Formel 1

Formel 1 heute vor 24 Jahren: Schumacher, der Regenmeister

Heute vor 24 Jahren in der Formel 1: Michael Schumachers berühmtestes Regenrennen. MSM blickt in einer neuen Geschichtsserie zurück auf besondere Momente.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2020 lässt wegen der Coronavirus-Pandemie auf sich warten. Motorsport-Magazin.com nutzt die Zwangspause für eine neue Serie historischer Beiträge - 'On this day'. Heute: 02. Juni - Michael Schumacher krönt sich in Barcelona zum neuen Regenmeister.

Formel 1 heute vor 24 Jahren: Schumis Ferrari-Debütsieg

Michael Schumachers Wechsel zu Ferrari begann 1996 alles andere als traumhaft. Rote Gurke statt rote Göttin hieß es, der Ferrari F310 war kein großer Wurf. Als es zum siebten Saisonrennen in Barcelona ging, hatte er noch kein Rennen gewonnen, und schlimmer noch - beim vorangegangenen Monaco-GP hatte er auf regennasser Fahrbahn das Auto selbst in die Wand gefahren, noch in der ersten Runde.

In Spanien regnete es am Renn-Sonntag wieder. Die nächste Chance - im Regen zählt bekanntlich der Fahrer mehr als das Auto. Und was für ein Regen es war. Die Sicht ging gegen null, schon der Start (vom Grid, nicht hinter dem Safety Car) war grenzwertig. Schlimmer ging es nicht mehr.

Schumacher zerstört Konkurrenz im Barcelona-Regen

Wieder wurde aus Schumachers erster Runde aber nichts. Ein schlechter Start warf ihn ins Mittelfeld zurück. War der Deutsche wirklich der neue Regenmeister, der Erbe Ayrton Sennas? Sollten bei manchen solche Zweifel aufgekommen sein, so dürften die nicht lange angehalten haben. Denn jetzt legte der Meister los.

Im Unwetter drehten sich links und rechts Fahrer von der Strecke, WM-Leader Damon Hill gleich drei Mal und am Ende in die Wand. Nicht aber Schumacher. Er brauchte nur wenige Runden, um zu den Führenden Jean Alesi und Jacques Villeneuve aufzuschließen, und sie auch zu überholen. Wer glaubte, dass diese Aufholjagd das Limit war, den belehrte er dann sofort eines besseren: Befreit von Gischt und Verkehr fuhr er plötzlich fünf Sekunden schneller als Williams-Pilot-Villeneuve.

Jacques Villeneuve, kein Hindernis - Foto: Sutton

Und er wurde auch nicht viel langsamer. Seine ersten Verfolger Alesi und Villeneuve lagen am Ende über 45 Sekunden zurück, trotz eines zusätzlichen Boxenstopps von Schumacher. Eine Legende war geboren, einen besseren ersten Ferrari-Sieg hätte man sich wohl kaum vorstellen können. 71 weitere und fünf WM-Titel folgten.

Schumacher und Teamchef Jean Todt: Beginn einer legendären Partnerschaft - Foto: Sutton

Formel 1 heute vor 29 Jahren: Mansell würgt ab

1991 begann die Formel-1-Saison mit vier Siegen von Ayrton Senna und McLaren in vier Rennen - und als das fünfte Rennen in Kanada anstand, schien der in der WM gefährlich weit zu enteilen. Doch Nigel Mansell schickte sich an, in Montreal endlich für Williams zurückzuschlagen. Er schoss von Platz zwei aus in Führung und kontrollierte von da an das Rennen.

Der Sieg schien sicher, in der letzten Runde trödelte Mansell um den Kurs und winkte bereits dem Publikum zu. Dann kam er aus der Haarnadel, und nichts ging mehr. Auto im Leerlauf, kein Vortrieb. Nur zwei Schikanen vom Ziel entfernt musste Mansell zusehen, wie sein Ex-Teamrivale Nelson Piquet im Benetton vorbeizog und gewann. Als Williams später in der Box das Auto überprüfte, sprang es wieder an - offenbar hatte Mansell in der Haarnadel die Drehzahl zu weit nach unten fallen lassen.

Nigel Mansell, erledigt nach Ausfall - Foto: Sutton

Heute vor 50 Jahren: Bruce McLaren verstirbt

Mit Bruce McLaren verlor die Formel-1-Welt heute vor 50 Jahren außerdem einen der großen Namen der 1960er. McLarens Name ist F1-Fans seit jeher durch das von ihm gegründete McLaren-Team bekannt, das seit 1966 am Start steht.

Der Neuseeländer McLaren selbst war nicht nur ein Teamgründer, sondern auch ein großer Rennfahrer: 1959 gewann er schon im Alter von 22 Jahren sein erstes Formel-1-Rennen für Cooper. Vier weitere Siege bei 100 Starts folgten. Die Karriere endete viel zu früh. Am 2. Juni 1970 verunfallte McLaren am Steuer eines McLaren M8D Canam-Prototypen bei Testfahrten in Goodwood tödlich.

Zum 50. Todestag ehrt McLaren heute in ihrem Hauptquartier in Woking den Teamgründer. Eine Bronzestatue, umrahmt von McLarens alten Rennautos und fünfzig Kerzen, gibt es zum Gedenken.

Zum Todestag ehrt McLaren den Gründer mit Statue - Foto: McLaren

"Wir nehmen uns an diesem wichtigen Tag einen Moment Zeit, um seinen Verlust zu betrauern, aber auch, um uns von seinem Leben inspirieren zu lassen", sagt McLarens heutiger Motorsportchef Zak Brown. "Der Geist von Bruce lebt in allen Leuten weiter, die heute bei McLaren arbeiten. Wir fahren, um ihn zu ehren, furchtlos vorwärts, immer um besser zu werden."

Was sonst noch geschah:

Vor 64 Jahren: Jan Lammers wird geboren. Der Niederländer versuchte sich bei 41 F1-Rennen zu qualifizieren, schaffte es bei 23. Einen Top-Platz bekam er nie, ein solider Fahrer war er trotzdem. In seiner langen Sportwagen-Karriere gewann er für Jaguar in Le Mans, 2018 trat er dort noch immer in der LMP2-Klasse an.


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