Formel 1

Formel 1: Ricciardo auch ohne Erfolge glücklicher als 2018

Daniel Ricciardo kam vom Siegerteam Red Bull zu Renault. Obwohl er sich dort mehr erwartet hatte, bereut er den Wechsel nicht.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo hat aktuell die Nase im teaminternen Duell gegen Nico Hülkenberg vorne. Doch um die vorderen Ränge kann der Australier nach seinem Wechsel zu Renault derzeit nicht mehr mitkämpfen. Das Werksteam wird in diesem Jahr voraussichtlich das selbst gesteckte Ziel verfehlen: Eigentlich wollten die Franzosen vierte Kraft hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull werden. Stattdessen liegt der Rennstall aktuell auf dem fünften Platz in der Konstrukteurs-WM der Formel 1.

Nachdem er zuvor fünf Saisons mit Red Bull bestritten hatte, musste Ricciardo seine Erwartungen für 2019 herunterschrauben. Im Vorjahr stand er noch zweimal ganz oben auf dem Siegerpodest, insgesamt blickt er auf sieben Grand-Prix-Erfolge in seiner Karriere zurück. Solche sind seit seinem Wechsel zu Renault außer Reichweite geraten. "Von Red Bull kommend habe ich gehofft, dass wir den Rückstand auf die ersten drei Teams reduzieren konnten, was uns nicht gelungen ist. Wir brauchen mindestens ein weiteres Jahr, um das zu erreichen. Ich will besser sein, das ist klar. Aber es ist nicht so, dass ich den Wechsel bereue", sagt der 30-Jährige.

Der Renault-Fahrer stellt klar, dass die sportliche Leistung nicht der einzige Faktor für den Wechsel zum Werksteam war: "Ich war letztes Jahr ziemlich frustriert. Ich hatte einige technische Probleme und brauchte einen Wechsel. Obwohl die Ergebnisse noch nicht stimmen, hat mir der Wechsel gutgetan. Ich verlasse die Rennstrecke immer dann happy und erfüllt, wenn ich das erreicht habe, was für mich möglich war. Für dich selbst ist es genug, dass du weißt, alles getan zu haben. Es gab auch schon Podien, mit denen ich nicht zufrieden war."

Ricciardo geht seit 2011 in der Formel 1 an den Start. Obwohl er vor seinem Wechsel zu Renault schon viel Erfahrung in einem Top-Team wie Red Bull gesammelt hatte, konnte er in dieser Saison seine fahrerischen Fähigkeiten weiterentwickeln. Das führt er darauf zurück, dass der Renault R.S. 19 schwieriger zu handeln sei als seine Autos der vergangenen Jahre. "Ich habe gelernt, mehr aus mir herauszuholen, beispielsweise beim Bremsen. Der Red Bull war einfach immer stark auf der Bremse. Aber es gibt eine Menge beim Setup, das ein Auto gut macht. Das verstehe ich nun besser. Ich weiß nun, was ich brauche und was ich mag."

Team für Team: Die Tops & Flops vom US GP 2019: (13:26 Min.)

Auch den Kämpfen im Mittelfeld kann er Gutes abgewinnen: "Ich habe meine Fähigkeiten in der ersten Runde verbessert. Das konnte ich im Mittelfeld lernen. Im Rennen lief es immer gut mit dem Überholen, aber in Runde eins nicht mehr. Das ist ein cooler neuer Skill."

Ricciardo will Momentum für 2020 aufbauen

Im Spätsommer erlebte Renault in Monza ein starkes Rennen. Ricciardo beendete den Italien GP auf dem vierten Platz, Teamkollege Hülkenberg wurde Fünfter. Das war die beste Teamleistung seit der Rückkehr des Werksteams. Doch schon am darauffolgenden Rennwochenende in Singapur war die Euphorie verflogen. Nach Platz zehn in der Qualifikation wurde der Australier aus der Wertung genommen, weil seine MGU-K zu viel Leistung abgegeben hat. "Immer, wenn wir Schwung aufnehmen, um Momentum aufzubauen, kommt wie in Singapur etwas dazwischen", sagt Ricciardo.

Deswegen will Ricciardo die letzten Rennen der Saison dazu nutzen, ein Momentum aufzubauen, von dem er auch 2020 noch profitieren kann. Ansonsten gilt für ihn die Devise: "Wir müssen es abschütteln und nach vorne schauen. Das ist das Einzige, das wir machen können. Es bringt nichts, dazusitzen und uns selbst zu bemitleiden."


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