Formel 1

Formel 1, Haas schlägt zurück: Mexiko-Debakel fast vergessen

In der WM hat Haas gegen Renault so gut wie verloren. In Brasilien sind Grosjean und Magnussen zurück im Spiel. Mexiko-Probleme für 2019 auf dem Plan.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Haas erlebte in Mexiko das wohl schwächste Formel-1-Rennen der Saison. In den Trainings für das Wochenende in Brasilien meldeten sich die US-Amerikaner eindrucksvoll zurück. Den Kampf gegen Renault werden Romain Grosjean und Kevin Magnussen zwar wohl nicht mehr herumreißen können, doch in Sao Paulo könnte ein weiteres Top-Resultat winken.

"Es sieht so aus, als wären wir zurück in der Normalität", sagt Teamchef Günther Steiner gegenüber Motorsport-Magazin.com. Grosjean belegte in beiden Sessions den siebten Platz. Magnussen musste sich am Nachmittag als Neunter zwar Charles Leclerc im Sauber geschlagen geben, doch nach dem Debakel von Mexiko ist Haas wieder guter Dinge.

"Auf dieser Art von Rennstrecke sind wir immer gut", so Steiner, dessen Team auf flüssigen Kursen im Mittelfeld 2018 stets den Ton angab. In Mexiko wurde Haas aber doch etwas überraschend zum Hinterbänkler. "Es lag an dem High-Downforce-Setup. In Mexiko braucht man das wegen der Höhenluft. Das ist meine Erklärung", so der Tiroler.

"In den langsamen Kurven sind wir außerdem nicht gut, das wissen wir. In Mexiko war es dann noch schlechter als vorher angenommen." Für Grosjean war Mexiko schon nach wenigen Sekunden vergessen. "Das Auto fühlte sich schon in der ersten Runde im FP1 besser an", so der Franzose. "Wir sind mit der Performance heute super glücklich."

Grosjean erleichtert: Haas wieder da, wo es hingehört

Der VF-18 lief so gut, dass das Team diesmal sogar etwas Entwicklungsarbeit leisten konnte. "Wir haben im FP2 viele unterschiedliche Setups ausprobiert, zu dem was wir da normalerweise machen, um für die Zukunft zu schauen in welche Richtung wir gehen wollen", sagt Grosjean.

Mit dem Aufschwung haben die Experimente allerdings nichts zu tun, wie er gegenüber Motorsport-Magazin.com erklärt: "Ich denke, das Setup hat uns im FP2 nicht schneller gemacht. Das Auto ist einfach wieder da, wo es vorher war. Wir waren in Austin schnell und davor auch. Nur in Mexiko waren wir nicht so gut."

Haas will Mexiko-Schwäche für 2019 ausmerzen: Wollen nie Letzter sein

Die Probleme aus Mexiko sind damit natürlich nicht gelöst. Bei nach Brasilien nur noch einem Rennwochenende in Abu Dhabi wird sich daran 2018 auch nichts ändern. Im kommenden Jahr will Haas aber ein besseres Paket an den Start bringen. "Ich denke, wir haben ziemlich gut verstanden, was wir in mittelschnellen und schnellen Kurven machen müssen. Wir müssen jetzt nur etwas mehr Energie darin stecken, zu verstehen, warum wir in langsamen Kurven nicht performen", sagt Steiner.

Das Risiko, bei allem Fokus auf die Schwachstellen möglicherweise die Stärken des Autos zu verlieren, muss das Team dabei eingehen. "Du willst in keiner Position wie in Mexiko sein. Du willst nie Letzter sein, dafür arbeitest du nicht", so Steiner. "Um komplett zu sein, musst du an allem arbeiten."

Zwar war Mexiko in diesem Jahr ein einmaliger Ausrutscher, doch das rechtfertigt für ihn nicht, diesen nächste Saison billigend in Kauf zu nehmen. "Dann könnte man sich auch fragen, warum man für Monza ein spezielles Aeropaket bringt, denn das ist ja auch nur ein Rennen", sagt der Teamchef. Die Schwachstelle der Lowspeed-Kurven muss für 2019 beseitigt werden.

"Wir müssen da besser werden, das ist Teil unseres Wachstumsprozesses. Wir machen Erfahrungen und werden besser. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es erst unser drittes Jahr ist. Aber das ist eines dieser Dinge, wo wir nächstes Jahr besser sein müssen, das ist keine Spaßveranstaltung", so Steiner.

Trockenübung mit Renault: Grosjean duelliert sich im Training mit Sainz

Ein bisschen Spaß hatte Grosjean dafür im Training schon mit der Konkurrenz von Renault. In der zweiten Session des Tages duellierte er sich mit Carlos Sainz. "Es war meine letzte gezeitete Runde auf dem Longrun. Ich wollte nicht im Verkehr stecken bleiben", erklärt er, weshalb er den Spanier bei der Anfahrt auf das Senna-S attackierte.

Sainz hingegen fuhr Kampflinie. "Ich blieb vor Kurve eins außen, Carlos sah das und dann musste ich zurückstecken. Ansonsten wäre es nicht so schön ausgegangen", so Grosjean, das kleine Duell mit Humor nahm: "Es macht immer Spaß jemanden zu überholen. Das war also schon das Training für Sonntag."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter