Formel 1

Formel 1 Spanien - Räikkönen im Kies: Ich musste es riskieren

Kimi Räikkönen verliert in Barcelona seinen Punkte-Nimbus. Ausritt ins Kiesbett nach dem Start. Iceman: Musste es probieren. Alfa-Pace gibt Rätsel auf.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Jetzt ist es passiert: Mit einem 14. Platz für Kimi Räikkönen beim Spanien GP in Barcelona hat auch der letzte Mittelfeldfahrer der Formel 1 zum ersten Mal in der Saison 2019 nicht immer gepunktet.

Alle Chancen versenkte der Iceman bereits kurz nach dem Start. In Kurve vier konnte er seinen Alfa Romeo C38 nicht halten und rodelte durchs Kiesbett. Das warf Räikkönen bis auf den letzten Rang zurück.

Räikkönen: Fehler keine Hilfe, aber sowieso kein Speed

"Klar hat es natürlich nicht geholfen, dass ich da weit gegangen", hadert Räikkönen mit seinem Fahrfehler. "Aber wir hatten dieses Wochenende sowieso nicht den Speed, um viel auszurichten." Soll heißen: Viel besser gelaufen wäre auch ohne den Abstecher ins Kiesbett wohl kaum.

Tatsächlich präsentierte sich Alfa Romeo das gesamte Wochenende in Spanien völlig außer Form. Ein neunter Platz im dritten Training war noch der größte und einzige Lichtblick. Schon im Qualifying sah es wieder ganz anders aus: Giovinazzi-Aus im Q1, nur Williams langsam; Räikkönen in Q2, dort aber Vorletzter.

Alfa schwach in Barcelona: Räikkönen will retten, was nicht zu retten ist

Die Ausgangslage für das Rennen sah also alles andere als prickelnd aus. Auch das erkläre seinen Fehler, so Räikkönen. Der Finne will in der ersten Runde schlicht versucht haben, so viel wie möglich gut zu machen. "Ich wusste, dass ich etwas versuchen musste, um Plätze zu gewinnen. Denn hier passiert das sonst nie", so Räikkönen über den neben der schwachen Alfa-Pace auch noch überholfeindlichen Charakter des Circuit de Barcelona-Catalunya.

"Und dann war es da in dieser Ecke sehr rutschig mit dem Medium [Räikkönens Reifenmischung im Startstint]", schildert der Finne. Beinahe hätte er deshalb den 2018er Grosjean kopiert. "In Kurve drei habe ich mich beinahe schon gedreht", schildert Räikkönen.

Räikkönen: Fast schon in Turn drei gedreht

"Dann habe ich es einfach versucht. Dabei hat die Hinterachse leider etwas blockiert. Ich habe es fast noch geschafft, es auf dem Asphalt zu halten, aber als das linke Rad dann einmal draußen war, war ich im Kies und es hat eine Weile gedauert, zurückzukommen", berichtet der Finne. "Ich habe einfach verzweifelt versucht, da ein paar Plätze gutzumachen", verteidigt Räikkönen seinen Übereifer.

Eine große Wahl habe er nicht gehabt. "Wir hatten auch nie den Speed. Nur am Ende hatten wir halbwegs den Speed der Jungs vor uns, aber dann konnten wir damit nichts mehr anfangen", hadert Räikkönen, hörbar angesäuert. Auch, weil Alfa ziemlich im Dunklen tappt, warum in Montmelo plötzlich so gar nichts mehr ging.

Räikkönen hofft auf Testfahrten: Alfa braucht Antworten

"Es war einfach sehr schwierig. Es ist enttäuschend, so ein schwieriges Wochenende zu haben. Bis auf gestern Morgen hatten wir einfach immer zu kämpfen", klagt der Weltmeister von 2007. Doch eine Hoffnung bleibt: die Testfahrten im Anschluss an den Spanien GP. "Nächste Woche fahren wir hier den Test. Gut, dass wir diese beiden Tage haben. Hoffentlich bekommen wir da heraus, was hier los war", hofft Räikkönen, am Mittwoch im C38.

Noch schlechter lief der Spanien GP für Teamkollege Antonio Giovinazzi. Nach einem Lebenszeichen in Baku nun im Qualifying erst von Räikkönen distanziert, dann im Rennen trotz des Fahrfehlers seines Kollegen hinter dem Iceman im Ziel (P16), wieder einzig und allein vor Williams. Allerdings auch wegen einer antizyklischen Strategie mit frühem Wechsel auf Hard.

Auch Antonio Giovinazzi mit Verzweiflungstat

"Ich habe das Rennen ja nur von P18 gestartet, deshalb haben wir eine andere Strategie versucht, um irgendwie ein paar Plätze zu gewinnen", berichtet der Italiener. Eine Verzweiflungstat also auch beim anderen Alfa, nur anders gestaltet. "Aber das hat nicht funktioniert, weil einfach die Pace gefehlt hat. Wir müssen jetzt hart arbeiten, um für Monaco wieder ein besseres Paket zu haben."

Klartext auch von Teamchef Frederic Vasseur: "Ein enttäuschendes Wochenende. Wir waren nie in der Lage, unser Potential zu zeigen. Es ist schwierig, irgendetwas Positives zu finden. Der erste Stint war einfach ein Albtraum, immerhin war der letzte Stint dann der beste Teil des Wochenendes. Aber dieses Wochenende schien einfach alles gegen uns zu laufen."


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