Formel 1

Formel-1-Testfahrten 2019: Renault schlägt Ferrari & Mercedes

Nico Hülkenberg fuhr am Donnerstag in Barcelona die schnellste Runde der F1-Tests. Mercedes schneller als Ferrari. Leclerc knackt Sebastian Vettels Zeit.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 hat heute die erste Woche der Testfahrten 2019 in Barcelona beendet. Das Resultat war am Ende eine kleine Überraschung. Nico Hülkenberg fuhr im Renault die schnellste Zeit des Tests. Ferrari schlug nach dem starken Start in die Tests nicht mehr zurück, dafür unterbot Charles Leclerc die schnellste Runde von Sebastian Vettel. Mercedes zeigte am finalen Tag etwas mehr Performance.

Das Ergebnis: Nachdem Ferrari am Mittwoch von Alfa Romeo von Toro Rosso unterboten wurde, war es am Donnerstag zunächst wieder Red Bulls Schwesterteam, das den Ton angab. Rookie Alex Albon fuhr noch schneller als Teamkollege Daniil Kvyat am Vortag. Am Ende beanspruchte Renault die absolute Bestzeit dieser Woche für sich.

Nico Hülkenberg fuhr wie die Toro-Rosso-Piloten auf Pirellis weichstem Reifen, dem C5, und brannte damit am Nachmittag eine Rundenzeit von 1:17.393 Minuten in den Asphalt. Albon musste sich mit zweieinhalb Zehnteln Rückstand dahinter einreihen. Ricciardo landete im zweiten Renault an dritter Stelle.

Überraschend weit vorne präsentierte sich nicht nur Renault. Auf den Positionen vier und fünf im Klassement landete das Mercedes-Duo. Valtteri Bottas und Lewis Hamilton trauten sich erstmals aus der Deckung und fuhren ihre schnellsten Runden in dieser Woche.

Leclerc fuhr mit 1:18.046 Minuten die schnellste Ferrari-Zeit der Woche, rund eine Zehntel schneller als Vettel am Montag und ebenfalls auf dem C3-Reifen. Die Scuderia verzichtete wie Mercedes darauf, auf den weichen Mischungen auf Zeitenjagd zu gehen. Hinter Leclerc reihten sich Lando Norris im McLaren und die Ferrari-Kunden Alfa Romeo und Haas ein.

Red Bull ließ sich auch am letzten Tag nicht in die Karten schauen. Pierre Gasly fuhr auf dem C3-Reifen eine Sekunde langsamer als die Silberpfeile. Dahinter komplettierten Racing Point und Williams das Klassement. Letztere ließen mit Robert Kubica und George Russell beide Piloten fahren, verbrachten den Großteil des Tages allerdings mit Aerodynamik-Tests.

Pos Fahrer Team Zeit Runden Reifen
1 Hülkenberg Renault 1:17.393 24 C5
2 Albon Toro Rosso 1:17.637 136 C5
3 Ricciardo Renault 1:17.785 34 C5
4 Bottas Mercedes 1:17.857 57 C5
5 Hamilton Mercedes 1:17.977 58 C4
6 Leclerc Ferrari 1:18.046 138 C3
7 Norris McLaren 1:18.431 132 C4
8 Giovinazzi Alfa Romeo 1:18.511 154 C3
9 Grosjean Haas 1:18.563 64 C4
10 Magnussen Haas 1:18.720 66 C3
11 Gasly Red Bull 1:18.780 146 C3
12 Stroll Racing Point 1:19.664 72 C3
13 Russell Williams 1:20.997 17 C3
14 Kubica Williams 1:21.542 48 C2

Die Fleißtabelle: Gleich fünf Piloten fuhren am letzten Testtag über 100 Runden. Albon, Leclerc, Giovinazzi, Gasly und Norris fuhren allesamt zwei Renndistanzen oder mehr. Mercedes und Renault waren weniger produktiv als an den Vortagen. Hamilton und Bottas brachten es zusammen auf knapp über 100 Runden, Ricciardo und Hülkenberg nur auf 58.

Haas erlebte den ersten problemfreien Tag dieser Woche und knackte erstmals die 100-Runden-Marke. Williams schaffte am ersten vollen Tag mit dem FW42 immerhin 60 Runden und damit nur unwesentlich weniger als Racing Point. Ferrari beendete den Tag eine Viertelstunde vor Ablaufen der Zeit.

Die Zwischenfälle: Aufgrund der im Vergleich zum Vortag deutlich gefallenen Temperaturen war es früh am Morgen wieder schwieriger für die Piloten, ihre Reifen auf Temperatur zu bringen. Das Thermometer war von 9 auf 2 Grad Celsius gefallen. Das Opfer des kalten Asphalts hieß diesmal Lando Norris.

Der McLaren-Rookie segelte nach rund einer Viertelstunde in Turn 5 ins Kiesbett. Ihm war ein leichter Traktionsverlust auf den kalten Reifen zum Verhängnis geworden. Einen Einschlag konnte er verhindern, aus dem Kiesbett kam er nicht heraus. Die Session wurde für rund 15 Minuten unterbrochen.

Den perfekten Grip vermissten die Piloten der Vormittagssession aber weiterhin. Leclerc, Hamilton, Grosjean und Giovinazzi verbremsten sich allesamt in Turn 1. Letzterer fuhr außerdem an Turn 14 vorbei, als er zu spät auf der Bremse war. Lance Stroll drehte sich in Turn 13, konnte aber weiterfahren. Kurz vor der Mittagspause rodelte dann Leclerc in Turn 5 durchs Kiesbett.

Robert Kubica hatte an seinem ersten Tag im Williams ebenfalls zwei kleine Schreckmomente. Der erste war ein Dreher ausgangs Turn 15, der zweite ein Missverständnis mit Lewis Hamilton. Der Weltmeister lief im letzten Sektor auf den Polen auf und musste in Turn 13 die Lenkung aufmachen und auf das alte Streckenlayout ausweichen, um eine Kollision zu verhindern.

Auf technischer Seite lief der Tag bei allen Teams weitestgehend rund. Albon musste am Morgen einen Run abbrechen, weil einer der Sensoren an den Aero-Rakes fehlerhaft war. Bei Leclerc lösten sich Teile an der linken Endplatte des Frontflügels. Sowohl Toro Rosso als auch Ferrari spulte sein Testprogramm völlig unbeeindruckt von diesen kleinen Hindernissen ab.

Hülkenberg sorgte eine Stunde vor Ende des Tages für eine zweite rote Flagge, als er im letzten Sektor ausrollte. Der Pace-Setter hatte am Nachmittag ohnehin lange warten müssen, bis ihn das Team auf die Strecke ließ. Dort wurde er dann nach kurzer Zeit angewiesen, den R.S.19 abzustellen. Über die Gründe hielt sich Renault bedeckt.

Zehn Minuten vor Ende der Session sorgte Alfa Romeo für die dritte Unterbrechung, als Giovinazzi nach der Boxenausfahrt ausrollte. Der Testtag wurde danach noch einmal für fünf Minuten aufgenommen, nur damit Giovinazzi 30 Sekunden vor Schluss wieder liegenbleiben konnte.

Formel 1 2019: Bilanz der 1. Testwoche in Barcelona: (06:41 Min.)


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