Formel 1

Formel 1 Testfahrten: Vettel & Hamilton im Bestzeiten-Showdown

Tausendstelkrimi am letzten Tag der Formel-1-Testfahrten 2019 in Barcelona. Sebastian Vettel übersteht späte Attacke Lewis Hamiltons. Neuer Ferrari-Defekt.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Was für ein Finale bei den Formel-1-Testfahrten 2019 in Barcelona! Sebastian Vettel kämpfte sich am Vormittag die Gesamtbestzeit beim Test von Teamkollege Charles Leclerc um weniger als einen Wimpernschlag zurück. Nur, um danach - von einem neuerlichen technischen Defekt an seinem Ferrari vorzeitig in den Feierabend geschickt - ohne Konterchance mit ansehen zu müssen, wie Erzrivale Lewis Hamilton seine Vorgabe gefährlich hart attackierte …

Das Ergebnis: Vor allem am Vormittag lieferten sich die F1-Piloten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya noch einmal eine regelrechte Bestzeitenjagd. Erstmals mischte dabei auch Mercedes so richtig mit. Valtteri Bottas rückte mit einer 1:16.561 Minuten den Ferrari-Bestzeiten der Vortrage bedrohlich nahe. Doch die Scuderia wusste zu kontern.

Sebastian Vettel brannte eine 1:16.221 Minuten in den spanischen Asphalt. Das war eine neue Wochenbestzeit. Vettel hatte Teamkollege Charles Leclercs bisherige Messlatte vom Donnerstag um exakt 0,01 Sekunde geschlagen. Auch Nico Hülkenberg, Daniil Kvyat und Carlos Sainz durchbrachen am Morgen die 1:17er-Schallmauer.

Doch ganz sollte es das noch nicht gewesen sein. Ganz spät an diesem letzten Testtag wurde die Jagd nach der Gesamtbestzeit noch zu einem regelrechten Tausendstelkrimi. Als wären zehn Tausendstel zwischen den Ferrari-Kollegen noch nicht genug, knallte plötzlich auch der Weltmeister noch einen raus. Mit einer 1:16.224 Minuten drängelte sich Lewis Hamilton genau zwischen das Scuderia-Duo.

0,003 Sekunden also nur zwischen Weltmeister und Vize-Weltmeister - so eng kann es auch in der Saison gerne weitergehen!

Pos Fahrer Team Zeit Runden Reifen
1 Vettel Ferrari 1:16.221 110 C5
2 Hamilton Mercedes 1:16.224 61 C5
3 Bottas Mercedes 1:16.561 71 C5
4 Hülkenberg Renault 1:16.843 51 C5
5 Kvyat Toro Rosso 1:16.898 131 C5
6 Sainz McLaren 1:16.913 134 C5
7 Grosjean Haas 1:17.076 73 C5
8 Ricciardo Renault 1:17.114 52 C5
9 Räikkönen Alfa Romeo 1:17.239 132 C5
10 Magnussen Haas 1:17.565 94 C5
11 Verstappen Red Bull 1:17.709 29 C3
12 Perez Racing Point 1:17.791 104 C5
13 Kubica Williams 1:18.993 90 C5

Die Rundenkönige: Sebastian Vettel war der erste Fahrer, der am Freitag die 100-Runden-Schallmauer durchbrach. Doch ein technischer Defekt (s. Abschnitt "Die Zwischenfälle") raubte dem Deutschen alle Chancen auf den Titel des Rundenkönigs am letzten F1-Testtag 2019. Um diese Ehre ritterte stattdessen sein ehemaliger Teamkollege Kimi Räikkönen mit Carlos Sainz von McLaren.

Am Ende hatte der Spanier mit 134 Runden hauchdünn die Nase vor dem Finnen (132). Mit Blick auf die Gesamtlaufleistung der Teams jedoch zeigte sich einmal mehr ein etwas anderes Bild. Dieses Mal dominierte hier allerdings nicht wie zuletzt Mercedes. 132 Runden vereinten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Bei Haas kamen Romain Grosjean und Kevin Magnussen jedoch auf satte 167.

Insgesamt fünf Fahrer fuhren mehr als 100 Runden: Neben Vettel, Sainz und Räikkönen gelang das auch Daniil Kvyat und Sergio Perez. Auf nur 29 Umläufe kam Red Bull. Max Verstappen ging wegen Getriebeproblemen am Nachmittag gar nicht mehr auf die Strecke. Ein Zusammenhang mit dem Unfall Pierre Gaslys tags zuvor besteht, wie Verstappen selbst bestätigt:

Die Zwischenfälle: Zum großen Testfinale keine Dramen - drei Unterbrechungen durch rote Flaggen. Für die erste sorgte acht Minuten vor der Mittagspause der Alfa Romeo von Kimi Räikkönen. Der C38 war in Kurve ausgerollt, eine Ursache kommunizierte das Team bis dato nicht.

Eine schlimmere Nummer war es jedoch nicht, Räikkönen nahm sein Programm am Nachmittag ohne große Verzögerung wieder auf. Heftiger erwischte es da schon das andere italienische Team. Ja, wieder Ferrari. Zweieinhalb Stunden vor dem Ende der Testfahrt stand Sebastian Vettels SF90 plötzlich am Ausgang der zweiten Kurve.

Bitter: Der Deutsche hatte sich gerade mitten auf einer Rennsimulation befunden. Noch bitterer: Ferrari schaffte es nach dem Vorfall - ein Elektrik-Defekt - nicht mehr zurück auf die Strecke, musste den Test also deutlich früher als gewünscht beenden. Nicht einmal der Konkurrenz raubte der Vorfall viel Testzeit. Schon nach 15 Minuten Pause wurde die Session nach der Rotphase wieder freigegeben.

Haas machte mit einer dritten roten Flagge gut zehn Minuten vor Schluss das Defekt-Trio der Ferrari-befeuerten Teams perfekt. Kevin Magnussen musste zwischen Kurve vier und fünf abstellen. Die Ursachenforschung muss Haas erst noch beginnen.


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