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Formel 1

Formel 1, Verstappen sieht kaum Chancen: Mercedes zu dominant

Red Bull zählte Ungarn traditionell zu seinen Paradestrecken. In der Saison 2020 glaubt Max Verstappen nicht mehr an diesen Nimbus. Realismus statt Hype.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Für Red Bulls WM-Mission 2020 tickt beim dritten Formel-1-Rennen der Saison in Ungarn schon die Uhr. Die ersten beiden Rennen in Österreich verliefen für Max Verstappen und Alexander Albon nicht wie erhofft. Auf einen Doppelausfall folgte die unbequeme Realität in Form der erneuten Mercedes-Dominanz. In der Gesamtwertung liegt der Herausforderer weit zurück. Verstappen sieht selbst auf der Paradestrecke Hungaroring nur Außenseiterchancen.

"Wenn du so wie Mercedes dominierst, wirst du auf jeder Rennstrecke schnell sein", sieht der Niederländer kaum noch eine Möglichkeit, den Weltmeistern und ihrem F1 W11 Herr zu werden. In der Weltmeisterschaft liegt Mercedes bereits 53 Punkte vor Red Bull. Verstappen fehlen auf WM-Leader Bottas schon 28 Zähler.

In den vergangenen Jahren stützte sich das Team darauf, dass die Stärken des Chassis zumindest auf den richtigen Strecken für den Konter gegen Mercedes reichen werden. "Natürlich ist jedes Wochenende eine Chance, aber wir müssen auch realistisch sein. Was die reine Pace angeht wird es sehr schwer, sie zu besiegen", kündigt der achtfache Grand-Prix-Sieger für Ungarn an.

Sowohl Spielberg als auch der Hungaroring fielen traditionell unter die Kategorie 'Red-Bull-Rennstrecke'. An diesen Nimbus glaubt Verstappen allerdings nicht mehr: "Ich könnte euch jetzt eine schöne Geschichte auftischen mit ein bisschen Hype, aber so bin ich nicht. Wir müssen abwarten und schauen. Wir fahren das Training und schauen uns die Balance an."

Mercedes für Red Bull 2020 noch eine Nummer zu groß

Der RB16 sollte Red Bulls schärfste Waffe seit dem letzten WM-Titel mit Sebastian Vettel in der Saison 2013 sein, doch nach nur zwei Rennen finden sich die Österreicher vor der bekannten Ausgangslage wieder. Nur einen Unterschied gibt es: eine Saison von März bis Dezember, in der die Ingenieure die Defizite angehen können, gibt es diesmal nicht. "Sie [Mercedes] sind eindeutig weit vor uns. Es wird schwer das aufzuholen", so die Prognose von Verstappen.

Am zweiten Rennwochenende machte das Team spürbare Fortschritte mit dem Setup, doch genau dieser positive Trend zeigte, dass es mit diesem Paket für Mercedes noch nicht reicht. "Wir haben viele Dinge in den Griff bekommen, aber jetzt fehlt es einfach insgesamt am Grip", erklärt der 22-Jährige. "Ihr Auto ist einfach noch ein anderes Level. Sie können es richtig rannehmen und es liegt einfach gut. Darauf arbeiten wir auch hin."

Eine zweite Baustelle ist der Honda-Motor. Zwar könne die Power Unit der Japaner in ihrer aktuellen Spezifikation noch optimiert werden, doch die eingefrorene Motorenentwicklung steht größeren Sprüngen im Weg. "Sie haben auf den Geraden einen großen Schritt gemacht", sagt Verstappen über den großen Gegner Mercedes.

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Verstappen hofft auf Wetter, Albon auf Besserung

Die einzige Hoffnung für das Rennen in Ungarn bleibt für ihn die Wettervorhersage, die für das gesamte Wochenende wechselhafte Bedingungen prognostiziert: "Wir müssen abwarten, wie es wird. Das Wetter kann hier eine große Rolle spielen und für ein bisschen Chaos sorgen."

Sein Teamkollege will auch ohne Hilfe vom Wetter einen Schritt in die richtige Richtung machen. "Es gab nur einen Stint, den ersten auf Soft, der nicht so toll war. Das war's schon", spielt Albon die Kritik an seiner Rennpace im Steiermark GP herunter. "Der zweite Stint war gar nicht schlecht. Ich muss nur am Start etwas arbeiten. Aber dafür habe ich schon ein paar Ideen und Lösungen."


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