Formel 1

Formel 1: Mercedes findet Grund für Hamiltons Melbourne-Schaden

Lewis Hamiltons Australien GP wurde durch einen Schaden am Unterboden beeinträchtigt. Jetzt will Mercedes das Rätsel um den Auslöser gelöst haben.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Warum verliert Lewis Hamilton plötzlich 20 Sekunden auf Valtteri Bottas? Diese Frage stellten sich nach dem Australien GP der Formel 1 nicht wenige Zuschauer. Wer etwas genauer hingesehen und zugehört hatte, dem waren jedoch relativ schnell gleich einige Gründe bekannt.

Nach einem verbockten Start des Weltmeisters befand sich Hamilton zum Konter eines Ferrari-Undercuts auf einer suboptimalen Strategie. Gegen Rennende fehlte infolgedessen durch völlige Aussichtslosigkeit einer Attacke auf den Sieg offenbar auch der große Drang, so richtig auf den Pinsel zu steigen. Noch dazu identifizierte Mercedes nach dem Rennen eine Beschädigung am hinteren Ende des Unterbodens an Hamiltons W10.

Mercedes: Kerbs statt Trümmer der Auslöser

Das erklärte zusätzlich zum extrem langen zweiten Stint Hamiltons Klagen über die Balance am Boxenfunk. Nach dem Rennen zeigte sich Hamilton erleichtert, dass das weggebrochene Teil am Unterboden dafür mitverantwortlich gezeichnet hatte. Das minderte seinen eigenen Eindruck, selbst nicht den besten Job erledigt zu haben.

Australien GP 2019: Wie stark war Bottas? Wie schwach Ferrari?: (08:02 Min.)

Hamilton merkte zudem an, sich bereits ab der vierten Runde nicht mehr wohlgefühlt zu haben und vermutete ein Trümmerteil als Ursache. Das allerdings scheint nicht der Fall gewesen zu sein. Wie Mercedes nun in seinem auch 2019 wieder angebotenen Rückblick-Video "Pure Pit Wall" mitteilt, steckte offenbar etwas anderes hinter dem Schaden.

Mercedes: Extrem anfälliger Bereich

"Wir glauben, dass wir ihn (den Schaden, Anm. d. Red.) während des Rennens erlitten haben als wir über einige der Kerbs gefahren sind", berichtet Mercedes-Chefstratege James Vowles in seiner Analyse. Dazu lieferte Mercedes ein Detailfoto der betreffenden Stelle unmittelbar vor dem linken Hinterreifen.

"Wenn man sich diese Aufnahme ansieht, dann erkennt man das gebrochene Karbon direkt vor dem Hinterreifen am Unterboden. Dieser Bereich ist aerodynamisch ziemlich anfällig - für beides, Downforce und Balance des Autos", beschreibt Vowles, warum Hamilton so sensibel auf den vermeintlich kleinen Schaden reagiert hatte.

Mercedes: Harter Hamilton-Job schmälert Bottas' Leistung nicht

Deshalb habe der Brite eine fantastischen Job geleistet, das Rennen überhaupt noch auf diesem Niveau beendet zu haben, so Vowles. Zumal die alles andere als auf Rennzeit optimierte Strategie die für Hamilton schon kritische Lage nur noch zusätzlich verschärft habe. "Er musste die Reifen massiv managen, was sein Vorankommen über das Rennen hinweg beeinträchtigt hat", so Vowles.

Bottas' Leistung würden diese gewaltigen Turbulenzen seines Teamkollegen jedoch nicht schmälern. "Valtteri war das ganze Wochenende voll da. Er war schon im Qualifying voll in der Verlosung für die Pole Position und es war erst Lewis' fantastische Runde, die ihn wirklich nach vorne gebracht hat", sagt Vowles.

"Aber am Renntag war sein Start wieder perfekt. Er war in der Lage, die Führung des Rennens zu übernehmen und dann hat er Runde um Runde eine kleine Lücke zu den anderen hinter ihm aufgemacht."


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