Formel 1

Formel 1: McLaren plant nicht mehr mit Fernando Alonso

McLaren teilt sich ab sofort Sergey Sirotkin mit Renault als Ersatzfahrer. Was heißt das für Fernando Alonso? Teamchef Andreas Seidl wird deutlich.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Kehrt Fernando Alonso noch einmal zurück in die Formel 1? Stets hatte sich der Spanier nach seinem Abschied Ende 2018 ein Comeback offengelassen. Zuletzt betonte Alonso jedoch klar: Wenn, dann nur mit einem Auto, das ihm eine klare WM-Chance bietet. Genau das ist bei seinem letzten Team McLaren - und dort ist der Spanier bekanntlich noch immer involviert - gegenwärtig nicht der Fall, aktueller Aufschwung hin oder her.

Mehr als Mittelfeldspitze und Achtungserfolge sind jedenfalls in naher Zukunft nicht realistisch zu erwarten. Doch besteht seitens McLaren selbst inzwischen ohnehin kein besonderes Interesse mehr, Alonso noch einmal in den F1-McLaren zu setzen. Da verriet nun Teamchef Andreas Seidl im Rahmen des Frankreich GP.

McLaren teilt Sirotkin mit Renault: Alonso zu beschäftigt für Ersatzfahrer-Job

"Wir haben keinen Plan, Fernando wieder in ein F1-Auto von McLaren zu setzen", sagte Seidl im üblichen 'Meet the Team'-Event am Samstagabend nach dem Qualifying. "Wir eben schon gesagt sind wir sehr zufrieden mit Lando [Norris] und Carlos [Sainz]. Sie sind unsere Zukunft, darauf liegt mein Hauptaugenmerk."

Überhaupt wieder hochgekocht war das Thema nach einer McLaren-Bekanntgabe einen Tag zuvor. Ab sofort werde sich das Traditionsteam Sergey Sirotkin mit Motorenpartner Renault als Ersatzfahrer teilen, hieß es da in einer Aussendung. Bis dato war eigentlich Alonso für diesen Job vorgesehen, sollte im Fall einer Erkrankung oder Verletzung des Stammpersonals einspringen.

McLaren-Teamchef Seidl: Voller Fokus auf Norris und Sainz

Doch das sei kompliziert geworden, schildert Seidl. "Mit all den Dingen, die Alonso so treibt, ist es ihm einfach nicht möglich, jedes Rennen als Ersatzfahrer bei uns sein", erklärt der Teamchef. Noch dazu liege der Fokus eben klar auf Norris und Sainz. Für Sirotkin habe man sich aufgrund der ohnehin engen Zusammenarbeit mit Renault entscheiden. "Er ist für sie sowieso jedes Wochenende an der Strecke verfügbar. Daher machte dieses Übereinkunft Sinn, hier die Ressourcen mit Renault zu teilen."

Der Fokus auf Sainz und Norris indes bedeutet auch, dass Alonso nicht nur nicht mehr als Einsatzfahrer für McLaren zurückkehren wird, sondern auch keine weiteren Testeinsätze erhalten soll. Das hatte sich McLaren ursprünglich eigentlich vorbehalten. Noch bei den Testfahrten in Bahrain fuhr der Spanier auch, zumindest den Pirelli-Test McLaren. Eine Neuauflage soll es nicht mehr geben. Testfahrten gibt es zwar ohnehin keine mehr vor Abu Dhabi, doch auch Freitagseinsätze wären denkbar. "Aber das passiert nicht mehr", winkt Seidl ab.

Alonso aber weiter Teil von McLaren

Falsch verstanden wissen will man diese Aussagen jedoch nicht. Die Beziehungen zu Alonso seien keineswegs beendet, so Seidl. "Nein, nein, er ist noch immer ein Teammitglied von McLaren", stellt der Rennleiter klar. Es gehe einzig und allein darum, Norris und Sainz hundertprozentig zu pushen und - im Fall der Ersatzfahrer-Wahl - die vielfältigen Racing-Ambitionen Alonsos.


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