Formel 1

Formel 1 2021: So wollen Fahrer die neuen Regeln beeinflussen

Für die neuen Formel-1-Regeln 2021 hat sich die FIA auch an die Fahrer gewandt. Sebastian Vettel und Co. haben klare Vorstellungen und Hoffnungen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Diskussionen um das neue Reglement für die Formel 1 ab 2021 ziehen sich hin. Die Deadline für das technische Reglement wurde bereits nach hinten verschoben, und in den letzten Wochen haben sich erstmals auch die Fahrer eingeschaltet. Unter anderem waren Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Romain Grosjean und Alexander Wurz für die Fahrer-Gewerkschaft GPDA bei den letzten Regel-Meetings dabei.

Es ist zwar spät im Regelfindungsprozess, aber diese Chance wollen sie sich nicht entgehen lassen. In der Vergangenheit wurde noch nie bei ihnen nachgefragt, wenn es um technische Regeländerungen ging. Mit einem Vier-Punkte-Plan hoffen sie, Änderungen zu bewirken.

Vettel, Grosjean positiv: FIA, Formel 1 hören uns zu

"Jean Todt hat uns sehr unterstützt", versichert Romain Grosjean, der neben Sebastian Vettel und Alex Wurz einer der Führungsfiguren der Formel-1-Fahrergewerkschaft ist. Und Sebastian Vettel schließt sich an: "Ich glaube, für uns ist das eine große Chance, unsere Gedanken kundzutun. Wir sind wohl die einzigen an diesem Tisch, die kein Motiv hinter unseren Aussagen haben."

Was Vettel damit meint: "Wir sind alle sehr neutral, wir mögen den Sport, und wir bringen meiner Meinung nach etwas an den Tisch, das zuvor noch nicht beachtet wurde. Wir bringen einen Blick aus dem Inneren, und es fühlt sich definitiv an, als ob man uns zuhört und es mitnimmt."

Aus dieser Sicht hat sich die GPDA auf vier Punkte geeinigt. "Einmal die Reifen, einmal die Aerodynamik, einmal das Gewicht, und das Geld. Wenn du diese vier Punkte löst, werden die Rennen verdammt gut sein", ist Grosjean überzeugt.

Fahrer sorgen sich um Pirelli: Formel 1 2021 viel zu schwer

Einfach gestaltet sich das aber nicht. "Es gab auch Diskussionen über ein paar Dinge, die in unseren Augen komplett sinnlos wären, um die Show besser zu machen", sagt Grosjean. Was, das bleibt vorerst vertraulich.

Was Grosjean aber verrät, ist: Die Reifen sollen endlich nicht mehr so stark beansprucht werden. Das soll erlauben, im Zweikampf härter ans Limit zu gehen. Doch das Problem hängt in den Augen der Fahrer mit dem Gewicht der Autos zusammen. "Als ich 2009 begann waren es 605 Kilo, und jetzt sind wir bei so 740", sagt Grosjean. "Und du spürst, dass die Autos in den langsamen Kurven richtig schwer sind. Und am Start ist es noch mehr, 850 oder so."

Schwere Formel-1-Autos beanspruchen die Reifen stark - Foto: LAT Images

"Das ist für uns einfach zu viel für ein Formel-1-Auto", glaubt Grosjean. "Ich weiß, wir reden auch von einem 18-Zoll-Reifen, das sind noch einmal 25 Kilo. Ein standardisiertes Bremssystem macht noch einmal acht Kilo."

Nachtanken als Gewichts-Hilfestellung: V10 wurde abgelehnt

Also konzentrieren sich die Fahrer darauf, das Gewicht zu senken. "Wir haben keine Lösung, bei den aktuellen Motoren das Gewicht zu senken", sagt Grosjean. Sicher, ein anderes Motorenkonzept - etwa ein traditioneller V10 - wäre möglich. "Das ist keine Option, wurde uns gesagt", scherzt Grosjean. "Es war das erste, was wir vorgebracht haben. Ein V10, das spart 150 Kilo!"

Also suchen sie Alternativen. "Die Idee von Tankstopps wurde als kurzfristige Lösung eingebracht, um die Reifen davon abzuhalten, gleich zu überhitzen und besseres Racing und besseres Hinterherfahren zu Rennbeginn zu ermöglichen", erklärt Grosjean.

Kritiker sehen währenddessen bei Tankstopps die Gefahr, dass die Prozessionen des vergangenen Jahrzehntes zurückkehren. Aber Grosjean sieht darin die beste Lösung, die die Formel 1 kurzfristig bringen kann - bis neue Motoren kommen, und das kann noch dauern. . "Wir müssen uns das anschauen, aber es ist nicht so, dass wir Tankstopps haben wollen", so Grosjean. "Es geht darum, eine Lösung zu finden, das Auto leichter zu machen, um die Reifen zu schonen."

Und wie geht es weiter? Im Oktober soll das Reglement endgültig zur Abstimmung kommen. "Jetzt müssen wir warten und schauen, was passiert", sagt Sebastian Vettel. "Es ist teils Politik, Taktik, aber wie gesagt, wir [Fahrer] halten uns raus und sagen einfach, was unserer Meinung nach das Beste ist, damit wir und alle anderen es mehr genießen können."


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