Formel 1

Red Bull schwächt Markos Coronavirus-Kommentare: War nie ernst

Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko sorgte mit Idee, Formel-1-Fahrer absichtlich anzustecken, für Wirbel. F1-Teamchef Christian Horner bremst.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die eigenen Formel-1-Fahrer während der aktuellen Pause in einem Trainingscamp mit dem Coronavirus infizieren? Mit dieser Idee sorgte Red Bulls Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko am Sonntag in einem Interview mit dem ORF für große Aufregung.

Diese Idee, so die Fahrer zu immunisieren und sie für die Saison vorzubereiten, sei tatsächlich kein Scherz gewesen und ernsthaft angesprochen worden, wenngleich sie laut Marko schnell abgetan wurde. Trotzdem erntete der 76-jährige Österreicher harte Kritik. Inzwischen meldete sich auch sein Red-Bull-Kollege, Teamchef Christian Horner, zu Wort und versuchte, Markos Aussagen etwas abzuschwächen.

Horner bremst: Coronavirus-Infektion nie wirklich erwogen

Angesprochen wurde das Thema bei der Teamführung von Red Bull tatsächlich, bestätigt Horner gegenüber der BBC. Allerdings: "Helmuts Kommentare wurden gemacht, bevor der Ernst der Lage klar war. Es wurde nie als ernsthafter Vorschlag diskutiert oder vorgelegt."

"Wie Helmut hervorhob, gab es dafür keine Unterstützung innerhalb von Red Bull", erklärt Horner weiter. "Es war in vielerlei Hinsicht ein Nebenbemerkung, bevor zu erkennen war, wie ernst es um diese Pandemie steht."

Die Red-Bull-Fahrer bleiben virusfrei, so sieht zumindest der Plan aus. Das Team ist wie fast alle F1-Teams gegenwärtig damit beschäftigt, in der Krise das britische Gesundheitssystem mit medizinischem Equipment zu unterstützen. "Dinge wie das Projekt mit den Beatmungsgeräten zeugen, wie ernst wir das nehmen und wie viel Aufwand wir da reinstecken", meint Horner.

"Leute wie Rob Marshall, unser Chefdesigner, er hat ein paar Nächte dafür durchgemacht, um technische Lösungen für die gefundenen Probleme zu entwickeln", beschreibt Horner. Mercedes hat ebenfalls schon eine Atemhilfe weiterentwickelt, alle anderen in Großbritannien Teams arbeiten genauso am Projekt.

Wann die Fabriken wieder auf Formel-1-Projekte umschwenken können, will Horner nicht prognostizieren. Momentan läuft die vorgezogenen, 21 Tage lange Sommerpause, alle F1-Arbeiten sind verpflichtend eingestellt. Diesen Shutdown noch weiter zu verlängern, wäre laut dem inzwischen angepassten Regelwerk möglich, wenn aufgrund staatlicher Einschränkungen nicht alle Teams Mitte April wieder für normale Arbeiten in die Fabrik fahren dürfen. "Ich kann mir nur vorstellen, dass es bis Ende April, Anfang Mai verlängert wird und wir es uns dann noch einmal anschauen", meint Horner.


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