Formel 1

Formel 1, Verstappen: Nach Startcrash Fernduell mit Leclerc

Max Verstappens Rennen verlief in Monza nicht wie geplant. Erst Kollision, dann völlig entfesselte Pace. Red Bull Honda offenbart erst im Verkehr Schwächen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen war vor dem Formel-1-Rennen in Monza trotz Strafe noch voller Optimismus. Der Red Bull passt wie angegossen, und das von Dr. Helmut Marko angepeilte Podest schien auf dem Papier durchaus in Reichweite. Doch schon in der ersten Kurve nach dem Start hatten sich sämtliche Ambitionen zerschlagen. Die doppelte Aufholjagd endete mit Platz acht.

"Ich habe nicht einmal spät gebremst. Ich bin nur hinterher gefahren, aber dann standen plötzlich alle", erklärt Verstappen, der sich bei der Anfahrt auf die Variante del Rettifilo den Frontflügel beschädigte. "Ich habe versucht auszuweichen, aber ich habe Sergio trotzdem touchiert."

Die Folge war ein Reparaturstopp, der ihn schon nach der ersten Runde weit hinter das Feld zurückwarf. Da Verstappen so ohnehin nicht mehr um einen zweiten Boxenstopp herum kommen würde, wechselte das Team von Medium auf Soft. Der erste Stint Verstappens strotze nur so vor schnellsten Runden.

Verstappen nach Startkollision schnell wie die Spitze

"Als er freie Fahrt hatte, war Max' Pace identisch mit der des Führenden. Er war in der Lage viel Boden gutzumachen, obwohl er im Windschatten ein kleines Problem mit dem Drehzahlbegrenzer hatte, was es für ihn schwierig machte, zu überholen", erklärt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

"Ich konnte mit den Jungs vorne mithalten", so Verstappen, der bei seiner Aufholjagd noch Zeit hatte, die Monitore an der Strecke im Auge zu behalten. "Ich habe sie auf den Bildschirmen gesehen und meinen eigenen Fortschritt nachvollzogen. Ich kannte auch ihre Rundenzeiten und habe keine Zeit auf sie verloren."

Als er im Pulk angekommen war, hatte sich das jedoch schnell erledigt: "Als ich in den Verkehr kam, habe ich natürlich Zeit verloren. Aber bei freier Fahrt waren sie nicht schneller. Das ist auf einer Rennstrecke wie dieser, wo wir sonst nicht so konkurrenzfähig sind, sehr vielversprechend."

Verstappen verzweifelt an Perez: Auf Geraden einfach zu schnell

Die VSC-Phasen, bedingt durch die Ausfälle von Carlos Sainz und Daniil Kvyat, warfen ihn gegen Rennmitte jedoch erneut zurück. Während er seinen zweiten Boxenstopp unter Rennbedingungen absolvierte, profitieren einige der Konkurrenten, die er bereits überholt hatte. "Manchmal läuft es fantastisch wenn du von hinten startest, so wie letztes Jahr in Austin. Aber du kannst nicht erwarten, dass das immer so ist", stellt der 21-Jährige fest.

Auf Position acht angekommen war für ihn Endstation. An Sergio Perez, der im Racing Point ebenfalls von hinten ins Rennen gegangen war, biss er sich die Zähne aus: "Ich an einigen Autos vorbeigekommen, aber dann bin ich hinter Sergio stecken geblieben. Die hatten so einen guten Topspeed, da hatte ich keine Chance, vorbeizukommen."

Nach seiner Nullrunde in Spa und dem schwierigen Wochenende in Monza hofft Verstappen auf mehr Glück ab Singapur: "Heute ging es nur darum, zu überleben und ein paar Punkte zu holen. Das haben wir gemacht. Jetzt freue ich mich darauf, in Singapur wieder vorne zu starten. Wir hatten unsere Strafen jetzt und hoffentlich auch unseren Ärger, nun können wir uns wieder auf die Performance konzentrieren."

Albon geht aufs Ganze: Trotz Strafe Platz 6

Ein trotz deutlich besserer Startposition ebenfalls schwieriges Rennen erlebte Teamkollege Alexander Albon. Der Thailänder war bei der Q3-Farce am Samstag ohne Rundenzeit geblieben und von Platz acht gestartet. In der Anfangsphase wurde er jedoch in einen hitzigen Zweikampf mit Carlos Sainz verwickelt, bei dem er in der ersten Lesmo-Kurve den Kürzeren zog und durchs Kiesbett musste.

"Das hat ihn hinter ein paar Autos zurückgeworfen. Danach hat er Positionen gutgemacht, doch dann hat er für sein Manöver gegen Magnussen eine Fünf-Sekunden-Strafe bekommen", so Horner. "Ich hatte auf den Geraden nicht den Speed um zu überholen, als musste ich meine Manöver in den Kurven setzen", erklärt Albon.

"Das resultierte in jeder Menge Rad-an-Rad-Action und irgendwann verliert man dann zu viel Grip, wenn man so weit geht. Da wird es dann unrund und ich war ein paar Mal neben der Strecke, daher die Strafe." Am Ende kämpfte er sich auf den sechsten Platz zurück. Nach Platz fünf beim Red-Bull-Einstand für die Teamführung ein zufriedenstellendes Resultat: "Insgesamt war es eine gute Aufholjagd von Alex", lobt Horner.


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