Formel 1

Formel 1 - Rätsel um Russell: Ist keine Krankheit, fit genug

George Russell sorgte am Freitag in Abu Dhabi für Sorgen bei Williams. Rookie fühlte sich unwohl, Suche nach Ersatz. Jetzt sagt er: Bin gar nicht erkrankt.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - George Russell gibt der Formel 1 am Freitag in Abu Dhabi Rätsel auf. Vor dem Training zum Saisonfinale wurde bekannt, dass sich der britische Rookie unwohl fühlt, Williams suchte schon nach einem möglichen Ersatzkandidaten.

Das war nötig, weil das Team für 2019 formal keinen Reservefahrer genannt hat. Zunächst fiel der Name Esteban Ocon, dritter Mann bei Motorenpartner Mercedes. Dann sollte es doch eher Ex-Fahrer Sergey Sirotkin werden. Obwohl der Russe eigentlich schon parallel als Reservist bei McLaren und Renault angestellt ist.

Der frisch für 2020 verpflichtete Nicholas Latifi wäre einzig für einen Einsatz im Training möglich gewesen, noch verfügt der Kanadier nicht über die für Qualifying und Rennen nötige Superlizenz. Die nötigen Punkte dafür wird Latifi formal erst nach dem Saisonfinale der Formel 2 in Abu Dhabi erzielt haben.

Doch all das sollte sich letztlich als hinfällig erweisen. Russell fuhr schließlich doch in beiden Freien Trainings regulär mit. Mit 24 Umläufen drehte der britische Mercedes-Junior im ersten Training sogar mehr Runden als jeder andere Pilot, im zweiten umrundete er den Yas Marina Circuit eine Sekunde schneller als Teamkollege Robert Kubica. So schlecht konnte es also doch nicht gewesen sein.

Was war also los? Nachdem Teamchefin Claire Williams in diversen TV-Interviews über den Tag kein Statement abgeben wollte, da es sich um die private Angelegenheit ihres Fahrers handele, äußerte sich am Abend letztlich Russell selbst.

Eine alles erklärende Antwort gab der Brite jedoch nicht. Einzig, dass es nun doch für ein reguläres Bestreiten des Rennwochenendes reichen werde, ließ sich Russell entlocken. "Ich habe mich nicht so gut gefühlt", so Russell. "Die Leute von Hintsa [Performance; Sportmediziner, gegründet von der verstorbenen F1-Mediziner-Legende Aki Hintsa] haben ein Auge auf alles, aber ich fühle mich gut genug, um zu fahren. Das ist das Wichtigste."

Näher erklären wollte er seinen Zustand jedoch nicht. "Ich werde das nicht ausführen. Es ist keine Krankheit. Es ist einfach etwas anderes. Ich werde es ausführen wenn die Zeit dafür richtig ist", so Russell.

Die Suche Williams' nach einem Ersatz sei nötig gewesen, weil man sich im Hotelzimmer eben schon einmal schlechter fühlen könne als dann im Auto. "Letzte Nacht fühlte ich mich okay, aber ich wusste nicht, wie es heute sein würde. Es wird auch alles Sinn ergeben, wenn ich es erkläre. Aber wie schon gesagt, ist es jetzt nicht an der Zeit dafür", so Russell kryptisch.

"Die oberste Priorität war, auf mich selbst zu schauen und dann war immer der Plan, dass wir nach dem Training schauen. Aber natürlich musste das Team da einfach schon nach einem Back-Up-Plan schauen. Ich fühle mich jetzt nicht bei 100 Prozent, aber gut genug, um zu fahren."


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