Formel 1

Formel 1, Sauber jagt Force India: P7 als Abschiedsgeschenk?

Sauber hat in Abu Dhabi die Chance Force India in der WM zu überholen. Charles Leclerc und Marcus Ericsson wollen dem Team zum Abschied ein Geschenk machen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Das Finale der Formel 1 in Abu Dhabi ist längst nicht für jedes Team ein Schaulaufen. Im Mittelfeld hat Alfa Romeo Sauber noch die Chance, etwas vor dieser Saison schier unglaubliches zu erreichen. Die Schweizer liegen vor dem letzten Grand Prix nur knapp hinter Force India. Ein weiteres starkes Resultat von Charles Leclerc und Marcus Ericsson könnte wichtige Millionen aus dem Preisgeld-Topf bedeuten.

"Wir hätten nicht erwartet, in der Weltmeisterschaft um Platz sieben zu kämpfen, besonders nicht mit Force India", sagt Marcus Ericsson gegenüber Motorsport-Magazin.com. Nach 20 Rennen trennen Sauber nur sieben Punkte vom einstigen Best of the Rest der Formel 1. Dass es dazu kommen konnte, ist natürlich dem Besitzerwechsel bei Force India in der Sommerpause geschuldet. Durch diesen verlor das Team die 59 bis Belgien gesammelten WM-Zähler.

Seitdem fuhren Sergio Perez und Esteban Ocon für die Pinken 48 Punkte ein. Kumuliert wäre Force India damit hinter Renault fünfter. Doch in der Realität ist ihnen Sauber auf den Fersen. "Das ist für uns eine gute Motivation, uns gut anzustellen", meint Ericsson, der seinem langjährigen Arbeitgeber gerne ein Abschiedsgeschenk machen würde: "Das wäre echt nett, oder? Es ist auf jeden Fall das Ziel."

Leclerc will Sauber-Trend fortsetzen: Momentum ins Finale mitnehmen

Während er bei Sauber keinen neuen Vertrag erhielt und von Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi ersetzt wird, verlässt sein Teamkollege das Team unter ganz anderen Umständen. Der zukünftige Ferrari-Pilot Leclerc will Sauber dieses Abschiedsgeschenk zwar ebenfalls bereiten, schlägt aber gewohnt leise Töne an. "Es ist großartig, uns in dieser Position zu sehen, überhaupt an solch einen Schritt zu denken. Aber realistisch betrachtet wird es sehr schwierig", so der Monegasse zu Motorsport-Magazin.com.

Ob schwierig oder nicht, letztendlich würde der siebte Platz dem Ferrari-Kunden ein mehr als willkommenes Preisgeld bescheren. Zumal Hinwil in der kommenden Saison mit Kimi Räikkönen einen gehaltstechnischen Hochkaräter bezahlen muss. "Ich freue mich, raus auf die Strecke zu gehen und hoffentlich diesen einen Platz in der Konstrukteurs-WM zu holen", kündigt Leclerc an. Fahrerisch anders an die Sache herangehen wird er deshalb aber nicht: "Ich spüre nicht viel Druck, aber das liegt an meiner Mentalität."

In den vergangenen sechs Rennen fuhr Sauber vier Mal in die Punkte. Leclerc will vor allem an diesen Trend anknüpfen. "Wir hatten in den vergangenen paar Rennen ein sehr starkes Auto. Ich hoffe wirklich, dass wir dieses Momentum mit in das letzte Rennen der Saison nehmen können", sagt der 21-Jährige. Ericsson hingegen will seine vorerst letzte Chance in der Formel 1 nutzen, um mit einem guten Gefühl in Richtung IndyCar abzuwandern.

Ericsson vor letztem Formel-1-Rennen: Nicht viel drüber nachgedacht

"Wir wollen die Saison auf einem Hoch abschließen, ich persönlich natürlich auch, nach der Enttäuschung in Brasilien", so der Schwede, der als Siebter in Interlagos das beste Qualifyingresultat seiner Karriere einfuhr, im Rennen allerdings nach einer frühen Kollision ausschied. "Ich habe das Gefühl, zuletzt eine wirklich gute Form mit starken Resultaten gehabt zu haben, in den USA und Mexiko."

"Das Qualifying in Brasilien war eine meiner besten Performances in diesem Jahr. Ich war wirklich enttäuscht, wie das Rennen dort gelaufen ist. Aber deshalb will ich unbedingt zurückschlagen und hier in Abu Dhabi nochmal ein starkes Wochenende haben", so der 28-Jährige. Dass er vielleicht zum allerletzten Mal in der Königsklasse antritt, ist ihm dabei bisher noch nicht so präsent.

"Ich habe da ehrlich gesagt noch nicht viel drüber nachgedacht. Die Vorbereitungen für das Wochenende verlaufen ziemlich normal. Ich schätze, während des Wochenendes wird es sich vielleicht etwas anders anfühlen. Besonders am Renntag wird es vielleicht ein anderes Gefühl sein, wenn mir bewusst wird, dass es für mich dann vorerst das letzte Rennen in der F1 ist", fügt er an.


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