Formel 1

Kimi Räikkönen vor letztem Ferrari-Rennen: Warum traurig sein?

Für Kimi Räikkönen endet in Abu Dhabi seine Formel-1-Ära bei Ferrari. Taut der Iceman vor seinem letzten Rennen für die Scuderia auf? Zumindest etwas...
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Wenn am Sonntag in Abu Dhabi die Zielflagge gewinkt wird, fällt für Kimi Räikkönen in der Formel 1 der letzte rote Vorhang. Der finnische F1-Weltmeister von 2007 bestreitet am Wochenende seinen letzten Grand Prix für Ferrari. Für die kommenden zwei Jahre wechselt Räikkönen aber noch einmal zurück zu Sauber. Back to roots. Räikkönen hat noch nicht genug von der Formel 1.

Doch das Kapitel Ferrari ist für den Finnen, nach Michael Schumacher dienstältester Scuderia-Pilot der Teamgeschichte, dann vorbei. Wirklich auftauen will der Iceman vor diesem doch eigentlich sehr emotionsgeladenen Wochenende allerdings nicht. "Ich habe sie ja schon einmal verlassen, es ist also nicht das erste Mal", erinnert Räikkönen an seinen ersten Abschied von Maranello im Jahr 2009.

Vettel über Räikkönen-Abschied: Werde die Stille vermissen

"Ich bin nicht traurig, warum sollte ich traurig sein?", fragt Räikkönen in seiner letzten FIA-PK im Ferrari-Dress vor einem Rennwochenende. "Wir sind noch immer Freunde, wir werden uns im Fahrerlager sehen, da ändert sich nicht viel. Und die neuen Aufgaben sind spannend", erklärt Räikkönen den Grund für seine ziemlich gefasste Stimmungslage. Schon zuvor hatte Räikkönen mehrfach betont, wie sehr er sich auf Sauber freue.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Abu Dhabi GP: (9:29 Min.)

Auch wegen des Simulators in Hinwil. Den gibt es nämlich nicht. "Hast du nicht gesagt, du freust dich auf ihren Simulator?", scherzt Vettel, in der PK gleich neben Räikkönen, in Richtung seines Noch-Teamkollegen. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich das Geld sparen können, ich habe so ein Teil daheim und mache das schon", gibt Räikkönen mit einem Grinsen zurück.

Ferrari schmeißt in Abu Dhabi Party für Räikkönen

Vermissen werde er bei Ferrari allerdings schon etwas. "Für mich sind es die kurzen Meetings", sagt der Finne über den ziemlich harmonischen Austausch mit Vettel. "Die Stille", flüstert derweil Vettel. "Nein, es war einfach immer ein gegenseitiger Respekt da, kein Bullshit. Das habe ich sehr genossen. Da hat es für mich, für ihn und das ganze Team einfacher gemacht."

Ganz und gar nicht still ging es einen Abend zuvor im roten Lager zu. "Gestern Abend hat das Team für mich eine Party organisiert. Das war echt eine schöne Überraschung. Es war klasse, das ganze Team zusammen zu haben. Es ist schön zu sehen, wie sehr sie all meine Anstrengungen schätzen und ich wollte ihnen allen danken", berichtet Räikkönen. Auf seinem Instagram-Account waren zuvor bereits Fotos aufgetaucht - mit "We love Kimi"-Shirts, die Ferrari für Räikkönens letztes Rennen anfertigte.

Räikkönen fürchtet WM-Rang 3: Muss dann zur FIA-Gala

Etwas wehmütig wird Räikkönen angesichts dessen dann letztlich doch. "Mit diesem Team und diesen Leute hatte ich gute Zeiten - und schwierig, aber das gehört zum Geschäft. Manchmal muss es eben auch etwas härter sein. Aber ich habe die WM mit ihnen gewonnen, als Fahrer und zweimal als Team. Ich bin sehr happy, ein Teil davon gewesen zu sein, denn vielen Leuten ist das nicht gelungen", sagt Räikkönen.

Zum Abschied könnte dem Finnen in Abu Dhabi immerhin noch ein Achtungserfolg gelingen. Nicht nur mit einem Sieg oder Podium im Rennen, sondern auch WM-Rang drei. Aktuell liegt Räikkönen hier mit 14 Punkten Vorsprung auf Valtteri Bottas und deren 17 auf Max Verstappen auf Kurs. Doch dafür interessiert sich der Finne nicht. "Ich denke nicht, dass es meine Welt verändert", sagt er.

Im Gegenteil. Räikkönen fürchtet sich fast schon vor WM-Platz drei. Denn: " Wenn ich Dritter werde, dann muss ich sicher dahin gehen, wo auch immer diese Preisverleihung stattfindet. Also ist es am Ende eine negative Sache, mehr Reisen und so. Aber schauen wir mal."


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