Formel 1

Formel 1, Hamilton zu Ferrari? Gerüchte für Wolff übertrieben

Über Lewis Hamiltons Formel-1-Zukunft wird immer wieder diskutiert. Von den vielen Gerüchten über den 2021er-Platz seines Stars hält Toto Wolff wenig.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Zumindest 2020 fährt Lewis Hamilton noch für Mercedes in der Formel 1. Der Brite, der 2019 auf bestem Kurs ist, um sich den sechsten WM-Titel zu sichern, könnte somit die aktuelle Reglements-Periode theoretisch sogar mit dem siebten WM-Titel abschließen und mit Rekordhalter Michael Schumacher gleichziehen.

Aber wie geht es dann weiter? Für 2021 hat Hamilton noch keinen Vertrag, und er ist nicht der Einzige: Bei einigen Teams werden zeitgleich mit der Einführung komplett neuer Regeln Cockpits frei, so auch bei Ferrari. Immer wieder keimt die Frage auf: Will Hamilton, der seine ganze Karriere beim Mercedes-Konzern verbrachte, noch eine ganz neue Herausforderung? Will er die WM mit dem berühmtesten Team der F1-Geschichte, mit Ferrari? Oder will er der Formel 1 gar den Rücken kehren?

Vereinzelt tauchten zum Thema Hamilton und Ferrari in den letzten Monaten schließlich immer wieder kleine Happen auf. Hamilton hat sich schon einmal als Ferrari-Fan bezeichnet, während sein Teamchef Toto Wolff ebenfalls anerkannte, dass die meisten Formel-1-Fahrer irgendwann in ihrer Karriere das Bedürfnis verspüren, zur geschichtsträchtigen Scuderia zu wechseln.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff: Hamilton-Gerüchte übertrieben

Wolff wehrt solche Gerüchte nun aber erst einmal ab: "Ich glaube, dass dieses Ferrari-Ding ziemlich übertrieben wurde. Lewis hat eine klare Meinung bezüglich seiner Zukunfts-Vorstellungen, und wir waren schon immer unseren Fahrern gegenüber sehr loyal." Zwischen Hamilton und Mercedes gibt es also jetzt schon wieder - oder noch immer - gemeinsames Interesse am Fortführen der Partnerschaft.

Also beginnt Mercedes lieber früh als spät die ersten Sondierungsgespräche mit Hamilton für 2021. "Die Diskussionen haben langsam, aber sicher begonnen", bestätigt Wolff. Andererseits gilt aber auch: Nichts ist fix. "Ich sehe in naher Zukunft da nichts Finales bei unserem 2021er-Fahreraufgebot. Das wird in die nächste Saison hineinlaufen." Momentan sind ja beide Mercedes-Plätze für 2021 unbesetzt - sowohl der Vertrag von Hamilton als auch der von Valtteri Bottas laufen 2020 aus.

Schließlich sind ja auch die Regeln für 2021 noch nicht fixiert, und wie das Kräfteverhältnis sich in den nächsten Monaten verschiebt, kann erst recht niemand in der Formel 1 vorhersagen. "Fahrer werden sich nach Chancen umschauen, Teams ebenso", weiß Wolff. "Sie werden ihre Optionen durchgehen, die Leistungen der Teams vergleichen. Und am Ende des Tages zählt für die Top-Leute die Leistung am Meisten."

Einen Wechsel ganz auszuschließen ist natürlich unmöglich. Schließlich haben alle Top-Teams für 2021 noch Plätze frei, das gilt nicht nur für Mercedes, sondern genauso für Ferrari und Red Bull. Es könnte nächstes Jahr theoretisch zum großen Fahrer-Karussell kommen.

Nur ein Hamilton-Sieg seit Sommerpause: Keine Panik bei Wolff

In der Gegenwart läuft es für Hamilton außerdem nicht ganz so gut wie sonst. Er, der für Siegesserien in der zweiten Saisonhälfte der Formel 1 berühmt ist, kann 2019 seit der Rückkehr aus der Sommerpause nur einen Sieg vorweisen. Und auch der - Russland - ist eher dem Pech Ferraris zu verdanken als der eigenen Leistung.

Traumpaar: Lewis Hamilton und Mercedes - Foto: LAT Images

Aber Wolff rückt auf jeden Fall klar davon ab, Hamilton ein Formtief oder fehlende Motivation zu unterstellen. "Valtteri hat glaube ich einen Schritt nach vorne gemacht, und außerdem ist der Ferrari jetzt sehr stark und seit der Sommerpause die Messlatte. Als Ergebnis können wir nicht die Resultate einfahren, die wir in der ersten Saisonhälfte hatten."

"Aber ich würde ihn als Fahrer nicht anzweifeln", sagt Wolff. "Er befindet sich noch immer in einer guten Position, er hatte einfach nicht das Auto, um diese Art von Ergebnissen einzufahren."

Viel braucht Hamilton sowieso nicht mehr, um den sechsten WM-Titel in Mexiko oder in Austin zu fixieren. Danach geht es mit den Verhandlungen um die Zukunft erst so richtig los. "Das nimmt seinen gewöhnlichen Lauf", meint Toto Wolff. "2021 ist alles anders."


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