Formel 1

Williams schöpft Hoffnung: Hockenheim-Paket als Heilsbringer

Williams geht mit einem Hockenheim-Update in die Offensive. Teamchefin und Fahrer hoffen auf entscheidenden Schritt. Formel-1-Saison 2019 nicht aufgegeben.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Williams war in der Formel-1-Saison 2019 bisher an jedem Wochenende das klare Schlusslicht im Grid. Daran wird sich wohl auch beim Großen Preis von Deutschland nichts ändern. Dennoch ist das Rennen auf dem Hockenheimring ein wegweisender Moment. Mit einigen neuen Teilen am FW42 soll der Grundstein für den Anschluss ans Mittelfeld gelegt werden.

"Dieses Wochenende wird hoffentlich das erste Mal in diesem Jahr, dass wir einen kleinen Schritt nach vorne sehen", sagt Rookie George Russell. Der Brite lag beim Qualifying in Silverstone vor zwei Wochen als 19. noch eine Sekunde hinter Lance Stroll im Racing Point. Ein immer noch beträchtlicher Rückstand, den Williams mit dem neuesten Update endlich reduzieren will.

"Das ist das Ziel. Es war von Saisonbeginn an unsere Ambition, den Rückstand zu Platz neun aufzuholen und ins Mittelfeld vorzustoßen", sagt Claire Williams gegenüber Motorsport-Magazin.com. Ein Vorhaben, das nach den Testfahrten und bei den ersten Rennen des Jahres noch in weiter Ferne schien.

Williams: Kaum ein Team findet anderthalb Sekunden

"Zu Beginn der Saison fehlten uns auf Platz neun anderthalb Sekunden. Diesen Rückstand über das Jahr hinweg aufzuholen, ist immens. Viele Teams würden innerhalb einer Saison keine anderthalb Sekunden finden", so die Teamchefin. Tatsächlich waren es teilweise sogar bis zu zwei Sekunden, die Williams auf den nächsten Konkurrenten fehlten.

In Bahrain oder China waren Russell und Kubica noch weit davon entfernt, im Rennen einem Piloten eines anderen Teams über den Weg zu laufen. Zuletzt war es zumindest phasenweise möglich, mal nicht nur gegen den eigenen Stallgefährten zu kämpfen. "Wir hatten ein paar Kämpfe gegen Haas, aber wir wollen im Mittelfeld voll dabei sein", erklärt Williams.

Russell: Williams auch mit Hockenheim-Update Letzter

Doch wie soll die noch fehlende Sekunde im restlichen Saisonverlauf aufgeholt werden? "Dieses Wochenende ist wichtig für uns, um zu sehen, wie Test-Teile die wir ans Auto bringen, funktionieren", so Russell, der am Freitag erst einmal dem Teamkollegen den Vortritt lassen wird.

"Robert wird die neuen Teile morgen fahren, und ich fahre die alten Spezifikationen damit wir einen direkten Vergleich haben und die Unterschiede sehen", sagt der 21-Jährige, der darauf hofft, die neuen Teile bei Erfolg ab Samstag selbst einsetzen zu können. Ein vollständig überarbeitetes Bargeboard ist eine der auffälligsten Neuerungen am FW42.

"Wenn sie wie erwartet funktionieren, wird das für uns positiv sein. Ich will keine Zahlen nennen, aber wir haben eine gewisse Erwartung, wie viel wir uns verbessern sollten", erklärt Russell. "Wir werden dieses Wochenende definitiv wieder am langsamsten sein. Aber wenn wir unsere Ziele erfüllen, wissen wir, dass später im Jahr noch mehr kommt."

Williams mit bisheriger Update-Performance zufrieden

Der Optimismus des Mercedes-Juniors stützt sich auf die erfolgreichen Weiterentwicklungen im bisherigen Saisonverlauf: "Wir haben viele kleine Schritte über das Jahr hinweg gemacht, was die Fahrbarkeit angeht. Das ist sehr wichtig. Natürlich ist es am wichtigsten, wie schnell das Auto um die Strecke fährt. Aber ich glaube, dass wir jetzt eine Basis gefunden haben, auf der wir aufbauen können."

"Es freut mich zu sehen, dass wir größere Schritte gemacht haben als zunächst angenommen. Und das Jahr ist gerade erst zur Hälfte um", ist auch Claire Williams optimistisch. "Wir haben in den letzten vier oder fünf Rennen unterschiedliche Test-Teile gebracht. Alle haben genau das gemacht, was wir erwartet hatten."

Williams optimistisch: Viel bessere Position als Anfang 2019

Nach dem katastrophalen Start ins Jahr mit der verspäteten Fertigstellung eines nicht konkurrenzfähigen Autos, sieht sie ihr Team fünf Monate später in einer deutlich stärkeren Verfassung. "Es hat seine Zeit gebraucht, die Probleme die der Zwischenfall bei den Testfahrten nach sich zog zu begehen. Wir mussten die Fertigung wieder dorthin bringen, wo sie sein muss. All die Teile und Ersatzteile die wir brauchten, in der Qualität die wir haben wollten."

"Wir haben auf jeden Fall das Gefühl, in einer viel besseren Position zu sein, als wir es damals waren. Jetzt geht es nur darum, diese Entwicklungsrichtung weiterzuverfolgen und den Rückstand auf Platz neun weiter zu verkürzen."


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