Formel 1

Formel 1 Japan: Kubica und Magnussen crashen, Rennen in Gefahr

Robert Kubica und Kevin Magnussen müssen nach Unfällen im Japan-Qualifying um den Rennstart bangen. Kubica mit dubiosen Andeutungen.
von Christian Menath

Das Sonntag-Qualifying zum Japan GP 2019 begann mit einem großen Knall. Nach rund zwei Minuten musste die Session zum ersten Mal unterbrochen werden, weil Robert Kubica auf dem Weg auf seine schnelle Runde in der Zielkurve abflog. Kurz nach Wiederaufnahme wurde zum zweiten Mal die Rote Flagge geschwenkt, weil Kevin Magnussen ebenfalls in der letzten Kurve verunfallte.

Kubica wurde beim Schwungholen für seine schnelle Runde zu weit nach außen getragen, kam mit der linken Fahrzeugseite neben die Strecke und wurde dadurch regelrecht Richtung Streckenbegrenzung gezogen.

Der Williams-Pilot schlug mit der linken Seite in die Reifenstapel ein. Vorder- und Hinterradaufhängung gingen dabei zu Bruch, genauso wie Frontflügel und zahlreiche weitere Karbonteile.

"Ich bin okay, aber es ist ein verdammter Witz", funkte der Pole aus dem Cockpit. Am TV-Mikrofon machte er eine weitere Andeutung, dass er wohl nicht alleine schuld am Unfall war: "Ich habe aus meiner Outlap herausbeschleunigt und es haben ein paar Dinge zu dem Unfall beigetragen. Ich bin mit den Reifen aufs Gras gekommen und bin dann in die Barriere eingeschlagen. Es hat alles schon vor dem Qualifying begonnen, aber ich will da nicht ins Detail gehen."

Zwischen Kubica und Williams kriselt es seit geraumer Zeit. In Russland musste der Pole das Rennen vorzeitig beenden, weil der Rennstall Teile sparen wollte, nachdem George Russell wegen eines Defekts verunfallt war. Aufgrund der Teileknappheit und der kurzen Zeit zwischen Qualifikation und Rennen muss Kubica nun um die Teilnahme am Rennen bangen.

Immerhin bei den Teilen konnte Williams schnell Entwarnung geben: Genügend Ersatzteile hat der Traditionsrennstall. Allerdings war nach dem Unfall ein Chassiswechsel nötig. Ob die Mechaniker in den wenigen Stunden zwischen Qualifikation und Rennen ein komplett neues Auto aufbauen können, ist fraglich.

Die Zeit droht auch bei Haas zum Problem zu werden. Kevin Magnussen erwischte es in der gleichen Kurve, allerdings verlor er beim Herausbeschleunigen das Heck. Auf der gefürchteten Bodenwelle am Ausgang der Schikane flog er mit durchdrehenden Hinterrädern rückwärts von der Strecke.

Kevin Magnussen konnte den stark havarierten Haas-Boliden immerhin an die Box zurückschleppen - Foto: LAT Images

Auch Magnussens Abflug endete in der Streckenbegrenzung. Auf dem Weg dorthin nahm er noch das DRS-Schild mit. Allerdings schaltete der Ferrari-Motor sofort in den Anti-Stall-Modus und der Däne konnte seinen stark havarierten Haas-Boliden noch zurück an die Box retten. Damit sicherte er seinen Mechanikern immerhin zusätzliche Minuten für die Reparatur.

Kurios: Am Donnerstag sagte Magnussen angesichts der drohenden Sonntags-Qualifikation noch: "Das ist ziemlich aufregend, das gibt dem Qualifying noch eine weitere Dimensionen. Man muss schnell auf Pace sein, aber gleichzeitig musst du ans Rennen denken. Ich versuche, nicht zu crashen..."


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