Formel 1

Formel 1, McLaren: Das sind die Baustellen für den Winter

McLaren hat sich 2019 zum Best of the Rest verbessert, aber einige Punkte liegen lassen. Das Team kennt die Baustellen, um sich 2020 zu verbessern.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - In der Formel-1-Saison 2019 befand sich McLaren im Aufschwung. Der Traditionsrennstall aus Woking belegte am Ende des Jahres den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM. Carlos Sainz und Rookie Lando Norris holten zusammen 145 Punkte für das Team. In 16 der 21 Saisonrennen landete mindestens ein McLaren-Fahrer in den Punkten. Sainz beendete mit seinem dritten Platz beim Brasilien GP darüber hinaus eine mehr als fünf Jahre dauernde Podiums-Flaute des Teams.

McLaren hat sich damit zum Best of the Rest gemausert. Für die Mannschaft wäre noch mehr möglich gewesen: Durch verpatzte Boxenstopps verloren die Piloten mehrmals wertvolle Zeit. Carlos Sainz musste das Auto in Monza sogar abstellen, weil ein Reifen nicht richtig montiert war. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, will der Teamchef Andreas Seidl das Equipment des Teams aufrüsten.

Nachdem es in Austin wieder einen Zwischenfall gegeben hatte, kündigte er an: "Wir brauchen Sicherheitsmechanismen, die man in das Equipment integrieren kann. Dann kann das Auto einfach nicht losfahren, wenn die Reifen nicht vollständig montiert sind. Das ist eine Sache für den Winter."

Norris wünscht sich breiteres Arbeitsfenster des Autos

Aber auch am Auto gibt es einige Schwachstellen, die das Team für die kommende Saison ausmerzen will. Zu Motorsport-Magazin.com sagte Lando Norris beim Saisonfinale in Abu Dhabi: "Downforce ist ein großes Thema. Aber es geht nicht nur um Downforce, sondern auch um die Effizienz des Autos. Es muss bei unterschiedlichen Bedingungen funktionieren, in verschiedenen Kurventypen und bei verschiedenen Geschwindigkeiten."

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Der Brite wünscht sich für die Saison 2020 ein ausgewogeneres Handling und ein breiteres Arbeitsfenster des Autos. "Es funktioniert auf manchen Strecken und auf anderen Strecken überhaupt nicht. Idealerweise funktioniert es auf beiden. Besser wäre vielleicht, wenn es auf der einen Strecke nicht mehr perfekt ist, dafür aber auf einer anderen besser. Der größte Bereich für Verbesserungen ist, wie sich das Auto verhält", beschrieb Norris gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Sainz, Norris und Seidl sorgten für neuen Wind bei McLaren

McLaren war mit einer neuen Besetzung in die Saison gestartet. Sainz und Norris stießen als Fahrer hinzu. Sie lösten Stoffel Vandoorne und Fernando Alonso ab. Außerdem gab es in Person von Andreas Seidl einen neuen Teamchef. Für Norris liegt der Aufschwung in diesem Jahr auch daran, dass die Schlüsselpositionen neu besetzt worden sind: "Es gab zwei neue Fahrer und Andreas ist hinzugestoßen. Das hat alles erneuert." Auch auf die Frage, weshalb der Erfolg für viele überraschend kam, hat er eine Antwort: "Wir haben in den letzten Jahren immer zu viel versprochen. Das haben wir dieses Mal nicht gemacht."

Nach der erfolgreichen Saison 2019 dürfte es für das Team allerdings schwierig sein, die Erwartungen niedrig zu halten. Vor dem Wechsel zum neuen Motorenpartner Mercedes wird McLaren 2020 letztmalig mit Renault-Aggregaten an den Start gehen.


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