Formel 1

Formel 1 Spa: Hamilton glaubt Antwort auf Ferrari-Pace zu haben

Mercedes erlebte in Belgien schwierige Trainings. Probleme bei Lewis Hamilton, riesiger Rückstand auf Ferrari. Der Weltmeister setzt alles aufs Rennen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Mercedes meldete sich für Spa-Francorchamps mit Kampfansage in Form einer neuen Power Unit zurück. In den Trainings der Formel 1 für den Belgien GP 2019 war vom großen Konter gegen die in den Ardennen favorisierten Ferrari nicht viel zu sehen. Zwei rote Bestzeiten, ein üppiger Rückstand und technische Probleme waren für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas kein Auftakt nach Maß.

"Ferrari ist besonders im ersten Sektor stark. Sie sind auf der Geraden zu Turn 5 fast eine ganze Sekunde schneller als wir", so Hamilton, der die Scuderia bereits vor dem Wochenende in die Favoritenrolle gedrängt hatte. "Wir holen im Mittelsektor etwas auf, und im dritten Streckenabschnitt sieht es zwischen uns recht eng aus."

Im FP2 fehlten ihm und Bottas schlussendlich über acht Zehntel auf die Bestzeit von Charles Leclerc. "Das ist ziemlich beeindruckend", gesteht Hamilton, der bei der Performance auf einer Runde wenig Hoffnung hat: "Die gesamte Zeit liegt auf den Geraden und da ist nicht viel, was wir machen können, um aufzuholen."

Hamilton in Spa-Trainings mit Problemen

Der Rückstand war an diesem Freitag aber nicht Hamiltons einziges Problem. Im 1. Freien Training verbrachte der Weltmeister aufgrund eines Defektes viel Zeit in der Garage. "Wir hatten ein Problem mit dem Gaspedal. Ich habe Leistung verloren und bin nur noch mit Standdrehzahl herumgerollt", erklärt er.

Zunächst konnte er sein Problem selbst beheben: "Ich konnte es mit ein paar Schaltern selbst lösen und fuhr wieder raus, aber dann hatte ich ein anderes Problem. Das war ein bisschen ein Durcheinander. Nach der Reparatur fuhr er im FP1 immerhin noch 16 Runden. Im FP2 plagte ihn kurzzeitig ein undichter Helm.

Immerhin stellte sich zur Session am Nachmittag eine Besserung hinsichtlich der Balance ein. "Wir haben über die beiden Sitzungen hinweg ein paar Fortschritte beim Auto erzielt, aber wir müssen noch mehr tun, um konkurrenzfähig zu sein", sagt Mercedes-Technikchef James Allison.

Bottas von Ferrari-Speed überrascht

Bottas war in beiden Sessions schneller als Hamilton und zeigte sich nach einem reibungslosen Freitag weitestgehend zufrieden. "Wir sind planmäßig durch unser Programm gekommen und haben hier und da kleine Fortschritte gemacht", so der Finne, der von Ferraris Vorsprung doch etwas überrascht war.

"Wir wussten, dass Ferrari und Red Bull hier schnell sein würden. Aber Ferrari war auf den Geraden besonders stark. Sie haben uns da echt fertig gemacht", sagt er. "Wir müssen große Schritte machen, wenn wir gegen sie kämpfen wollen."

Hamilton hofft aufs Rennen: Mercedes im Longrun sehr stark

Ohne Hoffnung auf große Sprünge im Qualifying-Trimm, legt Hamilton den Fokus bereits jetzt auf die Longrun-Pace, auf der Ferrari über Probleme klagte. "Wir müssen irgendwie versuchen, den Druck anderweitig aufzubauen, wenn wir die reine Pace nicht haben", sagt er. "Ich denke, unser Longrun war sehr stark. Wenn wir im Rennen stark sind, könnte das gut sein."

Doch Allison sieht beim F1 W10 auch in Sachen Rennperformance noch Luft nach oben: "Die Balance neigte morgen etwa zu sehr zum Untersteuern, und dann ist der Asphalt hier sehr rau. Das macht es für die Reifen sehr schwierig, wenn die Balance nicht passt. Sowohl auf einer Runde als auch bei den Longruns tut das weh, denn du kannst den Reifen nicht am Leben halten, wenn die Balance nicht da ist."


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