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Formel 1 Spielberg: Hamilton-Strafe nach Red-Bull-Protest

Lewis Hamilton kassiert nun doch für ein Gelbvergehen im Qualifying zum Österreich GP eine Strafe. Red Bull hatte mit neuen Video-Aufnahmen protestiert.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Formel 1 verrückt beim Österreich GP 2020 in Spielberg: Nachdem Lewis Hamilton nach dem Qualifying am Samstag noch einer Strafe entgangen war, weil er im Q3 vermeintlich unter gelben Flaggen nicht vom Gas gegangen war, folgt einen Tag später nun doch eine Versetzung in der Startaufstellung für das Formel-1-Rennen auf dem Red Bull Ring.

Hintergrund: Red Bull reichte am Sonntag noch vor dem Start einen Protest gegen das Urteil der Stewards von Samstagabend ein. Grund dafür waren neue Beweise, genauer gesagt neues Video-Material von der betreffenden Szene, das Hamilton nun doch eines Gelbvergehens überführte.

Formel 1 kurios: Startaufstellung vor offiziellem Urteil umgebaut

Zuvor hatten die Stewards in ihrer Begründung erklärt, Hamilton seien in der Szene einander widersprechende Signale - sowohl grün als auch gelb - angezeigt worden. Hamilton selbst hatte angegeben einzig grüne Signale gesehen zu haben.

Nach Ansicht der neuen Bilder revidierten die Stewards diese Entscheidung kurz vor dem Start. Noch vor der offiziellen Urteilsverkündung wurde der Ausgang offensichtlich, weil Mercedes plötzlich Lewis Hamiltons Startbox auf P5 aufbaute, Red Bull Max Verstappen auf P2 einrichtete.

360-Grad-Kamera überführt Lewis Hamilton

Wenig später kam das offizielle Urteil von der FIA: die Beweise waren signifikant und neu, drei Plätze Startplatz-Strafe und zwei Strafpunkte Lewis Hamilton. Das entspricht exakt jener Sanktion, die auch Max Verstappen für das idente Vergehen im Qualifying zum Mexiko GP des Vorjahres kassiert hatte. "Das war eins zu eins der Max von Mexiko. Und dort hat Hamilton gesagt, wie gefährlich das war", erinnerte Red Bulls Motorsportberater schon am Samstag im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com

Interessant: Die Rundenzeit wurde Hamilton nicht aberkannt. Das wäre fatal gewesen, war dem Briten seine einzige andere Q3-Runde wegen eines Track-Limit-Vergehens bereits zuvor aberkannt worden.

Konkret handelte es sich bei den neuen Aufnahmen um die Bilder einer 360-Grad-Kamera auf Hamiltons Mercedes, die am Samstag noch nicht vorlagen. Diese zeigten nun ein gelb leuchtendes Signal links der Strecke in Kurve fünf. Erst am Ende von Marshal-Sektor neun wurde ein grünes Licht gezeigt.

Damit rückt nicht nur Verstappen auf P2 neben Valtteri Bottas, sondern auch Lando Norris auf P3 und Alex Albon auf P4.


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