Formel 1

FIA-Präsident Jean Todt mahnt: Motorsport nie sicher genug

Das Spa-Wochenende hat der Motorsportwelt erneut die Gefahr vor Augen geführt. 100 Prozent sicher geht nicht - aber die FIA will so nahe wie möglich kommen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Der Kampf um einen sicheren Motorsport geht weiter. 2019 hat die Motorsport-Welt, angeführt von der Formel 1, wohl den höchsten Sicherheits-Level ihrer Geschichte. Aber der Tod des Formel-2-Piloten Anthoine Hubert am Spa-Wochenende führt vor Augen, dass die Bilanz sicherlich noch nicht perfekt ist.

Dazu hat sich am Rande des Formel-1-Wochenendes von Monza auch FIA-Präsident Jean Todt geäußert, am Rande einer Präsentation zur globalen Kampagne für Sicherheit im Straßenverkehr. "Leider wissen wir, dass nicht alles vermieden werden kann", sagt Todt, der verspricht, auch im Motorsport weiterhin neue Sicherheitsmaßnahmen voranzutreiben.

Todt klar: Ein Opfer ist eines zu viel

"Es ist leider nichts Neues", sagt Todt zu Motorsport-Magazin.com im Hinblick auf den tödlichen Unfall Huberts. "Wenn du Motorsport hernimmst, hier sterben weniger Leute als im Profi-Radsport. Aber wir können trotzdem nicht glücklich sein, ein Opfer ist zu viel."

"Ich habe Leute gebeten, alle großen Unfälle der letzten Jahre im Motorsport zusammenzufassen", sagt Todt. "Die meisten waren ohne Folgen, aber leider hatten ein paar in verschiedenen Kategorien Folgen. Und wir haben vor einer Woche das mit Anthoine Hubert gesehen, und jetzt kämpft Juan Manuel Correa um sein Leben."

"Wir müssen lernen und sicherstellen, dass ein verlorenes Leben uns hilft, es besser zu verstehen", so Todt. "Aber wir werden nie kugelsicher sein."

Noch am Vormittag in Monza lieferte das Formel-3-Rennen ein passendes Beispiel: Alex Peroni hob nach dem Überfahren eines hohen Kerbs ab und flog mit dem Cockpit voraus auf den Fangzaun. Er entkam mit geringfügigen Verletzungen, aber der Unfall erinnerte zugleich an die Fortschritte im Bereich Sicherheit - und an das Gefahrenpotential, dass der Motorsport immer noch bietet.

Todt: Sicherheit nie als selbstverständlich ansehen

Jean Todt hofft jedenfalls, dass das Gefahrenpotential nicht vergessen wird. "Motorsport ist gefährlich, weniger als in der Vergangenheit, aber noch immer. Manchmal vergessen die Leute leicht. Als wir Halo einführten, meinten sie, dass wir es nicht brauchen. Wenn ich jetzt davon spreche, sagen sie, dass sie mehr wollen."

Auch Todt will mehr. "Dieses Jahr hatten wir 21 Todesfälle in allen Motorsport-Kategorien. Da sind Zuschauer, Streckenposten dabei, und wir haben die Situation auf jeden Fall im Auge. Ja, wir sprechen sehr viel über Formel 1, Formel 2, Formel 3, aber wir müssen auch auf den Kart-Sport Acht geben ... wir haben tausende von Wettbewerbern, und wir wollen niemanden verletzt sehen."

Passieren kann es aber nach wie vor, und Todt hofft auch, dass die jüngere Generation das nicht vergisst und den Kampf für mehr Sicherheit fortführt: "Sie müssen verstehen, dass sie nicht aussteigen könnten. Manchmal wird man erinnert, dass man nicht ohne Konsequenzen davonkommt. Im Leben darfst du nie etwas als selbstverständlich ansehen."


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