Formel 1

Formel 1 Testfahrten, Verstappen: Gasly-Crash hatte doch Folgen

Max Verstappen fährt am letzten Tag der Formel-1-Testfahrten 2019 nur 29 Runden. Red-Bull-Pilot berichtet: Unfall von Pierre Gasly war doch der Auslöser.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Für Max Verstappen enden die Formel-1-Testfahrten 2019 mit einem unbefriedigenden Tag in Barcelona. Während Sebastian Vettel im Ferrari und die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas zum großen Finale zur regelrechten Bestzeitenjagd bliesen, zudem einige Longruns absolvierten, kam der Niederländer in seinem Red Bull RB15 nur auf dünne 29 Runden und P11 im Tagesergebnis.

Als einziger Pilot fuhr Verstappen keinen Shortrun auf den weichsten Pirelli-Reifen C5. Dementsprechend fällt die bei den F1-Tests zuvor eigentlich sehr gute Stimmung Verstappens am Abend etwas gedämpfter aus. "Es kann beim Wintertest immer besser laufen. Generell hatten wir sehr starke Tests hier. Aber heute war vielleicht nicht der beste Tag. Insgesamt haben wir aber noch immer viele Runden geschafft", so Verstappen.

Sogar noch immer mehr als historisch üblich für Red Bull, meint Verstappen: "Im Allgemeinen waren wir da ziemlich gut, was unsere Standards bei Testfahrten angeht!" Ferrari und Mercedes würde ja immer ein enormes Pensum stemmen. Deshalb sei er nicht besorgt. "Was ich bisher vom Auto gespürt und gesehen habe, ist vielversprechend", versichert Verstappen nach wie vor.

In Australien sei Red Bull vielleicht nicht die Nummer eins, könne das erstens aber noch immer erreichen und sei zweites die Saison lang. Groß Klagen könne er jedenfalls über nichts. Zumindest nichts, was ihn betrifft. "Für mich ist es [das Handling des Red Bull, Anm. d. Redaktion] besser als vergangenes Jahr. Ich fühle mich echt wohl im Auto und hatte bis auf einen in Kurve 13 keinen einzigen Moment. Es fühlte sich von Start weg gut an", berichtet Verstappen.

Doch hatte Teamkollege Pierre Gasly den RB15 gleich zwei Mal verloren und war gecrasht. Doch ein Problem mit der Fahrbarkeit? "Keine Ahnung, ich fahre ja bei ihm nicht mit", winkt Verstappen ab. Bei dem Thema wirkt Verstappen leicht zerknirscht, war es doch Gasly, der ihn um einen besseren Abschlusstag gebracht hatte.

Entgegen der Überzeugung Red Bulls am Abend nach dem Highspeed-Unfall des Franzosen am Donnerstag, hatten die Schäden nämlich sehr wohl Konsequenzen. Bereits am späten Donnerstag meldete Radio Fahrerlager in Barcelona, für Red Bull könne es in Sachen Getriebe jetzt eng werden. Immerhin hatte Gasly schon in Woche eins eine unsanfte Begegnung vorzuweisen.

Wie Verstappen jetzt bestätigt, brachte der zweite Unfall das Fass in Sachen Ersatzteile nun zum Überlaufen. "Das hatte auch damit zu tun, was gestern passiert ist", erklärt Verstappen, warum er am Nachmittag überhaupt nicht mehr auf der Strecke zu sehen war. Zuvor hatte Red Bull bereits Getriebeprobleme gemeldet, die schon den Vormittag beeinträchtigt hatten.

Ein grundlegendes Problem gebe es mit dem Getriebe nicht, es habe einzig und allein mit den Unfällen und den Ersatzteilen in dieser Frühphase des Jahres zu tun. "Es ist schade. Die Teile sind aktuell noch etwas knapp. Und wenn du dann schon zwei zerstört hast, ist es eben nicht ideal", so Verstappen. "Es war viel zerstört. Immerhin hat das Team noch immer einen tollen Job gemacht, das Auto da wieder hinzustellen für diese immerhin noch 29 Runden."

Verstappen weiter: "Hoffentlich trifft es uns nicht zu sehr, dass wir heute nicht so viel gefahren sind. Aber ich bin noch immer zuversichtlich, dass wir einen starken Saisonstark haben können." Auch wenn er sich an der Jagd nach Schlagzeilen-Zeiten zum Abschluss nicht hatte beteiligen können. "Es ist zwar schwer zu bewerten, wenn du selbst keinen Run gemacht hast wie sie, aber ich bin nicht allzu besorgt. Klar, sie sind sehr schnell. Ich bin aber zufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben - und die Longrun-Pace sah gut aus."


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