Formel 1

Formel 1: Ricciardo, Hülkenberg verzweifeln: Probleme überall

Renault erlebte einen desaströsen Österreich GP. Wie im Qualifying ging im Rennen nichts. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg rätseln über große Probleme.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Renault hatte in Österreich nach einem ganz schwachen Heimrennen in Le Castellet eigentlich schnell zurückschlagen wollen. Doch statt zur vorherigen Kanada-Form zurückzufinden, ging es für Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg sogar noch weiter abwärts.

Im Qualifying nicht im Q3, gerade einmal die Ränge 12 und 13 im Rennen. Erstmals seit Spanien ging Renault damit komplett leer aus - während der große Mittelfeld-Rivale McLaren einmal mehr groß abräumte, Renault im WM-Stand der Formel 1 nun 20 Punkte enteilt ist. Noch dazu klopft von hinten das wiedererstarkte Alfa Romeo an.

Motorenkunde McLaren zeigt Renault, wie es geht

Viel schlimmer noch als diese harten Fakten erscheint jedoch, dass man nicht einmal weiß, wo genau die Performance plötzlich abgeblieben ist. Am Motor jedenfalls kann es nicht liegen. McLaren hat es vorgemacht. "Sie sind da unsere Messlatte. Sie haben das Paket, auf das wir schauen müssen", sagt Ricciardo.

"Sie scheinen mit mehr Downforce und effizienter fahren zu können. Sie schaffen es, mehr Downforce zu fahren und gleichzeitig weniger auf der Geraden zu verlieren", schildert der Australier. "Wir dagegen scheinen unser Paket nicht so gut nutzen zu können."

Hülkenberg: Man kann keine Schlüsse ziehen, nichts hat funktioniert

Damit zielt Ricciardo jedoch eher auf eine grundlegende Beobachtung. Die Formschwäche speziell in Spielberg jedoch lässt jede Erklärung vermissen. "Es gibt da keine Schlüsse, die man ziehen kann. Das Fazit ist einfach, dass nichts funktioniert hat." Nur die unliebsamen Folgen im Cockpit wissen Hülkenberg und Ricciardo klar zum umreißen.

"Wir hatten jede Menge Probleme mit dem Auto, heute auch mit den Bremsen. Da hatten wir auch Probleme, ein ziemlich seltsames Verhalten, sagen wir unrundes Bremsen, das es teilweise schwer gemacht hat, das Auto zu kontrollieren", schildert Hülkenberg. "Selbst geradeaus hat sich die Vorderachse sehr leicht angefühlt. Als würde sie rumgeworfen."

Renault-Hoffnung: Nur streckenspezifsich

Immer gleichen sich die Erfahrungen der Piloten. Ricciardo spürte genau dasselbe. "In Le Castellet war es viel windiger. Heute war es eigentlich recht ruhig, das Auto fühlte sich trotzdem an als hätte es im Rennen heftige Turbulenzen gegeben", berichtet der Australier. "Auch bei Highspeed fühlte sich da Auto sehr leicht an. Irgendetwas stimmte einfach nicht dieses Wochenende."

Deshalb sei die erneute Schwäche auch eine ganz andere als in Le Castellet - nämlich adhoc nicht zu erklären. "Das ist spezifisch für dieses Wochenende", sagt Hülkenberg. Liegt es also an der Strecke? Das hofft Renault. "In den letzten Jahren hatten wir hier mit Renault nie tolle Erfahrungen, Österreich ist ein besonderer Kurs", sagt der Emmericher.

Ricciardo: Ich möchte gerne glauben, dass wir es finden …

Doch darauf verlassen will sich niemand. "Wir müssen nächste Woche ganz tief eintauchen und uns in den Daten ansehen, was da abgegangen ist", sagt Hülkenberg. Ricciardo scheint nicht wirklich überzeugt, etwas zu finden. "Ich möchte gerne glauben, dass wir es finden …", so der Australier. "Denn so geht es nicht. Das Team investiert, aber der Gegenwert für das Geld kommt nicht."

Die Hitze am Rennsonntag in Spielberg unterdessen hätte die Probleme lediglich verschärft. "Die sorgt dafür, dass sich das Auto noch schlechter anfühlt und die Reifen wie Kaugummi werden. Das trägt also zum Problem bei. Aber es war sicher nicht nur die Hitze", sagt Hülkenberg zu Motorsport-Magazin.com.

Ricciardo: Spielberg-Form überschreibt ganzen Saisonstart nicht

Einzig bei seinem späten Positionsverlust spielte die hohe Temperatur eine Rolle. "Meine Reifen sind in der letzten Runden einfach gestorben", erklärt Hülkenberg. "In den letzten drei Runden habe ich die Hinterachse komplett verloren. So kam er leicht vorbei. Er war ja auf viel frischeren Softs. Das hatte mit Kämpfen nicht einmal etwas zu tun."

Unter dem Strich ruht die Renault-Hoffnung also einzig und allein darauf, dass Spielberg ein Ausreißer gewesen ist. "Wenn du nur auf Kanada schaust, da waren wir ja schnell", erinnert Ricciardo. "Auch in Monaco haben wir uns gut qualifiziert. Dieses Wochenende war einfach komisch, ich weiß echt nicht warum. Aber das soll jetzt nicht den ganzen Saisonstart überschreiben. Denn wir hatten ein Momentum. Das will ich für Silverstone zurück!"


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