Formel 1

Formel 1 Brasilien 2019: Die heißesten Fragen vor dem Rennen

Die Formel 1 kommt zum vorletzten Saisonrennen 2019 nach Sao Paulo. Beim Brasilien GP will Ferrari beweisen, auch legal stark zu sein. Die Brennpunkte.
von Jonas Fehling
Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Brasilien GP: (10:22 Min.)

Die Formel-1-Saison 2019 befindet sich in der letzten Kurve. Bevor es in Abu Dhabi auf die Zielgerade geht, steht am kommenden Wochenende noch einmal einer der größten Klassiker des Rennkalenders an: Der Brasilien GP in Sao Paulo!

Auf dem Autódromo José Carlos Pace will Ferrari Wiedergutmachung für die zuletzt schwache Performance in Austin - und damit auch allen Stimmen, Ferrari könne nur illegal stark sein, das Gegenteil beweisen. Mercedes dagegen muss ohne Toto Wolff klarkommen während sich der Kampf um Rang drei in der WM-Wertung zuspitzt.

Das und mehr in den Brennpunkten vor dem Rennen.

#1 - Findet Ferrari zurück zur Form?

Ferrari präsentierte sich seit der Rückkehr der Formel 1 aus der Sommerpause wie ausgewechselt. Plötzlich war die Scuderia siegfähig. Das erregte Argwohn. Vor allem der unfassbare Topspeed von Sebastian Vettel und Charles Leclerc ließ manchen Konkurrenten zweifeln, ob im Herz des SF90 noch alles mit rechten Dingen zuging.

Am vergangenen Rennwochenende in Austin war es damit jedoch wie aus dem Nichts vorbei. Ferrari war ausgerechnet bei jenem Grand Prix, vor dem die FIA eine neue Direkte zum Benzindurchfluss herausgab, plötzlich außer Form. Ursache und Wirkung schienen für manch einen Experten (und Rivalen) offensichtlich.

Doch Ferrari wehrte sich, bestritt einen Zusammenhang, bestritt, auch nur eine Anpassung an der Power Unit vorgenommen zu haben. Weniger Topspeed sei mehr Downforce für die S-Kurven geschuldet gewesen, zudem habe Leclerc nach einem Öl-Leck im Training auf eine ältere Power Unit zurückrüsten müssen.

In Brasilien gibt es nun ein komplett neues Aggregat für den Monegasse. Das sorgt zwar für eine Strafe, aber auch für wiederhergestellte Performance durch einen frischen Antrieb. Das zeigt auch: Ferrari will nicht nur durch Ergebnisse, sondern vor allem Pace glänzen. Und so den Beweis antreten, dass der Bolide nie illegal gewesen ist.

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Das sollte den Roten auch unbedingt gelingen. In Sao Paulo kommt es dank langer Geraden und der steilen Passage am Ende extrem auf die Leistung an. Hier müsste der Vorteil eigentlich größer sein als zuletzt in Austin.

#2 - Wie schlägt sich Mercedes ohne Teamchef?

Mercedes reist mit einem Doppelsieg, der ersten Pole nach der Sommerpause und zwei WM-Titeln nach Brasilien. Aber ohne Motorsportchef Toto Wolff. Der Leitwolf der Silberpfeile lässt erstmals seit 2013 ein Rennen aus. Die bereits fixierten Titel geben ihm die Gelegenheit, sich "in Europa anderen Themen zu widmen". Das könnte etwa der bevorstehende Saisonstart in der Formel E sein. Als Motorsportchef zeichnet Wolff auch für das dortige Mercedes-Engagement verantwortlich.

Doch leider darunter die Performance des F1-Teams? Um einen Rennsieg in Brasilien geht es immerhin noch immer, WM-Titel hin oder her. Einen großen Nachteil sollte man jedenfalls nicht erwarten. Das Mercedes-Team funktioniert seit Jahren ohne große Veränderungen auf Schlüsselpositionen, ist eingespielt. Dementsprechend übergibt Wolff das Zepter ruhigen Gewissens.

#3 - Wer wird WM-Dritter?

Lewis Hamilton ist Weltmeister, Valtteri Bottas hat P2 in der WM ebenfalls sicher. Damit geht es nur noch darum, wer Dritter wird und sich damit den begehrten Abend auf der FIA-Gala Ende des Jahres sichert. Aktuell deutet es darauf hin, dass dieses Mal zumindest ein Ferrari-Pilot teilnehmen wird.

Vor dem Brasilien GP führt Charles Leclerc (249 Punkte) mit einem kleinen Polster vor Max Verstappen (235). Durch seinen bitteren Ausfall in Austin liegt Vettel noch weitere fünf Zähler zurück (230).

Eine Vorentscheidung in Interlagos erscheint dennoch unwahrscheinlich. Für die könnte allenfalls Leclerc sorgen. Doch seine Motorstrafe sorgt nun dafür, dass seine Verfolger eher Punkte gutmachen werden als dass er sich weiter absetzt.

#4 - Gibt es mehr Boxenstopp-Dramen bei McLaren?

So sehr sich McLaren in der Formel 1 2019 rehabilitiert hat, inzwischen fast schon in die große Weite zwischen Top-Teams und Mittelfeld vorgestoßen ist, so sehr schleppt Woking auch ein Laster mit sich herum: Immer wieder patzt die Boxencrew. Nicht nur langsame Stopps, sondern nicht einmal vollendete (Unsafe Release!) treffen mal Carlos Sainz, mal Lando Norris hart.

Eine schnelle Heilung ist nicht zu erwarten. Laut Teamchef Andreas Seidl sind die Probleme weniger auf die Leistung der Boxencrew, sondern vielmehr nicht die beste Ausstattung zurückzuführen. 2020 soll das Equipment modernisiert werden.

#5 - Wird Renault wieder Best of the Rest?

Renault sendete zuletzt in Austin ein Lebenszeichen. Daniel Ricciardo wurde als Sechster bester Mittelfeldpilot - noch vor McLaren. Das war vor allem der besseren Rennpace geschuldet, Renaults Probleme liegen mehr im Quali-Trimm. Doch wie sieht es in Brasilien aus? Kann Renault McLaren wieder ärgern? Möglich.

In Mexiko kämpfte McLaren erheblich, bekam die Reifen durch die wilde Rutscherei in der Höhenluft nicht ins Arbeitsfenster. Warum das eine Rolle für Interlagos spielen kann? Weil es sich bei Sao Paulo mit 800 Metern über Meeresspiegel um die nach Mexiko immerhin zweithöchste Strecke des Kalenders handelt.

Doch muss Renault deshalb nicht gleich Chef im Mittelfeld sein. Racing Point wiedererstarkte zuletzt deutlich, glaubt trotz 18 Punkten Rückstand auf die Franzosen bei nur noch zwei Grands Prix sogar noch an WM-Rang fünf.

Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Brasilien GP: (10:22 Min.)


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