Als sich der Zweite Nigel Mansell 18 Runden vor Schluss von der Strecke drehte, war Lauda schon dran, übernahm Platz zwei hinter Prost, holte sechs Punkte, und damit seinen dritten Titel. Um einen halben Punkt.

Ayrton Senna 1985 in Estoril - Foto: Sutton

An jenem Tag Dritter? Rookie Ayrton Senna im Toleman. Ein Jahr später goss es in Estoril in Strömen, und Senna fuhr von seiner ersten F1-Pole aus im Lotus Kreise um die Konkurrenz. Mit über einer Minute Vorsprung überquerte er nach zwei Stunden die Ziellinie und feierte einen denkwürdigen ersten F1-Sieg.

Portugal-Abschied 1996

Auch für mehrere dramatische Unfälle blieb Estoril in Erinnerung. 1992 überschlug sich Ricardo Patrese auf der Zielgeraden, als er einem in die Boxengasse abbiegenden Gerhard Berger auf den Hinterreifen fuhr. 1995 flog Ukyo Katayama beim Start nach Kontakt quer durch das Feld, kam aber mit Prellungen davon.

Ukyo Katayama nach seinem gigantischen Start-Crash - Foto: LAT Images

1996 endete die Estoril-Geschichte. Jacques Villeneuve gewann das letzte Rennen, nachdem er Michael Schumacher im Überrundungsverkehr mit einem sensationellen Manöver außen überholt hatte. 1997 verschwand das Rennen vom Kalender, nachdem die Formel 1 Renovierungsarbeiten forderte.

Portugal-Comeback mit Portimao-Debüt

Das Comeback des Portugal GPs findet nun nicht in Estoril statt - sondern auf der erst zwölf Jahre alten Strecke in Portimao. Der Formel 1 ist Portimao nicht gänzlich unbekannt, sie hielten dort bereits Testfahrten ab.

Die Strecke ist eine anspruchsvolle Berg-und-Talfahrt, mit nicht nur einer langen Zielgeraden, sondern auch einer Gegengerade, die direkt in eine Haarnadel mündet. Im Mittelteil bieten mehrere einzigartige Kurven in Kombination mit Höhenänderungen eine Herausforderung, mit der schnellen Doppel-Rechts "Portimao" als Highlight. Die Runde endet mit einer Highspeed-Rechtskurve, "Galp". Für die Fahrer wie auch die Zuseher ein willkommener Kalender-Neuzugang.


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