Motorsport-Magzain.com Plus
Formel 1

Formel 1, Verstappen ohne Mercedes-Angst: Frontflügel gebrochen

Max Verstappen fehlt im Training zum Formel-1-Rennen in Österreich fast eine Sekunde auf Mercedes. Red-Bull Star unbesorgt: Rundenzeiten ohne Aussagekraft.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen bleibt trotz eines deftigen Rückstands von fast einer Sekunde auf die Tagesbestzeit von Lewis Hamilton im Training zum Großen Preis von Österreich der Formel 1 entspannt. „Die Rundenzeiten sagen eigentlich gar nichts aus, weil ich mir auf meiner schnellsten Runde den Frontflügel gebrochen habe“, kommentierte der Niederländer am TV-Mikrofon von Sky Sports F1 UK das Ergebnis des Freitags trocken.

Angst wegen zweimal zwei Mercedes an der Spitze in beiden Trainingseinheiten auf dem Red Bull Ring in Spielberg? Gibt es nicht. „Wir sind zuversichtlich, denke ich. Es gibt immer Dinge, die du besser machen kannst, aber insgesamt war es ein guter Tag und ich freue mich auf morgen“, sagte Verstappen.

Marko: Gegen Hamilton braucht Red Bull Optimum

Ähnlich bewertet Dr. Helmut Marko die Lage. „Wir haben einige Probleme gehabt, Max hat einen Frontflügel beschädigt und dergleichen“, sagte der Motorsportberater Red Bulls bei RTL. Allerdings sehe Mercedes mehr als vorzeigbar aus. „Mercedes - oder speziell Hamilton - ist sehr, sehr stark. Bei uns muss glaube ich alles optimal laufen, damit wir in die Nähe von Hamilton kommen“, sagte Marko.

Die größte Hoffnung nach den beiden Vorjahressiegen durch Verstappen beim Österreich GP ruht allerdings vor allem - und einmal - mehr auf dem Wetter, besser gesagt den laut Prognosen für das restliche Wochenende höheren Temperaturen. Marko erinnert: „Es soll wärmer werden und das war ja bei Mercedes in den vergangenen Jahren der Knackpunkt. Mit mehr Temperatur mussten sie ihre Karosserie öffnen und haben damit Performance verloren. Das ist ein Hoffnungsschimmer.“

Horner: Red Bull so gut vorbereitet wie seit 2013 nicht

Teamchef Christian Horner äußerte sich unterdessen schon in der Pause zwischen den beiden Trainings. Also nach der ersten Einheit, in der Verstappen noch Platz drei hinten den beiden Mercedes (+ 0,602 Sek.) bekleidet hatte. Dabei gab sich der Brite mehr als nur optimistisch, generell für die kommende Saison.

„Seit 2014 die Hybrid-Formel eingeführt worden ist, war das hier definitiv unsere beste Saisonvorbereitung, auch wenn es eine sehr andere Vorbereitung war“, sagte Horner in der offiziellen Teamchef-Pressenkonferenz der FIA.

Red Bull sieht sich bereit für Kampf mit Mercedes

„Wir sind jetzt im zweiten Jahr unserer Partnerschaft mit Honda, mit drei Rennsiegen war es vergangenes Jahr schon ein großartiger Start und ich denke, dass wir mit dem Momentum, das wir aufgebaut haben, und mit der Angleichung, die bei den Motoren vor sich zu gehen scheint, besser vorbereitet in dieses Jahr kommen als jemals zuvor in der Hybrid-Ära. Das würde uns zurück zu 2013 bringen …“ Damals gewann Red Bull mit Sebastian Vettel mit einer dominanten Vorstellung zuletzt den WM-Titel.

Mercedes zu schlagen werde dennoch ‚extrem schwierig‘, so Horner. „Deshalb ist es wichtig, die Basis dieses Autos richtig hinzubekommen, weil das nicht nur dieses Jahr betrifft, sondern auch nächstes“, sagte Horner. Für 2021 werden die aktuellen Boliden so gut wie eingefroren. „Wir haben eine gute Grundlage. Wir sind Mercedes bereits vergangenes Jahr auf einigen Strecken nahgekommen, hoffentlich können wir den Druck aufrechterhalten und ihnen dieses Jahr keine leichte Zeit geben.“

Albon bestätigt Verstappen-Zuversicht

Dass die aktuelle Basis trotz der Mercedes-Gala zum Auftakt in Spielberg zu passen scheint, zeigt, dass sich nicht nur Verstappen zuversichtlich äußerte. Verständnis-Probleme des Red Bull RB16 scheint es jedenfalls auch für Alexander Albon keine zu geben. „Wir wissen, woran wir arbeiten wollen. Wir wissen, welche Bereiche am Auto wir anschauen wollen, sowohl für die Shortruns als auch die Longruns“, sagte der Brite.

Sein Dreher im zweiten Training lässt er jedenfalls nicht als Problem mit der Fahrbarkeit durchgehen. „Ich habe einfach gepusht“, winkte Albon ab. „Auf den Renn-Runs wird das Auto natürlich etwas bockig. Ich habe ein bisschen gepusht und hatte etwas Übersteuern.“ Zum Kräfteverhältnis lasse sich so richtig ohnehin noch nichts sagen. Albon: „Es waren alle mit verschiedenen Motoreinstellungen unterwegs. Wir werden es morgen sehen.“


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magzain.com Plus